: Paul Martin, Sigurd Hebenstreit, Norbert Rückert, Fritz-Helmut Wisch
: Humanwissenschaftliche Zugänge / Approaches to the Social Sciences
: Frank& Timme
: 9783865960306
: 1
: CHF 22.20
:
: Gesellschaft
: German
: 284
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Dies ist eines der vier einführenden oder Grundlagenmodule für den europäischen Studiengang"Bachelor of Inclusion Studies". Es basiert auf dem grundlegenden Kerngedanken, dass ein effektives akademisches Studium der sozialen Inklusion die Theorien, Perspektiven und analytischen Methoden der Schlüsseldisziplinen innerhalb der Humanwissenschaften nutzen muss. Diese Arbeit ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Autoren, die nicht nur in ganz unterschiedlichen Kulturen und Einrichtungen arbeiten und forschen, sondern die auch sehr unterschiedliche disziplinäre Hintergründe haben.

Zu den Autoren

Prof. Dr.Sigurd Hebenstreit ist Professor für Pädagogik im Fachbereich Heilpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum (Deutschland) und zur Zeit Dekan des Fachbereiches Heilpädagogik.

Dr.Paul Martin ist Dekan des Fachbereichs für Sozialwesen und Psychologie am Edge Hill College of Higher Education in Großbritannien. Er forscht und veröffentlichte Publikationen auf den Gebieten Bildungspolitik, Identität und politische Ideologie.

Prof.Norbert Rückert, Dr. rer.biol.hum. Dipl.-Psych.; seit 1993 Professor für Psychologie an der Evangelischen Fachhochschule Hannover,(Deutschland); z. Zt. Studiendekan Heilpädagogik; Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Beratung und klinische Psychologie, Neuropsychologie, Wissenschaftstheorie und -didaktik.

Prof. Dr.Fritz-Helmut Wisch ist Professor für Heil- und Sonderpädagogik an der Hochschule Magdeburg-Stendal (Deutschland) mit den Schwerpunkten Hörbehinderung, Ethik und Anthropologie, Geschichte der Heilpädagogik und Studien zur Inklusion.  
2. SOZIALWISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN (S. 18-19)

2.1 EINFÜHRUNG IN DIE SOZIALWISSENSCHAFT

Paul Martin

2.1.1 DAS WESEN DER SOZIALWISSENSCHAFT

Die Sozialwissenschaft ist das Studiengebiet, welches versucht,wissenschaftliche Methoden für die Beschreibung, Analyse und Kritik der menschlichen und sozialen Welt anzuwenden. Der Sammelbegriff Sozialwissenschaften wird verwendet, um einen großen Bereich von Disziplinen, wie Philosophie, Soziologie, Psychologie, Politik, Wirtschaft, Anthropologie und, nach der Auffassung von manchen, sogar Geschichte zu bezeichnen. Während jede Disziplin ihren eigenen, spezifischen Schwerpunkt hat, beschäftigen sich alle mit dem wissenschaftlichen Studium einiger Aspekte des menschlichen oder sozialen Lebens. Deshalb versuchen Sozialwissenschaftler, die wissenschaftlichenMethoden der Erforschung, Analyse und Auswertung für ihr Studiengebiet anzuwenden.

Man kann Wissenschaft als Prozess des Wissenserwerbes durch Prozesse derTheoretisierung, Hypothesenerprobung oder -beobachtung, Analyse und Auswertung verstehen.

2.1.2 DAS WESEN UND DER ZWECK DER THEORIE

Im Alltagsgespräch wird der Begriff bestenfalls mit Zwiespältigkeit, häufiger aber mit unausgesprochener oder ausdrücklicher negativer Bedeutung verwendet. „Oh,theoretisch hast du vielleicht Recht...", „Theoretisch hatte jeder die gleiche Chance, die Stelle zu bekommen..." „Wie machen wir das? Also, in derTheorie..." In jedem der Fälle wird Theorie als eine Art Kurzform genutzt, um eine Handlung oder einen Prozess als irrelevant oder als wenig mit der tatsächlichen Welt zu tun habend zu kennzeichnen. Studenten der Sozialwissenschaft bringen oft solche negativen Ansichten der Theorie aus dem normalen Verständnis mit in ihr Studium, mit der Konsequenz, dass Theorie oft als schwierig, unnötig und komplizierend betrachtet wird. Ich möchte entgegengesetzt argumentieren, dass die Sozialtheorie jedes Verständnis von menschlichem und sozialem Leben untermauert, welches uns die Sozialwissenschaft bietet, dass sie dafür von zentraler Bedeutung ist.

