: George Tenner
: Insel der Vergänglichkeit
: epubli
: 9783745066043
: 1
: CHF 4.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 100
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Lasse Larsson fühlt sich bei weiten nicht mehr so glücklich an seinem Arbeitsplatz in Heringsdorf wie noch vor einigen Jahren. Zu viel ist in dieser Zeit passiert. Stets war es ihm und seinem zuverlässigen Team gelungen, die ihm gestellten Aufgaben mit Erfolg zu lösen. Übergangsmäßig war er dem BKA in Berlin unterstellt wurde, das an seiner kompletten Übernahme interessiert ist. Doch das zeigt Larsson, der inzwischen Familie hat, seine Grenzen auf. Der Spagat zwischen Beruf und Privatleben wird immer schwieriger zu meistern - und nun bekommt Larsson das auch körperlich zu spüren. In dieser Zeit ereignet sich ein ungewöhnlicher Fall. Eine junge Frau wird vermisst, deren wahre Identität sich nicht klären lässt. Gleichzeitig erschüttert ein grausamer Leichenfund die Ermittler. Haben beide Ereignisse etwas miteinander zu tun? Bei seinen Ermittlungen stößt Larsson auf ein Beziehungsdrama und lang gehütete Familiengeheimnisse, aber auch auf einen verdächtigen Eskort-Service und Spuren, die zum ukrainischen Geheimdienst führen ...

Vita George Tenner *1939 1964 wurde er wegen des Versuches, aus der DDR zu fliehen, inhaftiert. 1966 floh er über die Ostsee zum Feuerschiff Gedser. 1982 veröffentlichte er seinen ersten Roman über den Geheimdienst der DDR in Verbindung mit dem Sechstagekrieg in Israel. Seit 2002 arbeitet er als freischaffender Schriftsteller.

2. Kapitel

 

Montag, 12. Mai 2008

 

Oberkommissar Feltin schaute auf das Fernschreiben, das gerade eingegangen war. Es handelte sich um eine Vermisstenanzeige aus Berlin mit der Bitte um Amtshilfe. Er ging einige Türen weiter.

Beim KDD war schon zu früher Stunde reichlich Betrieb. Das Stimmengewirr war beträchtlich. Es galt, die Fälle vom Vortage aufzuarbeiten. Zwei Einbrüche, in denen die Ermittlungsarbeiten am Vortag angelaufen waren. Die sexuelle Belästigung einer älteren Frau von mehreren Männern. Mehrere Einsätze wegen Schlägereien, die aus Trunkenheit und Angebereien entstanden waren. Beziehungsstreits, die über das normale Maß verbaler Beschimpfungen hinausgingen. Ein Verkehrsunfall mit Todesfolge allerdings forderte den Einsatz des Teams, weil bei der Festnahme und anschließender Durchsuchung des Fahrzeuges Drogen gefunden wurden. Der Fahrer saß nun in Gewahrsam, und Einsatzleiter Harald Verstappen war bei der Formulierung der Unterlage für den Richter, der eine U-Haft anordnen müsste.

»Eine Vermisstenanzeige, Harald«, sagte Feltin.

Verstappen schaute kurz auf die Nachricht aus Berlin.

»Sie vermissen eine Frau, die in der Heilgeiststraße 5 wohnen soll. Das ist das das Haus, in dem ehemals die Stralsunder Spar- und Darlehnskasse ihren Geschäften nachging, Ecke Mühlenstraße.«

»Schick einen Streifenwagen zum Abklären hin«, beschied Verstappen kurz.

Feltin ging zurück zu seinem Büro, in dem die Vermisstenfälle bearbeitet wurden. Meist hatten sie abgängige Jugendliche, die sie dann irgendwo wieder auffanden, oftmals zugekifft, oder die weggelaufen waren, weil sie mit den Zuständen, die sie umgeben hatten, nicht zurechtkamen.

»Verstappen meint, der Streifendienst soll einen Wagen hinschicken.«

»Ein typischer Montag«, stellte Mira Ludwig lakonisch und ohne sichtliche Regung fest.

Feltin nickte. Sein Gesicht drückte Widerwillen gegen die Entscheidung Verstappens aus. Zu gerne wäre er die Aufgabe losgeworden. Er ließ sich mit der Einsatzleitung der Landespolizei im Hause verbinden und trug seine Bitte vor. Man sagte ihm, dass man einen Funkwagen zur Heilgeiststraße schicken würde.

»Bin gespannt, wann die melden, was dort los ist. Wahrscheinlich gar nichts, wie so oft. Die Frau öffnet die Tür und fragt völlig erstaunt, ob die Polizei sich verklingelt habe.« Er schaute erwartungsvoll zu seiner Kollegin Mira Ludwig. Was denkt die sich nur, mir nicht sofort zu antworten, dachte er. Naja, die Weiber ...

»Ich hole mir einen Kaffee«, sagte sie. »Solle ich einen für dich mitbringen?«

Feltin nickte. »Gerne, Mira.«

Mira verließ das Zimmer in Richtung Teeküche.

 

*

 

Polizeihauptmeister Leo Funke leerte den letzten Tropfen Kaffee aus seinen Becher, als ihr Wagen von der Leitstelle gerufen wurde.

»Strela vier … Strela vier, bitte kommen.«

Funke nickte seinem jungen Kollegen Jörn Schulz zu.

»Strela vier hört«, sagte Schulz.

»Wo seid ihr gerade, Leo?«

Leo Funke ließ sich von seinem Kollegen das Mikrofon geben und sagte: »In der Jacobiturmstraße, kurz vor der neuapostolischen Kirch