: Friederike Benthaus-Apel, Sabine Grenz, Veronika Eufinger, Albrecht Schöll, Nicola Bücker
: Wechselwirkungen: Geschlecht, Religiosität und Lebenssinn Qualitative und quantitative Analysen anhand von lebensgeschichtlichen Interviews und Umfragen
: Waxmann Verlag GmbH
: 9783830984108
: 1
: CHF 27.50
:
: Sonstiges
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Religionen, Religiosität und religiöse Praktiken haben in den letzten zwei Jahrzehnten an Sichtbarkeit gewonnen. Im Zuge dessen wird die Säkularisierungsthese, die lange als gültige Beschreibung für die Entwicklung modernisierter Gesellschaften galt, kontrovers diskutiert und weiterentwickelt. In welchem Zusammenhang stehen Geschlecht, Religiosität und Lebenssinn in diesem postsäkularen Rahmen? Welche Subjektivierungs- und Fremdzuschreibungsprozesse liegen der Vergeschlechtlichung von Personen im Hinblick auf Sinnstiftung, Religiosität, Spiritualität und Kirchlichkeit zugrunde? Diese Fragestellungen werden im Rahmen dieser Studie sowohl qualitativ als auch quantitativ untersucht. So werden einerseits lebensgeschichtliche Interviews evangelisch sozialisierter oder im evangelischen Kontext engagierter Personen und andererseits repräsentative Umfragedaten des ALLBUS 2012 bearbeitet, um die Zusammenhänge zwischen Geschlecht, christlicher Religiosität und Lebenssinn zu erklären. Die Ergebnisse zeigen vielfältige Bezüge zwischen Geschlechterkonstruktionen und individueller Sinnstiftung.

Friederike Benthaus-Apel, Dr. phil., Professorin für Soziologie an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe. Arbeitsschwerpunkte: Religionssoziologie, Soziale Ungleichheitsforschung, Genderforschung.
Buchtitel1
Impressum4
Danksagung5
Inhalt7
1. Geschlecht, Lebenssinn und Religion: zur Einführung11
1.1 Zur Entwicklung der Geschlechter- und Religionsforschung16
1.2 Der geschlechtertheoretische Ansatz18
1.3 Die Verwendung des Religionsbegriffes19
1.4 Interdependenzen von Lebenssinn und Geschlecht21
1.5 Zum Aufbau des Buchs22
2. Subjektivierungen, Geschlecht und (religiöser) Lebenssinn: Lebensgeschichtliche Interviews im evangelischen religiösen Feld (Sabine Grenz/Albrecht Schöll)26
2.1 Konstruktionen in Wechselwirkung: Religion, Lebenssinn und Geschlecht in lebensgeschichtlichen Interviews26
2.1.1 „Sinn“ in seiner etymologischen Bedeutung28
2.1.2 Sinn in der Soziologie: Subjektiver, objektiver und inkorporierter sozialer Sinn29
2.1.3 Oevermanns Strukturmodell einer sinnhaften Lebenspraxis und Religiosität30
2.1.4 Sinn und Geschlecht35
2.1.5 Vom Sinn zur Genealogie des Lebenssinns37
2.1.6 Zur Genealogie des Geschlechtersinns41
2.1.7 Das Zusammenwirken von Geschlecht und (religiösem) Lebenssinn: Zum Aufbau der qualitativ-empirischen Studie45
2.2 Praxeologie und Diskursanalyse: Zu den methodischen Überlegungen der qualitativ-empirischen Lebenssinnstudie46
2.2.1 Die Diskursgruppe: Evangelische und in evangelischen Gemeinden Engagierte46
2.2.2 Die Datenerhebung: qualitativ-empirische Interviews50
2.2.3 Zur Interpretationsmethodik50
2.2.4 Gegensatzpaare als Strukturierungsprinzipien von Sinn und Geschlechterverhältnis in Anlehnung an Bourdieu52
2.2.5 Das diskursive Archiv und das diskursanalytische Verfahren59
2.3 Lebenssinn, Geschlecht und Engagement in der Evangelischen Kirche: Die praxeologische Perspektive65
2.3.1 Frau Matzner: Sich selbst befreien und bei Ungerechtigkeit eingreifen65
2.3.1.1 Die Gegensatzpaare im Überblick66
2.3.1.2 Die Herkunftsfamilie68
2.3.1.3 Erste Ehe72
2.4.1.4 Beruflicher Werdegang75
