: Wolfgang Blöß
: Kommunale Strukturen im Spannungsfeld gesellschaftlicher Umwälzungen Die Grenzen von Gemeinden und Kreisen in Brandenburg 1945-1952
: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag
: 9783830522331
: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs
: 1
: CHF 0.50
:
: Regional- und Ländergeschichte
: German
: 810
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Dieser Titel ist unter der Lizenz CC-BY-NC-ND 4.0 im Open Access verfügbar. | This book is open access under a CC-BY-NC-ND 4.0 license.°°°°Die Jahre nach 1945 waren in der Mark Brandenburg eine Zeit des Aufbaus. Um aus der verwüsteten Provinz ein lebensfähiges Land zu schaffen, gab es große Herausforderungen zu bewältigen: Die Siegermächte hatten neue Grenzen gezogen und das°°Territorium beschnitten. Flüchtlingstrecks waren über das Land gezogen und oft dort geblieben, wo sich gerade Obdach bot. Staatliche und kommunale Verwaltung existierte nicht mehr, ihre Träger waren geflohen oder festgesetzt. Die Chance, an Strukturen und Erfahrungen aus der Weimarer Republik anknüpfen zu können, war gering, zu groß der gesellschaftliche Umbruch in der SBZ. Trotzdem musste der Neuaufbau von einer kritischen Prüfung der über Jahrhunderte gewachsenen administrativ-territorialen Ordnung ausgehen. Wolfgang Blöß greift in seiner Analyse Fragen von Grenzverständnis, Grenzverlauf und Grenzänderung auf und untersucht die Problemstellung und Ergebnisse des Prozesses, aus dem die inneren Grenzen Brandenburgs nach 1945 hervorgingen, ehe das Land sich in einen neuen Staat fügte, wie es ihn zuvor noch nie gegeben hatte.
Inhaltsverzeichnis7
Kartenverzeichnis19
Tabellenverzeichnis21
Abkürzungsverzeichnis23
Geleitwort des Herausgebers25
Einleitung33
Historischer Raum und Verwaltungshandeln33
Stand der wissenschaftlichen Bearbeitung und Quellenlage39
Erläuterungen50
Die Ausgangslage nach dem Krieg52
1. Die Gemeindestruktur61
1.1. Verwaltungsorganisation und Selbstverwaltung nach Kriegsende61
1.2. Frühes Chaos: Besatzungshoheit und erste Selbstbestimmungsversuche69
1.3. Erlangung der Handlungshoheit: Gestaltung des rechtlichen Rahmens84
1.4. Zwischenzustand: Warten auf grundlegende Reformen94
1.5. Auf der Suche nach Verfahren und Kriterien96
1.5.1. Verständigung über Landesgrenzen hinaus: Ermächtigungsgesetz?96
1.5.2. „Wir sind verantwortlich für die Entwicklung, nicht die Besatzungs behörde“: Versuche zur Erlangung der Entscheidungshoheit102
1.5.3. Eingemeinden, Ausgemeinden, Zusammenschließen: Formulierung von Entscheidungskriterien111
1.5.4. Versuch und Irrtum: Die Bearbeitung von Einzelfällen130
1.6. „Diese laienhafte Aufteilung“: Landwirtschaftliche Betriebsformen gegen territoriale Strukturen143
1.6.1. „Wir haben die Planung nach der Handlung vorgenommen“: Wirtschaftsfl äche und Gemeindebezirk143
1.6.2. „Die Sache ist noch nicht vorangetrieben“: Durchführungsverordnung oder Gesetz?150
1.6.3. Die Neusiedlung „treffsicher“ einfügen: Die Neubauernsiedlung als Problem der Siedlungs- und der Kommunalpolitik162
1.6.4. „Keine reinen Neubauerndörfer schaffen!“ Umsetzung der politischen Absicht in kommunalpolitisches Handeln171
1.6.5. Umgang mit den „Schmerzenskindern“: Fallbeispiele179
1.7. „Die Einwohner von Kruge sehen sich durch die Koppelung mit Gersdorf in ihrer Entwicklung gehemmt“: Drei Neubauerngemeinden entstehen193
