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In dem engen Tunnel aus Beton konnten bloß zwei Personen nebeneinander gehen. Wenigstens war es angenehm kühl, denn Steels Körper glühte immer noch. Er lief mit Rock am Ende der Schlange, wobei Steel der rothaarigen Huntress ständig auf den Arsch sehen musste. Perfekt geformt, drall, einladend … und das Beste: Er hatte ihn schon in den Händen gehabt.
Rock, auf dessen kahlem Schädel sich das grelle Licht der Lampen spiegelte, stieß ihn an und deutete auf die Frauen vor ihnen. Einige stellten unentwegt Fragen, wo sie nun hingebracht würden und wie lange es noch dauerte, während sich Rhona aufmerksam umsah. Steel fühlte regelrecht, dass sie die Falle witterte.
Als sie ihrer Nebenfrau – einer kleineren Blonden – etwas zuflüstern wollte, klopfte er ihr auf den Rücken. Er durfte ihr keine Gelegenheit geben, Panik auszulösen. »Wir haben gar nicht gewusst, dass wir Schwestern haben.«
Sie schenkte ihm ein überhebliches Lächeln über die Schulter. »Man lernt nie aus, Krieger.«
Ihre Stimme! Leicht rauchig, verführerisch, geheimnisvoll … Er räusperte sich und versuchte sich in Charme zu hüllen, was nicht einfach war für jemanden, der normalerweise nie mit Frauen flirtete. »Frechen Mädchen versohle ich am liebsten den Hintern.« Zu gerne wollte er ihre knackigen Pobacken berühren. Ihrenackten knackigen Pobacken.
Ihr Lächeln verschwand, und sie wandte ihm wieder den Rücken zu, wobei sie irgendetwas murmelte, das sich nicht freundlich anhörte.
Fuck, er hatte wohl das Falsche gesagt.
Er unternahm einen neuen Versuch. »Dir wird es hier gefallen. Ich zeige dir gerne die Stadt und so …«
Als er neben sich ein Schnauben vernahm, schaute er auf Rock. Sein Bruder verkniff sich ein Grinsen und verdrehte die Augen.
Mann, er musste sich wirklich dämlich anstellen, aber er war nicht mehr Herr seiner Sinne. In dem engen Tunnel staute sich der Duft der Kriegerinnen, und Rhonas Geruch stieg ihm am stärksten in die Nase. Ja, er konnte ihn von allen anderen unterscheiden und herausriechen. Was benutzten diese Frauen für ein Parfüm? Niemals hatte er etwas Besseres gerochen, süß und verlockend.
»Was?«, zischte er. Rock sollte froh sein, dass er die Jägerinnen ablenkte.
Der Glatzkopf schüttelte den Kopf und versuchte, ernst zu bleiben. »Nichts.«
Steel atmete auf, als sie endlich das Gefängnis erreichten, oder besser gesagt: eine große Stahltür, die direkt in den Keller der Untersuchungsanstalt führte.
Die Krieger wurden langsam unruhig und flirteten ungeniert mit den Frauen. Konnten sich die Kerle keine halbe Stunde zusammenreißen? Wenn er es schaffte, dann die anderen doch au… Erneut stieg ihm Rhonas Aroma in die Nase und ihm wurde kurz schwindelig vor Lust, als pures Testosteron durch seine Adern rauschte. Plötzlich wollte er jeden Mann ausschalten, der Rhona auch nur anstarrte. Rock befand sich in seiner und daher auch in Rhonas unmittelbarer Nähe. Steel ballte die Hände zu Fäusten und atmete tief durch. Was passierte mit ihm? Warum drehte er gleich durch? Es wurde Zeit, dass sie endlich Abschied nahmen und sich sein Verstand klärte. Irgendetwas stimmte hier nicht.
Eine heiße Braut nach der anderen schritt durch die Tür in den Kellerraum, wobei Rhona immer nervöser wurde, doch sie konnte nicht wissen, dass sie direkt ins Gefängnis spazierten. Oder lag es an der sexuellen Spannung? Sie fuhr sich ständig durchs Haar oder wischte die Finger an den Oberschenkeln ab. Ihrer blonden Schwester flüsterte sie seltsame Worte zu: »Him mabakeb kabao«, und die andere nickte. Steel hatte diese Sprache niemals zuvor gehört. Daraufhin drehten sich die beiden Frauen um, wobei Rhona ihn zuckersüß anlächelte.
»Krieger«, säuselte sie, während Blondie etwas Ähnliches zu Rock sagte. »Ich will, dass du miralles zeigst.«
Was du willst, dachte er und schluckte hart, als sie die Hände an seine Brust legte. Leider spürte er von ihrer Berührung nicht viel, da er unter dem Overall eine Schutzweste trug. Präsident Pearson hatte die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen. Aber er fühlte sehr wohl, was in ihm vorging. Er wollte ihr nur noch diese enge Hose vom Leib reißen und sein Gesicht zwischen ihren prallen Brüsten vergraben.
Während er wie hypnotisiert in ihre blaugrünen Augen starrte, ging sie rückwärts weiter, wobei ihre Hüften einladend wiegten. Noch wenige Schritte, dann waren auch sie im Gefängnis.
Ihr Knie traf Steel völlig unerwartet – und der Tritt in seine Eier saß. Stöhnend sackte er zusammen und schnappte nach Luft; zeitgleich warf sich Rock auf die blonde Kriegerin und hielt sie fest. Zum Glück befanden sich die anderen Huntress bereits alle im Gefängniskeller. Die Stahltür wurde aus Sicherheitsgründen verriegelt, da nach der Attacke ein Tumult ausgebrochen war, während er, Rock, Blondie und Rhona im Tunnel zurückblieben.
Fuck, das Miststück hatte ihm die Hoden gequetscht! Der ziehende Schmerz drang bis tief in seinen Bauch, doch er presste die Kiefer aufeinander und rappelte sich auf.
Das wird sie mir büßen!, dachte er und ärgerte sich über sich selbst, schließlich waren sie vor den Huntress gewarnt worden. Wäre die Attacke von eine