Der Zweck der Sozialtheorie wurde ausgemacht als „Konzepte für das Verständnis sozialer Interaktionen und sozialer Strukturen und Stabilität und Veränderung im sozialen Leben zur Verfügung zu stellen." (Andersen und Kaspersen 2000. .x). Dies weist auf das verschiedenartige Wesen der Sozialtheorie hin und demonstriert, dass es – weit entfernt von einer Irrelevanz für die sozialen Fragen und Probleme der tatsächlichen Welt – eine sehr starke Verbindung zwischen der Theorie und derempirischen Forschunggibt. Jede soziale Forschung von Wert ist beinahe sicher sehr eng mit der Theorie verbunden. Tatsächlich wäre jede empirische Forschung ohne die Theorie einfach nur eine Ansammlung von Daten. Die Theorie, schlägt nicht nur vor, welche Themen erforscht werden sollten, sondern auch die bloße Form der Ergebnisse der sozialen Forschung bekommt durch den theoretischen Kontext, in dem sie durchgeführt wurde, Bedeutung. Andererseits wird die Gegenseitigkeit der Beziehung zwischen Theorie und Forschung durch die Erkenntnis unterstrichen, dass die empirischen Daten die Theorie von ihrem Status erheben, eine von vielen möglichen Erwägungen oder Schilderungen zu sein.

Ohne aus der tatsächlichen Welt übernommene Beweise würden das so bleiben. Somit ist es klar, dass die Theorie eng und unausweichlich mit der tatsächlichen Welt der empirischen Forschung verbunden ist.

Sozialtheorie kann unterschieden werden nach:

