: Jamie Brenner
: Der Sommer der Dünenrosen Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641210540
: 1
: CHF 13.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Bei Marin Bishop läuft gerade alles schief: Ihre Verlobung platzt, ihre Eltern lassen sich scheiden, und sie verliert ihren Job in einer angesehenen Anwaltskanzlei. Als plötzlich ihre Halbschwester Rachel auftaucht, von deren Existenz Marin nichts ahnte, machen sich die beiden mit Marins Mutter im Schlepptau auf den Weg nach Cape Cod, wo noch mehr Überraschungen auf sie warten. Im Laufe eines turbulenten Sommers kommen lange gehütete Familiengeheinisse ans Licht und führen drei Generationen von Frauen zusammen, bis am Ende alle ihr wahres Zuhause finden.

Jamie Brenner entdeckte schon als Kind ihre Liebe zu Büchern. Später studierte sie Literaturwissenschaften und ging nach New York, um in der Verlagsbranche zu arbeiten. Heute ist sie selbst Autorin und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Jamie Brenner lebt mit ihrer Familie in New York.

Kapitel 1

New York City

Das Restaurant war üppig ausgestattet, angesagt und laut. Ihr Verlobter hatte es zur Feier ihres Geburtstags ausgesucht. Ihr Verlobter, der nun nicht mit am Tisch saß.

Marin stand auf und winkte, als sie ihre Eltern eintreten sah. Sie waren von Philadelphia hergefahren, um abends mit ihr zu feiern. Kaum beim Tisch angelangt, schloss Blythe, ihre Mutter, sie in die Arme.

»Alles Gute zum Geburtstag, Schätzchen! Dreißig. Ich kann’s gar nicht glauben«, sagte sie. Sie trug ein klassisch geschnittenes blassblaues Kostüm. Typisch alter Geldadel. Typisch Mum. Marin spürte einen Anflug von Trauer. Noch ahnte ihre Mutter nicht, was ihr bevorstand.

»Gut siehst du aus, Marin«, sagte ihr Vater. »Die vielen Stunden in der Firma bekommen dir offenbar ausgezeichnet.«

Marin strahlte ihn an. Der Stolz ihres Vaters auf ihre Karriere war für sie ein Lebenselixier. Wenigstens einer ihrer beiden Elternteile würde heute Abend mit ihr zufrieden sein.

Ihre Mutter sah sich um. »Wo ist denn Greg? Wird er später noch zu uns stoßen?«

»Nein«, sagte Marin gedehnt. »Er kommt nicht später.«

Die drei nahmen Platz, der Kellner brachte die Speisekarten. Das Restaurant bot nur Menüs, und die Auswahl hielt sich in engen Grenzen. Marin hatte keinen Appetit.

»Was ist los?«, fragte Blythe. »Ist er krank?«

»Ihm fehlt nichts, Mom. Aber wir haben uns getrennt.«

»Was?« Ihre Mutter sah aus, als hätte Marin ihr ins Gesicht geschlagen. »Wieso um alles in der Welt? Habt ihr euch gestritten?«

Ihr Vater winkte dem Kellner und bestellte einen Martini. Marin bat um ein Glas Chardonnay.

»Nein, wir haben uns nicht gestritten. Ich war einfach unzufrieden«, sagte Marin. Nicht die ganze Wahrheit.

»Du arbeitest zu viel, Marin. Beziehungen müssen gepflegt werden. Du kannst nicht auf Autopilot schalten, nur weil du einen Ring am Finger trägst.« Die Stimme ihrer Mutter schnellte eine Oktave höher.

»Blythe, bitte. Sie hat ein Anrecht auf eine Karriere. Mach es nicht daran fest«, sagte Kip. »Und Gregs Arbeitszeiten an der Wall Street sind mit Sicherheit noch länger als ihre.«

»Ist schon gut, Mom. Es ist am besten so. Tut mir leid, wenn du enttäuscht bist, aber …«

Blythe schüttelte den Kopf. »Ich bin nicht enttäuscht. Ich will nur, dass du glücklich bist. Warum hast du nicht mit mir darüber geredet? Wann ist da