Leib und Seele: Salutogenese und Pathogenese / Body and Soul: Salutogenesis and Pathogenesis
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Norbert Rückert, Petr Ondracek, Lyudmyla Romanenkova
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Leib und Seele: Salutogenese und Pathogenese / Body and Soul: Salutogenesis and Pathogenesis
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Frank& Timme
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9783865960320
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1
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CHF 22.20
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Kunst, Literatur
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German
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248
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Das Ziel des vorliegenden Bandes ist es, die Themen Krankheit, Gesundheit und Behinderung aus vielfältigen Perspektiven zu betrachten und zu verstehen. Dabei wird jeweils sowohl die physische als auch die psychische Seite thematisiert. Dementsprechend werden Ansätze und Befunde verschiedener Wissenschaftsdisziplinen (z.B. Gesundheitswissenschaft, Medizin, Klinische Psychologie, Pädagogik und Philosophie) berücksichtigt.
It is the objective of the present volume to consider and understand the issues disease, health and disability from various perspectives. In doing so, the physical as well as the mental sides are brought up for each case. Correspondingly, approaches and findings of various science disciplines (e.g. health sciences, medicine, clinical psychology, pedagogy and philosophy) are considered.
Di Autoren
Ondra ek, Dr. phil Univ.Prag, Professor für Didaktik und Methodik der Heilpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule RWL in Bochum, Deutschland. Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Methoden des Umgangs mit belastenden bzw. störenden Verhaltensweisen, Kommunikation, professionelles Handeln, Kreativität.
Lyudmyla Romanenkova, Dr. der Pädagogik, Dozentin an der Fakultät für Sozialpädagogik und Psychologie der National Universität Zaporizhzhya, Ukraine; Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Soziale Arbeit auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge.
N rbert Rückert, Dr. rer. biol. hum., Dipl.-Psych.; seit 1993 Professor für Psychologie an der Evangelischen Fachhochschule Hannover (Protestant University of Applied Sciences), Deutschland; z. Zt. Studiendekan Heilpädagogik; Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Beratung und klinische Psychologie, Neuropsychologie, psychosoziale Arbeit im Bereich Gesundheit.
Th authors
Petr Ondracek, Dr. phil Univ.Prag , professor for didactics and methodology of special education at the Protestant University of Applied Sciences RWL in Bochum, Germany. Teaching and research focus: Methods of dealing with encumbering or irritating behaviour, communication, professional acting, creativity.
Lyudmyla Romanenkova, Dr. of pedagogy, Assistant Professor at the Department of Social Pedagogy and Psychology, Zaporizhzhya National University, Ukraine. Teaching and Research focus: Social work in Health Care field.
Prof. Norbert Rückert, Dr. rer. biol. hum., Dipl.-Psych.; since 1993 professor for psychology at the Protestant University of Applied Sciences, Hanover (Germany); currently study dean for special education; teaching and research focus: Counselling and clinical psychology, neuropsychology, psychosocial work in the health sector.
2.2 PHYSISCHE UND PSYCHOSOZIALE ASPEKTE DER GESUNDHEIT
(S. 31-32)
2.2.1 MERKMALE UND DETERMINANTEN PHYSISCHER GESUNDHEIT (Eva Luber)
1) Definition von Gesundheit
Vor einer Darstellung der Einflussgrößen auf Gesundheit sollte die Definition von Gesundheit stehen. Wir werden in diesem Kapitel sehen, dass es verschiedene Definitionen gibt und dass die Gesundheitswissenschaften mit verschiedenen Ansätzen umgehen. Deshalb als Auftakt eine Bitte: Legen Sie den Text kurz beiseite und schreiben Sie in zwei bis drei Minuten Ihre Definition von Gesundheit auf. Wir kommen dann im Test darauf zurück. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Diskussion des Gesundheitsbegriffs zu ihren Aufgaben gemacht. Am bekanntesten ist bis heute eine sehr alte Definition von Gesundheit, die auch in der Satzung der WHO steht. Danach ist Gesundheit „der Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit" (Naidoo& Wills 2003, 6). Sie stammt aus dem Jahr 1946, als durch die vielen neuen Mitgliedstaaten, die sozialistische Republiken geworden waren, eine Mehrheit für die beschriebene Rolle gesellschaftlicher, also sozialer, Bezüge entstanden war. Bis heute definieren viele Menschen Gesundheit über Krankheiten, und sei es über deren Abwesenheit.
