: Tobias Eduard Schick
: Weltbezüge in der Musik Mathias Spahlingers
: Franz Steiner Verlag
: 9783515119382
: Archiv für Musikwissenschaft - Beihefte
: 1
: CHF 65.50
:
: Musikgeschichte
: German
: 350
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Musik ist nicht nur notwendig in die Zusammenhänge des gesellschaftlichen Lebens eingebunden, sondern auch eine Welt für sich, die ihren eigenen, ästhetisch und musiktheoretisch begründeten Gesetzmäßigkeiten folgt. Mathias Spahlinger (geb. 1944) ist ein Komponist, der das Spannungsverhältnis zwischen Musik und Gesellschaft in seinem Komponieren intensiv reflektiert hat. Tobias Eduard Schick untersucht in seiner Studie erstmals umfassend den Facettenreichtum der Weltbezüge von Spahlingers Musik sowie ihre weltanschaulichen und ästhetischen Hintergründe. Als Grundlage dienen unter anderem detaillierte Analysen von zentralen Werken wie doppelt bejaht oder farben der frühe. Schick zeigt, wie sich Spahlingers Musik von gängigen Strategien politischen Komponierens bewusst entfernt und Weltbezüge auch in anderen Dimensionen artikuliert: etwa in der symbolisch-politischen Relativität von kompositorischen Ordnungen, in der Reflexion der Bedingungen musikalischer Wahrnehmung oder in Eingriffen in das soziale Gefüge der Musikproduktion. Auf diese Weise leistet dieser Band einen wichtigen Beitrag zur Situationsbestimmung des Verhältnisses zwischen Musik und Gesellschaft im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert.

Tobias Eduard Schick, Kompositionsstudium in Dresden und Rom, musikwissenschaftliche Promotion. Anschließend Tätigkeit als freischaffender Komponist und Autor. Lehrauftrag für Musikwissenschaft und Werkanalyse an der Hochschule für Musik Dresden. Forschungsschwerpunkte sind die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts sowie die Ästhetik der neuen Musik.
INHALT6
VORWORT10
EINLEITUNG12
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN26
1.1 DER HISTORISCHE KONTEXT POLITISCH ENGAGIERTER MUSIK26
1.2 SPAHLINGERS AUFFASSUNG DER BEZIEHUNGEN ZWISCHEN MUSIK UND POLITIK34
1.3 ZU DEN MUSIKPHILOSOPHISCHEN LEITVORSTELLUNGEN VON SPAHLINGERS KOMPONIEREN42
2. INHALTLICHE WELTBEZÜGE VON SPAHLINGERS TEXTGEBUNDENER MUSIK66
2.1 ZU VERFLUCHUNG FÜR DREI VOKALISTEN MIT HOLZSCHLAGINSTRUMENTEN (1983/85)66
2.2 ZU IN DEM GANZEN OCEAN VON EMPFINDUNGEN EINE WELLE ABSONDERN, SIE ANHALTEN FÜR CHORGRUPPEN UND PLAYBACK (1985)110
2.3 DAS VERHÄLTNIS VON MUSIK UND INHALT: SEITENBLICKE AUF LUIGI NONO129
3. STRUKTURELLE ANALOGIEN KOMPOSITORISCHER ORDNUNGEN138
3.1 DIE STRUKTURANALOGIE VON MUSIKALISCHEN UND GESELLSCHAFTLICHEN ORDNUNGEN138
3.2 ZU FARBEN DER FRÜHE FÜR SIEBEN KLAVIERE (1997–2005)144
3.3 BESTIMMTE NEGATION ALS KOMPOSITORISCHE STRATEGIE186
3.4 EXKURS: PASSAGE/PAYSAGE UND DIE „ALLSEITIGE KONTINUITÄT“203
3.5 DAS SCHWEBENDE GLEICHGEWICHT KOMPOSITORISCHER ORDNUNGEN IN DOPPELT BEJAHT206
3.6 DIE RELATIVIERUNG VON ORDNUNGEN – SEITENBLICK AUF VERFLUCHUNG232
3.7 ZUR DEUTUNGSPERSPEKTIVE: WIDERSPIEGELUNG UND STRUKTURELLE ANALOGIEN233
3.8 BESTIMMTE NEGATION UND UTOPIE246
4. DAS AUTOREFLEXIVE POTENTIAL DER MUSIK MATHIAS SPAHLINGERS260
4.1 DER ERKENNTNISKRITISCHE ASPEKT DER MUSIK MATHIAS SPAHLINGERS262
4.2 ERKENNTNISTHEORETISCHE VORAUSSETZUNGEN VON SPAHLINGERS AUTOREFLEXIVEM ANSATZ265
4.3 BEISPIELE FÜR SPAHLINGERS AUTOREFLEXIVEN ANSATZ269
4.4 SCHWIERIGKEITEN DES KONZEPTS DER AUTOREFLEXIVEN WAHRNEHMUNG276
4.5 MULTIPERSPEKTIVITÄT DER WAHRNEHMUNG UND DIALEKTIK VON VERSTEHEN UND NICHT-VERSTEHEN277
4.6 WECHSEL VERSCHIEDENER HÖRHALTUNGEN – FAZIT281
5. DIE VERÄNDERUNG MUSIKALISCHER PRAXIS DURCH ALTERNATIVE MUSIZIERKONZEPTE282
5.1 DIE EINFLÜSSE VON FREE JAZZ UND FREI IMPROVISIERTER MUSIK AUF MATHIAS SPAHLINGERS MUSIKDENKEN282
5.2 DIE DEMOKRATISIERUNG KÜNSTLERISCHER PRODUKTION ZWISCHEN UTOPIE UND PÄDAGOGISCHEM MODELL287
5.3 OFFENE MUSIZIERFORMEN IN DER NEUEN MUSIK316
SCHLUSSGEDANKEN UND AUSBLICKE333
QUELLEN UND LITERATUR337
QUELLEN337
LITERATUR339
REGISTER350