Überholen mit 1 PS Wie Manager von Pferden lernen
:
Doreen Beier
:
Überholen mit 1 PS Wie Manager von Pferden lernen
:
Pabst Science Publishers
:
9783899677522
:
1
:
CHF 10.80
:
:
Ausbildung, Beruf, Karriere
:
German
:
104
:
Wasserzeichen
:
PC/MAC/eReader/Tablet
:
PDF
Überholen mit 1PS zeigt, was wir in der Arbeit mit einem Pferd lernen können: authentischer handeln, klarer, gelassener, erfolgreicher. Pferde sind charmante, ehrliche Feedback-Geber, die am ehsten auf das wirklich Gemeinte reagieren. Was dieses unvermittelte Feedback bewirkt, warum wir bei uns Veränderungen spüren, veranschaulicht Doreen Beier anhand ihrer lebhaften Coachinggeschichten. Die Menschen- und Pferdekennerin ist Wirtschaftsjuristin, entwickelte für den Volkswagen-Konzern die weltweit gültigen Verhaltensgrundsätze und coacht mit ihren Pferden Leitungskräfte aus ganz Deutschland. Das Buch stiftet LeserInnen jeglicher Couleur an, sich des eigenen Verhaltens und Führungsstils bewusster zu werden: amüsant und selbstkritisch zugleich.
2. Bei uns lernen Sie kein Reiten
(S. 15-16)
Wenn ich von pferdegestützten Trainings erzähle, höre ich ganz oft:„Kenne ich. Das therapeutische Reiten ist wirklich eine gute Sache.“ Oder:„Ist ja klasse, dass sich endlich mal jemand der Psyche der armen Turnierpferde annimmt. Oder ist es für die Reiter?“ Wenn ich dann weiter berichte, dass ich mit Menschen arbeite, die persönlich wachsen wollen, die ihren alltäglichen Kommunikations- und Führungsherausforderungen auf andere, effektivere Weise begegnen möchten, ernte ich ganz oftüberraschte Gesichter.
Gesunde, erwachsene Menschen holen sich Hilfe im Training mit Pferden? Kann das sein? Dabei ist die Irritation meiner Gesprächspartner ganz plausibel und die Logik daran offensichtlich.
Natürlich, für Kinder und Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung bringt die Arbeit mit Pferden ganz viel. Sie gibt Nähe, die Menschen lernen Erfolg. Viele Menschen insbesondere mit körperlichen Leistungseinschränkungen erleben zum ersten mal, dass die eigene körperliche Präsenz einen Effekt hat. Das Kind, das sich an den Hals des Pferdes schmiegt und sich von dessen Bewegung mitnehmen lässt, ist um ein Vielfaches natürlicher als ein Erwachsener, der meint, er müsse das Pferd am Zaumzeug in die richtige Richtung ziehen.
Zum ersten Mal lernen diese Menschen, dass sie in vielen Dingen so sind, wie alle anderen, oder, in ihrer Betrachtung von der Welt, sogar erfolgreicher. Dem Pferd ist es egal, ob körperliche oder geistige Defizite vorhanden sind. Das Pferd beurteilt das aktive Handeln. Therapeutisches Reiten ist eine gute Methode, diesen Menschen zu helfen, sich selbst zu erfahren. Aber Menschen ohne Beeinträchtigungen haben doch diese Probleme nicht, dass sie das Erlebnis der eigenen Wirksamkeit nicht kennen. Wir, die Erwachsenen, wissen doch um die Prozesse des miteinander Reden und Arbeiten. Aber wissen wir das wirklich? Sind wir uns wirklich im Klaren darüber, wie wir wirken?
Exkurs: Wieso wirkt das gleiche Verhalten bei mir anders, als wenn ich es bei anderen sehe?
Stellen Sie sich einfach einmal Folgendes vor. Sie sitzen mit der Dame oder dem Herren Ihres Herzens in einem Restaurant. Sie sind verliebt. Sie turteln die ganze Zeit. Das einzige, was stört, ist der Kellner, der Ihnen immerzu suggeriert, noch etwas zu bestellen oder das Lokal zu verlassen. Außerdem haben Sie bemerkt, dass er Ihrer Partnerin immerzu auf den Busen starrt. Zu allemÜberfluss war das Ambiente nicht besonders gut, der Wein verkorkt und die Empfehlung des Hauses schmeckte, als würden sich das Lokal und dasörtliche Krankenhaus gegenseitig Kunden beschaffen. Nun naht der Moment der Wahrheit– die Rechnung. Aufgrund der hohen eigenen Unzufriedenheit geben Sie kein Trinkgeld. Was denken Sieüber sich?
Nun stellen Sie sich die Situation mal aus 2-3 Metern Entfernung vor. Sie sitzen und beobachten das Paar am Nebentisch. Die Gäste haben gegessen, getrunken und der Kellner ist häufig am Tisch, um nach weiteren Wünschen zu fragen. Beim Bezahlen der Rechnung bekommen Sie mit, dass der Mann kein Trinkgeld gibt. Was denken Sieüber den Typen? Wenn Ihnen nun auch nur einen kleinen Moment der Gedanke„Geizhals“ durch den Kopf ging, machen Sie sich keine Sorgen. Damit sind Sie wie 95% aller Menschen bei der Erstbeurteilung einer solchen Situation."
Inhaltsverzeichnis
6
1. Ihr Buch – Herzlichen Glückwunsch
8
Erkenntnisse
11
Warum dieses Buch?
13
Der Umgang mit diesem Buch
13
2. Bei uns lernen Sie kein Reiten
16
Der Körper spricht immer – die eigene nonverbale Kommunikation erleben
19
Keiner mag Vokabellernen
34
Training mit Pferden – Erleben statt Erlesen
35
Wie es wirkt oder: Was die Teilnehmer „durchmachen“
43
Warum mit Pferden – Vom Arbeitstier zum Coach
54
Pferde kennen keine Rabattmarken
56
Pferde sind verschieden – Menschen nicht?
58
3. Führung heißt was? Führen heißt Wirkung erzielen
60
Die Coaching-Geschichten
62
Eddy – ein Verweigerer?
63
Das erste Mal – geht’s schon los?
68
Ich habe es doch mit starken Erwachsenen zu tun, oder?
73
Fortsetzung: „Ich wollte nur mal zeigen, was für ein beschissenes Gefühl das ist!“
79
„Für mich waren das nur Eimer!“
82
„Ich konnte nichts sagen, ich hatte die Augen geschlossen“
88
„Oh Gott, meine Schuhe“
95
4. Überholen mit einem PS – Schlussgedanken
101
5. Literatur
102