2.4.1.5 Zweite Partnerschaft/Ehe77
2.3.1.6 Langfristig wirkende Dispositionen und Gegensatzpaare78
2.3.1.7 Modus der Lösung von Differenzerfahrungen81
2.3.2 Herr Matzner: Anderen helfen83
2.3.2.1 Die Gegensatzpaare im Überblick84
2.3.2.2 Die soziale Situation der Herkunftsfamilie86
2.3.2.3 Herrn Matzners gegenderte Beziehung zur Herkunftsfamilie87
2.3.2.4 Stationen des sozialen Abstiegs: Schule und beruflicher Werdegang – Krankheiten88
2.3.2.5 Stationen des sozialen Aufstiegs von Herr Matzner91
2.3.2.6 Ehrenamtliches Engagement95
2.3.2.7 Langfristig wirkende Dispositionen und Gegensatzpaare97
2.3.3 Die berufliche Karriere der Frau Inthorn: „Also wenn Sie meine Frau wären, das würde ich Ihnen verbieten“.100
2.3.3.1 Die Gegensatzpaare im Überblick100
2.3.3.2 Die Herkunftsfamilie101
2.3.3.3 Beruflicher Werdegang106
2.3.3.4 Die Partnerbeziehung und die Familie von Frau Inthorn107
2.3.3.5 Ehrenamtliche Tätigkeiten als konstitutiver Teil des Lebensstils von Frau Inthorn110
2.3.3.6 Religiosität und Lebenssinn110
2.3.3.7 Langfristig wirkende Dispositionen und Gegensatzpaare114
2.3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse115
2.3.4.1 Die Macht von Herkunft, Generationenlage und Geschlecht115
2.3.4.2 Struktur und Prozesscharakter der Gegensatzpaare116
2.3.4.3 Transformation und Veränderung118
2.3.4.4 Moment der Bewährung und Bewährungsmythos120
2.3.4.5 Lebenssinn, Religiosität und Kirche122
2.4 Subjektivierter (religiöser) Lebenssinn: Die diskursanalytische Perspektive123
2.4.1 Zur Binnendifferenzierung der Gruppe: Subjektivierung (religiösen) Lebenssinns123
2.4.1.1 Religiöse Zugehörigkeit, Kirche und Geschlecht124
2.4.1.2 Religiöse Zugehörigkeit, Kirche und Sexualität132
2.4.1.3 Vergeschlechtlichte Elternschaft, Beruf und kirchliches Engagement140
2.4.1.4 Kirche als Ort und Institution gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse158
2.4.2 Die Normativität des Diskurses oder: Seinem Leben einen Sinn geben164
2.4.2.1 Die Beziehung von Lebenssinn und religiöser Zugehörigkeit165
2.4.2.2 Lebenssinn und Elternschaft167
2.4.2.3 Der Sinn als roter Faden und/oder Lebensmotto169
2.4.3 Das Lebendige und sein Gegenteil oder: die Ausgrenzung der Sinnlosigkeit176
2.4.3.1 Lebenssinn versus Funktionieren177
2.4.3.2 Im Angesicht der Begrenztheit des Lebens181
2.4.3.3 Der Tod als einschneidendes Erlebnis184
2.4.3.4 Sich abstoßen vom Tod189
2.4.3.5 Das ungewisse Leben nach dem Tod189
2.4.3.6 Die Gewissheit eines Lebens nach dem Tod191
2.4.4 Subjektivierungen von Lebenssinn: Rekapitulation und Fazit195
2.4.4.1 Die Binnendifferenzierung der Gruppe196
2.4.4.2 Reproduktionsweisen individualisierten Lebenssinns202
2.4.4.3 Verworfene Sinnlosigkeit204
2.5 Wechselwirkungen von (religiösem wie säkularem) Lebenssinn und Geschlechterkonstruktionen: abschließende Zusammenschau des qualitativ-empirischen Kapitels207
3 Geschlecht, Religion und Lebenssinn: Analysen ihrer Interdependenz anhand der Daten des ALLBUS 2012 (Friederike Benthaus-Apel/Veronika Eufinger)213
3.1 Erklärungsansätze zum Gender Gap in Religiosität, Kirchlichkeit und Spiritualität und ihre Relevanz für die These der Feminisierung des Religiösen213
3.1.1 Gender Gap und Feminisierung des Religiösen216
3.1.2 Zur Feminisierung von Religion in kirchlichen Organisationen – Geschlechter(un)gleichheit in der evangelischen Kirche?220
3.1.3 Spiritualität – Ausdruck einer Feminisierung des Religiösen auf der Ebene religiöser Selbst- und Fremdzuschreibung?221
3.2 Empirische Analysen zu Religion, Geschlecht