: Joanna Lisiak
: Ordnungs-Yoga Zeit fürs Wesentliche
: Books on Demand
: 9783746002705
: 2
: CHF 8.50
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 260
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ordnungs-Yoga ist ein Ratgeber für alle, die sich mehr Struktur und Ordnung (mentale wie physische) in ihrem Leben wünschen, um ihre Ziele besser zu erreichen. Es ist für Menschen geschrieben, die anstreben, ihre Ressourcen besser zu nutzen und die ihre Wünsche konkret in Pläne umwandeln möchten. Es ist ein Buch für alle, die seit langer Zeit in Arbeit zu versinken drohen und endlich wieder mal den Horizont sehen wollen. Nicht zuletzt soll das Buch eine Stütze sein für diejenigen Menschen, die sich selbst entfremdet und verloren haben und einen Motivationsschub brauchen, um auch mal ganz von vorne zu beginnen. Ordnungs-Yoga stellt die Rahmenbedingungen für die richtigen Ansätze und Schritte, verrät einige Tricks und gibt Tipps. Dabei wird der Leser immer wieder auch vor Fragen gestellt. Das Buch veranschaulicht, dass man die eigene Weitsicht auf sein eigenes Leben, aber auch den Fokus aufs Wesentliche schärfen kann, trotz einengenden Alltagsstrukturen, Zeitknappheit, wiederkehrendem Chaos und unvorhergesehenen Zwischenfällen. Ziel ist es, mit mehr Ordnung im Leben befreiter zu sein, sich besser entfalten zu können, mehr Zeit zu haben. Zeit für andere Dinge als für die Ordnung nämlich. Ordnungs-Yoga beginnt bewusst bei 0, das heißt direkt beim Leser und nicht bei einer konkreten Aufgabe. Denn Ordnungs-Yoga möchte nicht suggerieren, dass man in 10 Schritten das ganze Leben im Griff hat, wenn man lediglich ein paar Regeln beachtet. Das Buch richtet sich an das individuelle Leser-Du und dessen ganz eigenen, komplexen Kosmos. Durch direkte Fragestellungen regt Ordnungs-Yoga den Leser an zu einem aufrichtigen Dialog mit sich selbst und unterstützt ihn dabei durch die sich im Buch in fast jedem Kapitel befindenden Tipps. Das Buch geht auf Kernthemen wie Zeit, Effizienz, Struktur, Checklisten etc. ein. Themen, die ein Grundgerüst bilden rund ums Thema der Ordnung. Der Leser wird in jedem Kapitel durch einleitende Worte auf einfache Weise abgeholt und mit anschaulichen Tipps aus dem Kapitel wieder entlassen.

Joanna Lisiak ist in Polen geboren und lebt seit ihrem zehnten Lebensjahr in der Schweiz. Zahlreiche eigene Buchpublikationen im Bereich Lyrik und Kurzprosa. Sie schreibt auch dramatische Texte sowie Hörspiele. Nebst ihrer literarischen Arbeit ist sie Jazzsängerin. Mitglied u.a. von AdS, Autoren der Schweiz und P.E.N., International Poets, Essayists, Novelists.

1. Ich blicke mich ein wenig um


Ich behaupte ein relativ kreativer, immer wieder von neuen Ideen aufgesuchter, spontaner und daher wahrscheinlich ein verhältnismäßig freier Mensch zu sein. In mir wohnt eine Seele, die die Ordnung liebt, aber nicht der Ordnung willen alleine. Ordnung an und für sich ist genauso lebendig und nützlich wie ein Stück Papiergeld in einem abgeschlossenen Raum. Erst durch die Phantasie und die Möglichkeiten, die sich durch Denken, was mit diesem abstrakten Geld passieren könnte, auftun, wird es wirklich wertvoll. Wenn das Geld tatsächlich in etwas umgewandelt wird, das wir erleben, essen, besitzen können. Ähnlich verhält es sich mit der Ordnung und den Ordnungsmenschen. Dass Meier ordentlich ist, ist mir egal, erst recht, wenn er unsympathisch ist, nicht mal weiß wie er sich richtig anziehen soll, aus dem Mund riecht und sonst wie nichts mit meinem Leben zu tun hat. Meier übt keine wirkliche Faszination auf mich aus, bloß weil er seine Gewürze alphabetisch geordnet hat, immer weiß, welche Zeit es ist, seine Ferien stets drei Monate im voraus bucht und im Urlaub das Budget nicht überschreitet. Ebenso ist mir einerlei, dass sich in Hochglanzmagazinen 800 m2 große Wohnungen der minimalistischen Zen-Ästhetik hingeben können, weil die Voraussetzungen dank unsichtbaren Reduits, Kellern, Einbauschränken selbst für Sammler optimal sind, wenn ich nun mal in einer 50 m2 Wohnung all mein Hab und Gut unterbringen muss und eine Tendenz zum Sammeln beobachte. Was nützt mir zu wissen, dass die heutigen Schubladensysteme einer neuen Generation angehören und wahre Ordnungswunder sind, wenn ich nun mal Erbin einer alten, quietschenden, überquellenden Schubladenkommode bin, die zu einem Möbelstück gehört, an dem ich emotional hänge. Nun, es ist immer gut einfach mal informiert zu sein, und es ist noch besser, sich zu überlegen, wie man die Informationen für sich evaluiert und verarbeitet.

Informiere dich erstmals rein physisch und finde heraus, wenn du es noch nicht weißt, welche Priorität die höchste für dich sein könnte. Geh in einen gepflegten Stadtpark und genieß die Zeit dort. Vielleicht wird dir der Anblick Lust machen, endlich auch deinen Garten auf Vordermann zu bringen. Blättere in Wohnbüchern, Einrichtungskatalogen oder Wohnzeitschriften. Vielleicht wird dich ein schön aufgeräumtes Schlafzimmer anregen, einen neuen Schrank zu kaufen oder die Farbpalette zu minimieren. Geh in den Keller und finde heraus, ob dir die Kellersysteme deiner Nachbarn besser gefallen und brauchbarer erscheinen als deine eigenen. Geh in eine gut sortierte Papeterie und schau dir die ganzen Systeme genau an: welche machen für dich am meisten Sinn? Ordner oder Hängeregister