: Wolfgang Grin
: MH370 - Tagebuch der Apokalypse
: Morawa Lesezirkel
: 9783990705834
: 1
: CHF 2.60
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
Als frühmorgens am 8. März 2014 Julia O'Neil - Leiterin des Secret Service - in den Situation-Room des Weißen Hauses gerufen wird, ahnt noch niemand das gesamte Ausmaß der Katastrophe. Eine Linienmaschine der Malaysia Airlines ist knapp nach dem Start in Kuala Lumpur von den Radarschirmen der Luftüberwachung verschwunden und mit ihr jeglicher Funkkontakt. Schnell wird in den Augen der Weltöffentlichkeit von einem tragischen Flugzeugunglück gesprochen. Wissen die Geheimdienste mehr? Warum schweigen sie? Ist die ganze Wahrheit hinter dem verschwundenen Passagierflugzeug etwa nur ein kleiner Teilaspekt einer weit größeren Verschwörung? Knisternde Hochspannung im Geheimdienstmilieu über einen vereitelten Terroranschlag

Wolfgang Grin, geboren 1966 in Wien, hat an der Universität Wien Humanmedizin studiert und ist Facharzt für Frauenheilkunde. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen fand er frühzeitig den Zugang zum Sachbuchgenre und im späteren Alter zur Belletristik. Vor allem ethisch-soziologische Probleme und die oft damit in Zusammenhang stehenden gesellschaftlichen Widersprüche faszinieren ihn und stellen die Basis seiner literarischen Überlegungen dar. Gerade simple Zusammenhänge in einem komplexen, globalen Kontext stellen für ihn eine Attraktivität in der Themenwahl dar, wie auch im vorliegenden Fall das Schicksal des Fluges MH370.

Islamabad, Pakistan


4. Oktober 2013 / 8:00 a.m. PKT


Kaum war das Flugzeug auf dem Vorfeld ausgerollt und die Türe geöffnet, war er wieder da. Der Gestank nach Armut und Elend. Eine Ausdünstung, die sich tief bis in die hintersten Hirnwindungen von Joes Gedächtnis gebrannt hatte. Die Passagiere der Businessclass rappelten sich langsam auf mit einer Mischung aus Argwohn und Unbehagen gegenüber der heißen Luft, die durch die offene Kabinentür einströmte. Waren es nur die Spuren des nächtlichen Langstreckenfluges, die einen den Schweiß auf der Stirn aufsteigen ließen oder doch die Hitze, die sich erbarmungslos in Windeseile breit machte. Es war knapp nach acht Uhr morgens und die gleißende Luft auf dem Vorfeld des Islamabad International Airport betrug mit Garantie schon mehr als achtunddreißig Grad Celsius. Joe schnappte sich seine Lederjacke aus dem Gepäcksfach über seinem Sitz und versuchte, sich im Mittelgang der Maschine aufzurichten. Auch das noch, dachte er, als er merkte, dass das Hauptgebäude weit von der Maschine entfernt war. Also runter die Gangway und zu Fuß über das Flugfeld, resignierte Joe beim Anblick