If you can’t smile and say yes (please don’t cry and say no)
Greta Grunwald stand am Fenster und blickte hinaus auf diesen regnerischen Juni-Tag. Es war der Tag nach ihrem zweiundvierzigsten Geburtstag, den sie gestern gefeiert hatte. Es war bereits Juni doch der Sommer ließ heuer noch auf sich warten. Im Hintergrund lief eine alte Schallplatte von Nat King Cole. Greta mochte diese Art von Musik, die so einschmeichelnd war und in der ein wohliges Gefühl der guten alten Zeit mitschwang. Die Musik beruhigte sie und gab ihr Kraft und positive Energie. Doch auch die sanfte Musik half ihr heute nicht zu ihrer gewohnten Ruhe zu finden. Ihre Gedanken schweiften ab, eigentlich hatte sie alles was man sich nur wünschen konnte und doch spürte sie seit geraumer Zeit eine unerklärbare Unzufriedenheit, die sich langsam und immer stärker in ihr Bewusstsein schlich. Sie versuchte die trüben Gedanken abzuschütteln."Wird wohl nur das Wetter sein, wenn die Sonne scheint, geht's mir bald wieder besser," dachte sie bei sich. Sie drehte sich um und blickte sich in ihrer Luxuswohnung im Wiener Nobelbezirk Döbling um. Die Wohnung hatte sie gemeinsam mit Gregor vor einigen Jahren bezogen.
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Gregor – wenn sie an ihn dachte wurde ihre innere Unruhe noch stärker. Was war nur los mit ihr? Sie waren nun schon seit zehn Jahren zusammen und galten als absolutes Traumpaar. Er, der gutaussehende Banker und sie, die schöne Wirtschaftsingenieurin. Beide waren sie sehr erfolgreich in ihren jeweiligen Berufen, hatten ein reges Sozialleben und keinerlei existenzielle Sorgen. Greta seufzte, wie konnte es sein, dass sie bei all dem trotzdem so unzufrieden war?
Sie schnappte sich eine Zeitung, wie sie es jeden Sonntagmorgen, wenn Gregor im Fitnessstudio war, tat und begann lustlos darin zu blättern. Sonst konnte sie stundenlang die gut geschriebenen Artikel lesen und sich dabei wunderbar entspannen. Oftmals war sie mit ihren Zeitungen noch gar nicht fertig, wenn Gregor vom Training zurückkam und er wurde ungeduldig, wenn sie immer noch las, sobald er die Wohnung betrat. Er wollte, dass sie schon ausgehfertig war, denn nachdem er geduscht hatte stand der obligate Heurigenbesuch am Programm. Sie fuhren dann zu einem der umliegenden Lokale und trafen sich dort mit ihren Bekannten. Dort blieben sie dann zumeist bis zum Abend hängen. Doch Greta wollte heute weder lesen, noch später zum Heurigen gehe