Andrew wusste nicht, wann er zuletzt etwas so genossen hatte wie diese sanfte Massage. Obwohl er Sport trieb, fühlte sich die Schulterregion ständig verkrampft an. Emma drückte den Daumen in die harten Stellen und massierte sie.
Kurze Zeit später ließ sie die Hände nach vorne gleiten und öffnete die oberen Knöpfe seines Hemdes, sodass die Berührung ihrer Finger auf seiner Brust bis zwischen seine Beine schoss. Sein Penis zuckte, und am liebsten hätte er die Hand auf den Schritt gelegt. Hoffentlich bekam er keinen Steifen. Das wäre ihm vor seiner Sekretärin zu peinlich. Es war schon schlimm genug, dass sie ihn in seinen Träumen quälte. Oder träumte er vielleicht gerade? War er vor Erschöpfung eingeschlafen?
Er traute sich nicht die Augen zu öffnen, aus Angst, sie würde mit ihren Zärtlichkeiten aufhören. Gebannt wartete er darauf, dass sie seine halb entblößte Brust streichelte, stattdessen zog sie das Hemd am Nacken tiefer und setzte ihre Massage fort. Beinahe entfuhr ihm ein Stöhnen, so herrlich fühlten sich ihre Berührungen an.
Was sollte er von ihrem Benehmen halten? Das war offensichtlich ein Anmachversuch – und der passte nicht zu der Ms. Frost, die er bisher kennengelernt hatte. Er schätzte sie gewissenhaft, eifrig und eher steif ein, obwohl ihre Bewegungen geschmeidig und elegant waren, ja, beinahe anmutig, als wäre sie keine Sekretärin, sondern eine Königin. Ihre Businesskostüme ließen zwar erahnen, was für eine umwerfende Figur sie darunter besaß, zumindest wenn sie wie jetzt ihr konservatives Jäckchen abgelegt hatte. Und außerdem hatte er sie heimlich beim Joggen beobachtet. Aber die hochgesteckten Haare und ihre kühle Art hatten bisher eher ein wenig abschreckend auf ihn gewirkt. Plötzlich erschien sie ihm wie ausgewechselt. Ja, offenbar machte sie ihn tatsächlich an! Sollten sich seine erotischen Träume erfüllen? Er konnte es kaum fassen!
Andrew lauschte ihrem schneller werdenden Atem und genoss weiterhin ihre Finger an seinem Nacken. Ab und zu verirrten sie sich an seinen Hals, streichelten ihn sanft und fuhren über seine Ohrmuscheln.
Er erschauderte wohlig. Ob er sich mit Emma vielleicht eine geheime Affäre erlauben konnte? Bei dem Gedanken daran, sie gleich hier auf seinem Schreibtisch zu nehmen, wurde er im Nu hart.
Er riss die Augen auf, drehte sich im Stuhl zu ihr herum, schob ihren kurzen Rock nach oben und zog sie zu sich.
Mit einem leisen Aufschrei landete sie rittlings auf seinem Schoß, woraufhin sie sich mit ihren langen Beinen an seine Hüften klammerte. Ihre Finger krallten sich in seine Schultern, und sie senkte den Kopf, als würde sie sich schämen, dass er zwischen ihre Beine sehen konnte. Er hatte tatsächlich nur Augen für den schwarzen Spitzenstoff, der unter dem hochgeschobenen Rock hervorblitzte. Andrew legte die Hände auf die bestrumpften Schenkel, danach fixierte er ihre Brüste, deren harte Nippel gegen die Seide der Bluse drängten.
Emma hielt weiterhin den Kopf gesenkt und atmete schwer. Aber er wollte ihr ins Gesicht blicken, wollte ihre Emotionen erforschen und wissen, was hinter dieser süßen Stirn vorging.
Andrew hob ihr Kinn mit dem Zeigefinger. »Sieh mich an, Emma.«
Sie zögerte kurz, dann schaute sie ihm fest in die Augen – und Andrew stockte der Atem. Emmas Iriden waren außergewöhnlich schön. Um die Pupillen leuchtete ein sattes Grün, das an den Rändern in ein dunkles Goldgelb überging. Das war ihm bisher nie aufgefallen, auch nicht, welche langen natürlichen Wimpern sie besaß. So genau hatte er sie noch nie betrachtet, aus Angst, sie könnte merken, was sie mit ihm anstellte. Ihm kam es vor, als würde eine völlig fremde Frau auf seinem Schoß hocken.
»Ich will dich küssen«, sagte er, ohne über seine Worte nachzudenken.
Ja, er wollte sie t