: Christopher Degelmann
: Squalor Symbolisches Trauern in der Politischen Kommunikation der Römischen Republik und Frühen Kaiserzeit
: Franz Steiner Verlag
: 9783515117852
: Potsdamer altertumswissenschaftliche Beiträge
: 1
: CHF 63.30
:
: Altertum
: German
: 361
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Warum trauerten römische Senatoren ständig? Vielfach berichten antike Quellen davon, dass die Römer Trauergewänder anlegten, sich einen Bart wachsen ließen, bisweilen hemmungslos weinten und sich in Verzweiflung sogar die Kleider vom Leib rissen - typische Bestandteile römischer Trauerkultur, ohne dass ein Todesfall vorlag. Christopher Degelmann geht in seiner Studie diesem Phänomen nach, indem er einerseits aufzeigt, wie fest Zeichen und Gesten des Trauerns in der römischen Politik zwischen 200 v. und 69 n. Chr. verankert waren, auch wenn sie in ihrer Wahrnehmung und Bewertung immer ambivalent blieben. Andererseits untersucht Degelmann den gezielten Einsatz solcher Szenen durch antike Literaten und stellt die verschiedenen Ausdrucksformen von Trauer zusammen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Angehörige der Oberschicht einige Symbole des Trauerns mit einem breiten Spektrum anderer Elemente aus der römischen Lebenswelt kombinierten, um ihren Standpunkt in der politischen Auseinandersetzung zu festigen oder Gegner zu sabotieren. So entsteht ein neues Bild der politischen Kultur im alten Rom.

Christopher Degelmann studierte Geschichte, Religions- und Literaturwissenschaft. Gegenwärtig ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Zuvor forschte er an der Georg-August-Universität Göttingen und am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien. Seine Interessen umfassen unter anderem die politische Kultur des alten Roms und antike Religionsgeschichte.
INHALTSVERZEICHNIS6
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS9
VORWORT10
Einleitung: Die dichte Beschreibung einer Merkwürdigkeit12
1. Forschungsstand: Vom Rechtspositivismus zur symbolischenKommunikation21
2. Zielsetzung: Zeugnisse einer lebendigen Kultur des Politischen26
3. Aufbau der Arbeit: Diskurs und Praxis28
I. TEIL: PROLEGOMENA30
1. Vorbemerkungen: Die Performanz symbolischen Trauerns32
2. Soziale, politische und juristische Voraussetzungen von Trauerakten45
II. TEIL: GESTALT UND EIGENHEITEN EINER DISKURSIVEN PRAXIS70
3. Zwischen Diskurs und Praxis: Die narrative Performanzder Trauerszenen72
4. Narrative Strategien: Die literarische Modellierungvon Trauerszenen95
III. TEIL: DAS ZEICHENREPERTOIRE SYMBOLISCHER TRAUERAKTE114
5. Abgrenzung, Zuschreibung, Abwertung: Die Kleidung der Römer116
6. Trauern und Drohen: Der planctus137
7. Aneignung und Verkehrung: Aspekte der Bestattungskultur157
8. Bitten und Werben: Praktiken der Nahbeziehungen nutzen177
9. Geschworene, Götter, Gegner: Bitten in anderen Räumen194
10. Zwischenfazit: Anzeichen einer elastischen politischen Kultur213
IV. TEIL: DIE WIRKUNG DES SQUALOR220
11. Gefühle zeigen und evozieren: (Un-)Beabsichtigte Reaktionen222
12. Anspruch, Akzeptanz, Authentizität: Zwischen Erinnerungund Invektive235
13. Rückzug und Widerstand: Reaktionen politischer Gegner250
V. TEIL: ZUSAMMENFASSUNG264
14. Die Gegenprobe: Erwartbares und nicht-erwartbares Verhalten266
15. Das Ende symbolischer Trauerakte: Verschleiß und Prinzipat278
16. Fazit: Eine politische Kultur in Bewegung291
QUELLENVERZEICHNIS304
LITERATURVERZEICHNIS308
ABBILDUNGSNACHWEISE332
INDEX334
1. STELLENREGISTER334
2. PERSONENREGISTER351
3. SACHREGISTER356