1. Das Ding und seine Anatomie
Bauplan eines kleinen Wunderwerks
Schauen wir uns den Penis einmal genauer an. Unabhängig von seiner Größe, Form und Farbe gliedert sich der menschliche Penis in drei Abschnitte: die Wurzel, den Schaft und die Eichel mit oder ohne Vorhaut.
Die Peniswurzel
Da der Penis beim Geschlechtsakt ganz schön gefordert wird, ist eine solide Verankerung mit seinem Besitzer unerlässlich. Für diesen Halt sorgen Muskeln, die die Peniswurzel (Radix) umschließen und das Glied mit dem Beckenboden und dem unteren Teil des Schambeins verbinden. Der Musculus bulbospongiosus schmiegt sich direkt um den Penisschaft, während der Musculus ischiocavernosus die Peniswurzel seitlich mit seinen zwei getrennten Strängen verstärkt. Neben einer guten Verankerung sorgt der Muskel mit dem unaussprechlichen Namen für eine Verstärkung der Erektion, indem er Druck auf die Basis der Schwellkörper ausübt. So steigt der Blutzufluss, während der venöse Blutabfluss gehemmt wird. Und schon sind wir mitten im Geschehen: In beiden Muskeln kommt es beim Orgasmus zu rhythmischen Kontraktionen, die sich als pulsierende Druckwelle im Harnröhrenschwellkörper fortsetzen und den Ausstoß der Samenflüssigkeit bei der Ejakulation fördern. Ein höchst komplizierter Vorgang, vulgär auch unter der Bezeichnung »abspritzen« bekannt.
Penisschaft
Eingebettet in den Peniskörper befinden sich drei wichtige Bauteile. Erstens die Schwellkörper: Der paarig angelegte Corpus cavernosum penis bildet die Grundlage jeder Erektion. Er liegt seitlich rechts und links an der Oberseite des Gliedes. Im Bereich der Peniswurzel teilt er sich in zwei Schenkel auf, die über Muskeln und Bänder mit der Bauchwand und der Schambeinfuge verbunden sind. Der dritte, kleinere Schwellkörper Corpus spongiosum penis verläuft an der Unterseite des Gliedes und umschließt die Harnröhre. Im erigierten Zustand wird er weniger steif und sorgt dafür, dass die Harnröhre während der Ejakulation durchgängig bleibt, sich also nicht verschließen kann.
An der Unterseite des Schwanzes verläuft eine Naht, die sogenannte Raphe. Das sieht lustig aus, als wenn der Beutel an dieser Stelle zusammengenäht worden wäre. Die Trennlinie ist gut zu erkennen, da sie stärker pigmentiert ist als das umliegende Gewebe und sich weiter über die Hoden fortsetzt. Es handelt sich um eine Verwachsungslinie aus der Embryonalzeit, die zeigt, dass auch der Penis wie alle Körperteile ursprünglich aus symmetrisch konzipierten Anlagen entstanden ist.
Kompliziertes Innenleben
Das Gewebe der Schwellkörper wird von einem dichten Geflecht von Gefäßen gebildet, das wiederum aus einer Vielzahl von eng aneinanderliegenden Hohlräumen besteht. Durch gleichzeitige Steigerung des Blutzuflusses und Drosselung des Blutabflusses wird die Blutmenge vergrößert, es kommt zu einer erheblichen Ausdehnung dieses Gewebes begleitet von einer Steigerung des Blutdrucks. Die Folge: Der Penis wird steif und richtet sich auf. Da die Harnröhre trotz Erektion innen durchgängig bleiben muss, wird sie von einem speziell konstruierten Schwellkörper umschlossen, der dafür sorgt, dass die Samenflüssigkeit ungehindert hindurchschießen kann. Anderenfalls würde es im entscheidenden Moment zu einem klassischen Rohrkrepierer kommen.
Die Eichel
Die Eichel (Glans penis) bildet den Abschluss des dritten