1.7.1. Damsdorf – Glienig (Kr. Luckenwalde)194
1.7.2. Kruge – Gersdorf (Kr. Oberbarnim)195
1.7.3. Möglin – Schulzendorf (Kr. Oberbarnim)196
1.8. Neuheim und andere: Sonderfälle197
1.9. „Selbständige Gutsbezirke sind weder in der Landesverfassung, noch in der Demokratischen Kreisordnung, noch in der Demokratischen Gemeindeordnung vorgesehen“: Umgang mit den Gutsbezirken201
1.10. „Westlich von Oder/Neiße befinden sich verschiedene Geländeflächen ohne Gemeindezugehörigkeit“: Zuweisung ortschaftsloser Flächen aus Gemeindebezirken östlich von Oder und Neiße gelegener Orte221
1.11. Gemeindebezirksänderungen: Ergebnisse225
2. Die Kreisorganisation229
2.1. Kreisgrenzen als politisches und strukturelles Problem229
2.2. „Wir weinen diesen Stellen keine Träne nach“: Die Bezirksverwaltungen240
2.3. „Da die vorläufige Grenzziehung noch nicht als endgültig betrachtet werden muss …“: Handlungsbedarf an der Ostgrenze nach Kriegsende251
2.3.1. „Dieses Kreisrestgebiet ist in dieser Größe als selbständige Gebietskörperschaft nicht existenzfähig“: Der Restkreis Königsberg/NM252
2.3.2. „Man kann schon mit einem Federstrich einen ganzen Kreis auflösen, die davon betroffenen Volksgenossen können diese Maßnahmen nicht begreifen“: Der Restkreis Sorau255
2.3.3. „Durch die neue Grenzziehung soll der Restkreis Guben aufgeteilt werden“: Der Landkreis Guben263
2.4. Der Umgang mit den überkommenen Kreisstrukturen in den anderen Territorien der SBZ266
2.4.1. Mecklenburg266
2.4.2. Sachsen270
2.4.3. Provinz Sachsen271
2.4.4. Thüringen273
2.5. Änderung von Kreisgrenzen durch Umgliederung von Gemeinden274
2.5.1. Grenzänderungen zwischen Stadt- und Landkreisen275
2.5.2. Grenzänderungen zwischen Landkreisen298
2.6. Aufgeben oder Behaupten: Die Umlandgemeinden und kreisfreien Städte in den anderen Territorien der SBZ307
2.6.1. Mecklenburg308
2.6.2. Sachsen308
2.6.3. Sachsen-Anhalt309
2.6.4. Thüringen313
2.7. Die Strukturprobleme brechen auf: Lösungsversuche. Kreisgrenzen im Südosten315
2.7.1. „Auch nach drei Jahren intensivsten Wiederaufbaus konnte die trostlose Lage des Kreises nicht entscheidend verbessert werden“: Noch einmal Landkreis Guben315
2.7.2. „Die äußeren Kreisgrenzen verlaufen ohne Beachtung geographischer Naturgegebenheiten und wirtschaftlicher Strukturbedingtheiten“: Neue Strukturen für das Niederlausitzer Braunkohlenrevier317
2.7.3. „Wenn wir die Eingemeindung erreicht haben, dann hat sich das politische Rad in Cottbus um 1800 gedreht“: Stadtkreis Cottbus323
2.7.4. „Die Forderung der Ost/West-Freundschaft zwingt zur Schaffung von wirtschaftlich und politisch starken Grenzkreisen“: Grenzkreis Forst608325
2.8. Ansätze zu grundlegenden Lösungen: Entwicklung von Konzeptionen328
2.8.1. Die Vorschläge von Pries von Mai und Oktober 1948332
2.8.2. Die Vorschläge der Landesplanung vom Oktober und November 1948341
2.8.3. Die Vorschläge von Pries bzw. der Landesplanung vom Januar bzw. März 1949344
2.9. Lösungsversuche in anderen deutschen Territorien361
2.9.1. Mecklenburg361
2.9.2. Sachsen363
2.9.3. Sachsen-Anhalt364
2.9.4. Thüringen373
2.9.5. Exkurs: Hessen376
2.10. Strukturreform oder Funktionalreform? Die Entscheidungen der Jahre 1948/49380
2.10.1. Die neue Aufgabe: Leitung und Planung der Volkswirtschaft380
2.10.2. Die Entscheidungen des Jahres 1948385
2.10.3. Umwege und Auswege390
2.11. Auf dem Weg zu einer Verwaltung neuer Prägung404