: Ali McNamara
: Rosies wunderbarer Blumenladen Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641204211
: 1
: CHF 5.40
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: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als Poppy den Blumenladen ihrer Großmutter Rosie im malerischen Küstenstädtchen St. Felix in Cornwall erbt, ist sie alles andere als begeistert. Im Gegensatz zum Rest ihrer Floristen-Familie möchte Poppy weder mit Blumen noch mit St. Felix etwas zu tun haben – denn mit beidem verbindet sie traurige Erinnerungen. Doch den letzten Wunsch ihrer geliebten Großmutter zu ignorieren, bringt sie einfach nicht übers Herz. Und als die Renovierung des alten Ladens ihr unverhofft nicht nur gute Freunde, sondern auch eine neue Liebe beschert, fragt Poppy sich, ob Rosies wunderbarer Blumenladen tatsächlich die Kraft besitzt, Wunden zu heilen.

Ali McNamara schreibt herrliche romantische Komödien und lebt mit ihrer Familie und zwei Hunden in Cambridgeshire. Sie liebt das Reisen, guten Kaffee und wunderschöne Orte am Meer.

1.


Narzisse – Neuanfänge


Das kann er doch wohl nicht sein, oder?

Ich stehe vor dem alten Blumenladen meiner Großmutter und starre zu dem Schild hinauf.The Daisy Chain steht dort in einer schnörkeligen gelben Schrift. Doch an den Ecken blättert allmählich die Farbe ab, sodass dort in Wahrheithe Daisy Chai steht, was eher nach einer orientalischen Teestube klingt.

Ich schaue die Straße mit dem Kopfsteinpflaster hinunter, auf der ich als Kind so oft unterwegs war, um beim Konditor die köstlichsten Kuchen und Pasteten und beim Zeitungshändler die Tageszeitung für meine Großmutter zu holen, und wo wir in einem Geschäft am Ende der Straße immer zum Ferienbeginn stundenlang einen glänzenden neuen Eimer und eine Schaufel aussuchen durften.

Doch, das ist der Laden, ganz sicher: Von hier aus sehe ich ein paar Häuser weiter den Konditor, der jedoch jetzt The Blue Canary heißt, nicht mehr Mr Bumbles wie damals. Der Zeitungshändler befindet sich weiter den Hügel hinauf, auf dem sich die Straße emporschlängelt, und es gibt immer noch einen Laden, der so aussieht, als würde er im Sommer Eimer und Schaufeln verkaufen. Doch heute, an einem regnerischen Montagnachmittag Anfang April, sind seine Türen geschlossen und das Licht ausgeschaltet.

Bereits so früh den Laden zu schließen, kann ich niemandem verdenken; es ist nicht gerade einer der besten Tage, um sich am Meer aufzuhalten. Ein nasskalter Nebel wabert über der Stadt und lässt alles feucht und farblos erscheinen, und in der kurzen Zeit seit meiner Ankunft in St. Felix habe ich kaum Urlauber gesehen. Oder überhaupt irgendwen, wenn ich so darüber nachdenke.

Dieser Effekt, den das nasse Küstenwetter auslöst, ist schon ein seltsames Phänomen. In einem Urlaubsort können sich in einem Augenblick noch die Besucher tummeln und die Sonne genießen, während im nächsten Moment die wechselnden Gezeiten dunkle Regenwolken mit sich bringen und alle Urlauber mit einem Schlag verschwunden sind und sich in ihre Hotels, Feriencottages oder Wohnwagen zurückziehen, die sie in dieser Woche ihr Zuhause nennen.

Als ich damals im Sommer während der Hauptsaison bei meiner Großmutter gewesen bin, habe ich mir manchmal tatsächlich Regenwetter gewünscht, um in Ruhe am Strand und an den Klippen entlangwandern zu können, ganz alleine und weit weg von allen anderen.

Mein Blick geht über das Kopfsteinpflaster die kurvige Straße hinauf. Oberhalb des Konditors, des Zeitungshändlers und des Strandshops entdecke ich einen kleinen Supermarkt, einen karitativen Second-Hand-Laden, eine Apotheke