i. Inhaltsgebiet
ii. Annahmen
iii. assoziierter Methodologie
Humanwissenschaftliche Zugänge6
Inhaltsverzeichnis8
0. VORWORTE12
0.1 VORWORT DER HERAUSGEBER12
0.2 VORWORT DER AUTOREN14
1. EINLEITUNG16
1.1 PROBLEMAUFRISS16
1.2 SCHLÜSSELBEGRIFFE16
1.3 ZIELE17
1.4 LERNERGEBNISSE17
2. SOZIALWISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN19
2.1 EINFÜHRUNG IN DIE SOZIALWISSENSCHAFT (Paul Martin)19
2.1.1 DAS WESEN DER SOZIALWISSENSCHAFT19
2.1.2 DAS WESEN UND DER ZWECK DER THEORIE19
2.1.3 INDUKTIVE UND DEDUKTIVE VERFAHREN21
2.1.4 PARADIGMEN – POSITIVISMUS UND INTERPRETIVISMUS21
2.2 EINFÜHRUNG IN DIE DISZIPLINEN24
2.3 PHILOSOPHIE Fritz-Helmut Wisch24
2.3.1 PHILOSOPHIE UND RELIGION26
2.3.2 PHILOSOPHIE UND WISSENSCHAFT27
2.3.3 PHILOSOPHIE UND TRADITION29
2.3.3.1 ETHIK UND TRADITION30
2.3.3.2 WERTEVERFALL31
2.3.3.3 TUGENDEN33
2.3.3.4 GEBOTE UND GESETZE34
2.3.4 PHILOSOPHIE UND MENSCHENBILDER35
2.3.4.1 RELIGIÖSE MENSCHENBILDER36
2.3.4.2 AUTONOMIE- UND VERNUNFTGELEITETES MENSCHENBILD37
2.3.4.3 AN DIE FOLGEN DENKEN – VERANTWORTUNGSBEWUSSTE UND GLÜCKSRITTER38
2.3.5 PHILOSOPHIE UND MENSCHENRECHTE41
2.3.5.1 EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT44
2.4 SOZIOLOGIE (Paul Martin)46
2.4.1 WARUM ENTSTAND DIE SOZIOLOGIE?46
2.4.2 DIE SOZIOLOGISCHE DENKWEISE49
2.4.3 SOZIALE STRUKTUREN UND MENSCHLICHE HANDLUNGSFREIHEIT50
2.4.4 STRUKTURALISMUS, KONSTRUKTIVISMUS UND DUALISMUS51
2.4.5 KONFLIKTTHEORIE: GRUNDMERKMAL DES MARXISMUS, DER MARXISTISCHEN TRADITION54
2.4.6 KONSENSTHEORIE: DURKHEIM, STRUKTUR- FUNKTIONALISMUS VON PARSONS UND MERTON56
2.4.7 DIE HANDLUNGSTHEORIE VON WEBER UND SIMMEL58
2.4.8 SOZIOLOGISCHE SCHLÜSSELKONZEPTE FÜR DAS VERSTÄNDNIS DER GEGENWÄRTIGEN GESELLSCHAFT59
2.5 PSYCHOLOGIE (Norbert Rückert)62
2.5.1 GEGENSTANDSBEREICH DER PSYCHOLOGIE62
2.5.2 STRÖMUNGEN DER PSYCHOLOGIE67
2.5.2.1 NATURWISSENSCHAFTLICH-MECHANISCHES MODELL67
2.5.2.2 NATURWISSENSCHAFTLICH-ORGANISMISCHES MODELL68
2.5.2.3 KULTURWISSENSCHAFTLICH-HERMENEUTISCHES MODELL69
2.5.2.4 SOZIALWISSENSCHAFTLICH-DIALEKTISCHE ERWEITERUNG72
2.5.2.5 ZWISCHENFAZIT73
2.5.3 AUSGEWÄHLTE THEMEN74
2.5.3.1 ERKENNEN (KOGNITION)75
2.5.3.2 FÜHLEN (EMOTION)77
2.5.3.3 WOLLEN (MOTIVATION UND VOLITION)78
2.5.3.4 HANDELN (AKTION)79
2.5.3.5 PERSÖNLICHKEIT81
2.5.3.6 ENTWICKLUNG UND LERNEN82
2.5.4 FAZIT86
2.6 PÄDAGOGIK (Sigurd Hebenstreit) 86
2.6.1 DIE DIFFERENZIERTHEIT DES PÄDAGOGISCHEN SYSTEMS88
2.6.2 DIE ERZIEHUNGSWISSENSCHAFTEN, DIE ALLGEMEINE PÄDAGOGIK UND IHRE NACHBARWISSENSCHAFTEN90
2.6.3 ERZIEHUNGSWISSENSCHAFTLICHE GRUNDBEGRIFFE93
2.6.4 PÄDAGOGISCHES DENKEN IN DER GESCHICHTE97
2.6.5 VON DER PÄDAGOGIK ZUR ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT111
2.6.6 SCHLUSSBETRACHTUNG: PÄDAGOGIK LERNEN119
2.7 SCHLÜSSELKONZEPTE122
2.7.1 BIOLOGISCHE VS. UMWELTFAKTOREN? DIE ANLAGE-UMWELT-DEBATTE (Paul Martin und Norbert Rückert)122
2.7.2 DETERMINISMUS VS. WILLENSFREIHEIT AUS PSYCHOLOGISCHER SICHT (Norbert Rückert) 129
2.7.3 INDIVIDUELLE FREIHEIT VS. SOZIALE GERECHTIGKEIT? (Paul Martin) 134
3. WEITERFÜHRENDE AUFGABEN141
4. BIBLIOGRAPHIE (siehe englische Version am Ende des Buches)144
APPROACHES TO THE SOCIAL SCIENCES146
Contents148
0. PREFACES152
0.1 EDITORS’ PREFACE152
0.2 AUTHORS’ PREFACE154
1. INTRODUCTION156
1.1 PROBLEM OUTLINE156
1.2 KEY TERMS156
1.3 OBJECTIVES157
1.4 LEARNING OUTCOMES157
2. SOCIAL SCIENTIFIC FOUNDATIONS158
2.1 INTRODUCTION TO SOCIAL SCIENCE (Paul Martin) 158
2.1.1 THE NATURE OF SOCIAL SCIENCE158
2.1.2 THE NATURE AND PURPOSE OF THEORY158
2.1.3 INDUCTIVE AND DEDUCTIVE REASONING159
2.1.4 POSITIVISTIC AND INTERPRETIVISTIC SOCIAL SCIENCE160
2.2 INTRODUCTION TO THE DISCIPLINES162
2.3 PHILOSOPHY (Fritz-Helmut Wisch) 162
2.3.1 PHILOSOPHY AND RELIGION