: Terry Pratchett
: Hohle Köpfe Ein Scheibenwelt-Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641225247
: 1
: CHF 2.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dichter Herbstnebel liegt über Ankh-Morpok, und in der Stadt geschehen seltsame Morde. Scheinbar grundlos werden ein Bäcker und ein Priester umgebracht. Auch auf den ansonsten unantastbaren Patrizier wird ein Giftanschlag verübt, den er glücklicherweise überlebt. Für Sir Samuel Mumm, den Kommandeur der Stadtwache, ergeben diese Verbrechen keinerlei Sinn. Die Spuren führen ihn schließlich zu den Golems, willenlosen Geschöpfen aus Lehm, die immer nur arbeiten und noch nie Ärger machten. Doch jetzt haben sie offenbar damit begonnen, sich selbst aus dem Weg zu räumen …

Terry Pratchett, geboren 1948, schrieb 1983 seinen ersten Scheibenwelt-Roman – ein großer Schritt auf seinem Weg, einer der erfolgreichsten Autoren Großbritanniens und einer der populärsten Fantasy-Autoren der Welt zu werden. Von Pratchetts Romanen wurden weltweit 85 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 40 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur verlieh ihm Queen Elizabeth sogar die Ritterwürde. Terry Pratchett starb am 12.3.2015 im Alter von 66 Jahren.

Korporal der Höchst Ehrenwerte Graf von Ankh Nobby Nobbs stieß die Tür zum Wachhaus auf und wankte hinein.

Feldwebel Colon blickte vom Schreibtisch auf und rang nach Luft: »Geht’s dir nicht gut, Nobby?« Dann eilte er der schwankenden Gestalt entgegen, um sie zu stützen.

»Es ist schrecklich, Fred. Ganz schrecklich!«

»Setz dich erst mal hin. Du bist ja kreidebleich.«

»Ich bin erhoben worden, Fred!«, stöhnte Nobby.

»Gemein! Hast du gesehen, wer’s war?«

Nobby reichte ihm wortlos die Schriftrolle, die ihm Dragon Wappenkönig in die Hand gedrückt hatte, und ließ sich auf den Stuhl plumpsen. Dann zog er den Stummel einer selbstgedrehten Zigarette hinter dem Ohr hervor und zündete ihn mit zitternder Hand an. »Ich weiß es nicht, keine Ahnung«, sagte er. »Da tut man sein Bestes, um nicht aufzufallen, man macht keinen Ärger, und dann passiert so was!«

Colon las sich den Schrieb langsam durch und bewegte die Lippen an den Stellen mit den schwierigen Wörtern wie »und« oder »die«. »Hast du das gelesen, Nobby? Da steht, du bist einLord

»Der alte Mann hat gesagt, sie müssten alles noch mal genau überprüfen und so, aber mit dem Ring, und überhaupt ist die Sache ziemlich klar. Was soll ich bloß machen, Fred?«

»Also ich würde sagen: Hände in den Schoß legen und ab jetzt von Hermelintellern speisen!«

»Genau das ist der Haken dabei, Fred. Es gibt kein Geld. Kein großes Haus. Kein Land. Nicht mal einen roten Heller!«

»Was? Nichts?«

»Gar nix, Fred.«

»Ich dachte, die feinen Pinkel hätten alle Truhen voller Geld.«

»Ich bin wohl einer von den ganz armen feinen Pinkeln, Fred. Und ich hab keinen Schimmer, wie man so ein Lord ist. Ich will auch nicht in schnieken Klamotten rumlaufen und auf Jägerbälle gehen und was weiß ich noch alles.«

Feldwebel Colon setzte sich neben ihn. »Hast du denn nicht gewusst, dass du so eine schnieke Verwandtschaft hast?«

»Na ja … mein Vetter Vincent ist mal eingebuchtet worden, weil er sich einem Hausmädchen von der Herzogin von Quirm unsittlich genähert hat …«

»Zimmermädchen oder Küchenmagd?«

»Küchenmagd, glaub ich.«

»Dann zählt es wahrscheinlich nicht. Weiß sonst noch jemand davon?«

»Na,sie natürlich, und sie hat sich auch prompt bei …«

»Ich meine, dass du ein Lord bist und so weiter.«

»Nur Herr Mumm.«

»Na also«, sagte Fe