Sicherlich haben Sie einen umfassenderen Begriff beschrieben. Aber Sie müssen davon ausgehen, dass die Menschen, mit denen Sie professionell zu tun haben, weniger darüber nachgedacht haben, was Gesundheit ist und wie sie entsteht. Wir stellen fest, dass auch heute, über 50 Jahre nach der Weltgesundheitskonferenz von Alma Ata im Gesundheitswesen die Abwesenheit von Krankheit im Vordergrund steht. Viele Jahrzehnte vergingen, bis die Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und Individuum zur Entstehung von Gesundheit präziser formuliert wurde, dies geschah anlässlich der Konferenz von Ottawa 1986, auch bekannt als die Gesundheitsförderungs (health promotion)-Konferenz. Auf ihr wurde keine knappe Definition beschlossen, sondern eine mehrseitige Abhandlung, aus der es verschie dene Übertragungen ins Deutsche gibt. Die Gesellschaft soll Rahmenbedingungen schaffen, in denen Gesundheit entstehen kann. Dabei ist die Wechselwirkung zwischen dem Individuum und der Gesellschaft entscheidend. Menschen werden ermuntert, ihre Umwelt zu gestalten.
Dazu ein Beispiel: Kinder gehen ohne Frühstück zur Schule und kaufen sich stattdessen Schokoriegel und gesüßte Getränke. Es wäre Aufgabe der Gesellschaft, ihnen eine gesündere Alternative zum selben oder günstigeren Preis zur Verfügung zu stellen. Viele Schulen versuchen dies inzwischen, auch in Deutschland, aber für viele Kinder ist heute noch die Entscheidung für das ungesunde Verhalten die leichtere. „Make the healthier choice the easier one!" ist ein weiterer Slogan der WHO: Auf Englisch kann man manche Dinge besonders kurz und knapp auf den Punkt bringen.
Inhaltsverzeichnis
8
0. VORWORTE
10
0.1 VORWORT DER HERAUSGEBER
10
0.2 VORWORT DER AUTOREN
13
1. EINFÜHRUNG (Norbert Rückert)
14
1.1 PROBLEMAUFRISS
14
Ein Disput:
14
1.2 SCHLÜSSELBEGRIFFE
18
1.3 ZIELE
18
1.4 LERNERGEBNISSE
19
2. SALUTOGENESE UND PATHOGENESE
20
2.1 KATEGORIEN ZUR ORIENTIERUNG (Norbert Rückert)
20
2.1.1 LEIBLICHE EXISTENZ
20
1) Leib und Körper
20
2) Leib-Sein als Vorgabe
21
3) Leib-Sein als Widerfahrnis
22
4) Selbstbezug im Fremdbezug
23
5) Leib-Sein und Krankheit
23
6) Leib-Sein und Gesundheit
24
7) Leib-Sein und Behinderung
25
2.1.2 NORMALITÄT UND ABWEICHUNG
26
1) Subjektorientierung:
31
2) Lebensweltorientierung:
31
3) Objektorientierung:
31
2.2 PHYSISCHE UND PSYCHOSOZIALE ASPEKTE DER GESUNDHEIT
32
2.2.1 MERKMALE UND DETERMINANTEN PHYSISCHER GESUNDHEIT (Eva Luber)
32
1) Definition von Gesundheit
32
2) Einflussgrößen auf Gesundheit
34
3) Indikatoren zur Vergleichbarkeit von Gesundheit
35
4) Disability Adjusted Lifeyears (Dalys)
36
5) Die Bedeutung sozialer Faktoren
37
2.2.2 MERKMALE UND DETERMINANTEN PSYCHISCHER GESUNDHEIT (Norbert Rückert)
37
1) Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung
