Kapitel 1: Kauf beim Profi!
Wer auf Turniere gehen möchte – und zwar erfolgreich – kommt um einen Besuch beim Züchter oder beim Händler nicht herum, denn nur die Pferde dort haben die begehrte Abstammung, die man benötigt. Na klar, es gibt auch Glücksgriffe bei Privatpersonen, aber generell ist man in der professionellen Zucht einfach besser bedient, denn das schicke Allround-Pferd ist dort liebevoll aufgezogen und genau auf seine Aufgabe vorbereitet worden. So machen das die Profis.
Unsere Dressursusi hat ein ansprechendes Startkapital und möchte jetzt eines dieser Allroundtalente erwerben, denn es wird langsam Zeit. Jünger wird sie nämlich nicht, und ihre Eltern haben endlich nachgegeben. Denn Dressursusi ist inzwischen zarte achtzehn und damit volljährig. Außerdem hat sie ein super Abitur hingelegt. Da können einem die Eltern ruhig mal ein Pferd für 10.000,00 Euro aufwärts kaufen und eine Schibbi-Schabbi-Kolli für mindestens einen Tausender. Das ist Dressursusis gutes Recht, ja quasi schon die elterliche Pflicht, dem Kind endlich den weiten Weg in die Turnierreiterei zu ermöglichen. Susis Reitbeteiligung geht schließlich gerade in Rente. Und die hat ihr doch schon ein paar Schleifen eingebracht sowie das Wissen für den Basispass beschert. Da ist dieser Schritt doch die absolut logischste Konsequenz.
Die gequälten Eltern haben also nachgegeben und lassen die Tochter machen. Etwas anderes bleibt ihnen sowieso nicht übrig, und Ahnung von Pferden haben sie leider auch nicht; da soll das Kind eben selbst entscheiden, welchen Dressurkracher es kauft.
Zum Glück hat Dressursusi ein paar Freundinnen aus dem heimischen Nobelstall, und die helfen fleißig mit. Eine von denen kauft auch bald ihr erstes eigenes Pferd, die Chayenne. Also das Mädel heißt Chayenne, nicht das ins Auge gefasste Pferd. Heutzutage haben die ja alle so komische Namen, da ist Dressursusi mit Susanne echt noch harmlos. Chayenne Catherine Noire Waldmann jedenfalls, so der volle Name, hilft Dressursusi nun dabei, ein Pferd zu finden. Im Internet natürlich, da kann man sich die Züchter genau ansehen und auch mal googeln, ob die denn auch wirklich seriös sind und wie viele Schlöppen die Nachwuchspferde schon ergattert haben.
Aber was soll es werden? Die Abstammung ist schon extrem wichtig, mal völlig davon abgesehen, was das künftige Pferd so können soll.
Chayenne weiß nämlich als bestens informierte Helferin, dass manche Vererber gewisse Klischees bedienen. Daher muss sie definitiv davon abraten, manche Pferde auch nur anzugucken. Bekanntlich wird man davon ja mindestens schwarz; schlimmstenfalls trägt man einen bleibenden Schaden davon.
Denn: Wenn die Abstammung stimmt … spinnt das Pferd.
Pilot
Achtung! Bei diesem Vererber ist Panik angesagt. Was Pilot-Nachkommen alles anstellen und welchen Hau sie weghaben, darüber könnte man Bücher schreiben. Irrsinn mit Unsinn, etwas in dieser Art scheint das Haus Pilot sich gedacht zu haben; und wäre es ein Haus inGame of Thrones, das wäre sein Wahlspruch.
Platini
Die schönsten Köpfe für die stursten Köpfe. Was ein Platini nicht will, das macht er nicht, und er setzt das auch mit absoluter Konsequenz durch, selbst wenn er dafür richtig schmuddelig werden muss. Sieht dabei aber immer super aus!
Florestan
Mit dem Kopf durch die Wand, selbst wenn sie aus Beton ist. Dabei ist völlig irrelevant, was der Reiter will. Sollte es je eine Kreuzung aus Platini und Florestan geben, müsste Frau Merkel einpacken. Das Pferd hätte nach mindestens drei Monaten die Weltherrschaft an sich gerissen. Heu für alle!
Landadel
Wenn sie denn mal laufen, laufen sie schön. Aber nur wenn. Landadel-Nachkommen haben das Montagspferd gepachtet. Weil sie aber so schön laufen, verzeiht man ihnen, dass sie meist gar nicht laufen.
Sandro Hit
Die Nervensägen unter den Pferden. Sandro Hits gehen sogar den Artgenossen auf den Keks, was zur leichten Montagspferdigkeit führt, denn wenn die Weidegenossen genervt sind, gibt es Kloppe.
Gotthard
Wo Gotthard drin ist, da ist auch Blödsinn drin. Gotthards haben ihre berühmten fünf Minuten, und die sollte man besser aussitzen, sonst sitzt man nämlich unten.
Ladykiller
Wenn das Pferd schon »Killer« im Namen hat, muss das seinen Grund haben. Manche nennen Ladykiller-Sprösslinge charakterstark. Andere nennen sie bescheuert.
Weltmeyer
Hier gibt’s alle Vorurteile auf einmal! Schlechter Rücken, sie können nicht springen, und blöd sind sie noch obendrein. Gezüchteter Wahnsinn scheint bei Weltmeyer bei der Abstammung auf jeden Fall ein Ziel gewesen zu sein.
Lauries Crusador
It’s Showtime! Lauries Crusador, die große Gaga-Show! Nur jetzt in Ihrer Reithalle. Kommen Sie und überzeugen Sie sich selbst von einer M