43
2) Bedürfnis nach Bindung und Anschluss
45
3) Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle
47
4) Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz
48
2.2.3 DETERMINANTEN DER GESUNDHEIT AM BEISPIEL OSTEUROPAS (Lyudmyla Romanenkova)
50
2.2.4 BEWÄLTIGUNG VON BELASTUNGEN (Petr Ondracek, Lyudmyla Romanenkova, Norbert Rückert)
54
1) Stress:
54
2) Ansätze zur Stressbewältigung („Coping“):
56
2.3 GESUNDHEITSPROBLEME
67
2.3.1 BIOMEDIZINISCHES KRANKHEITSMODELL UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG Eva Luber
67
Biomedizinisches und Risikofaktoren-Modell
67
Krankheitsmodelle und Behinderung
70
Prävention, Rehabilitation und Gesundheitsförderung
70
Gesundheitsförderung als zeitgemäße Aufgabe
73
2.3.2 GESUNDHEITSPROBLEME (EPIDEMIOLOGIE, DEMOGRAPHIE) UND EXKLUSION (Eva Luber)
78
Demographie und Epidemiologie
78
Die Daten des Gesundheitswesen
79
Sterblichkeitsdaten (Mortalität)
79
Krankheitsdaten (Morbidität)
80
Datenschutz
82
2.3.3 EINFLUSS DER SOZIALEN UMGEBUNG AUF GESUNDHEITSPROBLEME AM BEISPIEL OSTEUROPAS (Lyudmyla Romanenkova)
84
2.4. EINSCHRÄNKENDE SITUATIONEN
86
2.4.1 EINSCHRÄNKUNGEN DER KÖRPERLICHEN FUNKTIONSFÄHIGKEIT (Manfred Jödecke)
86
2.4.2 EINSCHRÄNKUNGEN DER KOGNITIVEN STRUKTURBILDUNG (Norbert Störmer)
93
2.4.3 VERHALTENSBEDINGTE EINSCHRÄNKUNGEN (Petr Ondracek, Norbert Rückert)
103
1) Verhalten
104
2) Verhalten außerhalb von Normalitätserwartungen als Herausforderung
106
3) Störung, Abweichung, Auffälligkeit, Herausforderung
108
4) Beispiele für herausforderndes Verhalten
109
5) Hinweise zur Verhaltensklärung
110
6) Herausforderndes Verhalten und psychische Funktionsfähigkeit
112
2.4.4 EINSCHRÄNKUNGEN DER FUNKTIONSFÄHIGKEIT: ERFAHRUNGEN AUS UKRAINISCHER SICHT
112
114
112
1) Einschränkungen der körperlichen Funktionsfähigkeit (in der Ukraine)
114
2) Einschränkungen der kognitiven Funktionsfähigkeit (in der Ukraine)
115
3) Einschränkungen der psychischen Funktionsfähigkeit (in der Ukraine)
117
2.5 ANHANG
119
3. WEITERFÜHRENDE AUFGABEN
125
4. BIBLIOGRAPHIE (siehe englische Version am Ende des Buches)
126
0. PREFACES
132
0.1 EDITORS’ PREFACE
132
0.2 AUTHORS’ PREFACE
135
1. INTRODUCTION (Norbert Rückert)
136
1.1 PROBLEM OUTLINE
136
1.2 KEY TERMS
139
1.3 OBJECTIVES
140
1.4 LEARNING OUTCOMES
140
2. SALUTOGENESIS AND PATHOGENESIS
142
2.1 CATEGORIES FOR ORIENTATION (Norbert Rückert)
142
2.1.1 CORPOREAL EXISTENCE
142
1) Body and soul
142
2) Corporeal existence as a predetermination
143
3) Corporeal existence as befalling
144
4) Self-relation in the external context
144
5) Corporeal existence and disease
145
6) Corporeal existence and health
146
7) Corporeal existence and disability
146
2.1.2 NORMALITY AND DEVIATION
147
2.1.3 SUBJECT AND SOCIETY
150
2.1.4 CONCLUSION
152
1) Subject