: Annette Pitschmann
: Religiosität als Qualität des Säkularen Die Religionstheorie John Deweys
: Mohr Siebeck
: 9783161548444
: Religion in Philosophy and Theology
: 1
: CHF 83.60
:
: Christentum
: German
: 357
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Im Diskurs über die legitime Rolle der Religion in der demokratischen Öffentlichkeit wird vielfach unterstellt, religiöse und säkulare Denkformen ließen sich anhand ihrer metaphysischen Vorannahmen einschlägig gegeneinander abgrenzen. Das dabei angewandte Kriterium - die Frage, inwieweit eine transzendente Realität vorausgesetzt wird - wird dabei oftmals zugleich als Indiz der Inkompatibilität des religiösen und des säkularen Denkens gedeutet. Der Pragmatist John Dewey hat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Religionstheorie vorgelegt, die angesichts dieser Tendenz zur Dichotomisierung von der Leitdifferenz zwischen Transzendenz und Immanenz absieht. Auf diese Weise beansprucht er zu zeigen, dass Religiosität - recht verstanden - auf Voraussetzungen beruht, die ebenso allgemein zugänglich sind wie die Prämissen säkularen Lebens. Annette Pitschmann erschließt Deweys Religionstheorie vor dem Hintergrund seiner Wirklichkeitskonzeption und prüft ihre Plausibilität im Horizont von Deweys Wissenschafts- und Handlungstheorie sowie seiner Ästhetik.

Geboren 1976; 1996-2004 Violoncello- und Theologiestudium in Frankfurt am Main, München und Oxford; 2009-14 Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, währenddessen Promotion in Religionsphilosophie. Derzeit Forschungstätigkeit an der Paris-Lodron-Universität Salzburg sowie Tätigkeit in der katholischen Erwachsenenbildung.
Cover1
Vorwort6
Inhalt8
I. Einleitung12
1 Dewey und die religionsphilosophische Debatte der Gegenwart12
2 Der Stellenwert religionstheoretischer Fragen in Deweys Werk16
3 Ziel und Vorgehen der Arbeit18
II. Voraussetzung: Deweys Theorie der Wirklichkeit20
1 Kritik der Philosophie21
1.1 Der Einfluss des dualistischen Paradigmas23
1.2 Aspekte der Kritik am Dualismus24
1.2.1 Äußerer und innerer Widerspruch25
1.2.2 Projektion26
1.2.3 Mangelnde Anschlussfähigkeit an die Moderne28
1.3 Aspekte der Kritik am Monismus31
1.3.1 Ausschluss der Individualität32
1.3.2 Projektion34
1.3.3 Isolation von Erfahrungsmomenten und doktrinäre Methode35
2 Alternative: Der Empirische Naturalismus38
2.1 „Erfahrung“ und „Natur“40
2.2 Die instrumentalistische Perspektive47
2.3 Die Idee der Kontinuität53
2.3.1 Garant der Kohärenz55
2.3.2 ‚Metaqualität‘56
2.3.3 „Generisches Merkmal“ der Wirklichkeit59
2.3.4 Wachstum61
2.3.5 Missverständnisse des Kontinuitätsbegriffs63
2.4 Die Wirklichkeit unter dem Vorzeichen der Kontinuität64
2.4.1 Kontinuität zwischen dem Realen und dem Idealen65
2.4.2 Kontinuität zwischen natürlichen und geistigen Prozessen67
3 Ausblick: Empirischer Naturalismus und die Frage nach Gott74
III. Deweys Theorie religiösen Glaubens80
1 Kritik der Religion82
1.1 „Religion“ als kollektiver Term83
1.2 Der strukturelle Exklusivismus religiöser Institutionen85
1.3 Gott im Horizont des Supranaturalismus89
1.4 Religiöse Doktrin als Bezug auf eine aktualisierte Wirklichkeit98
2 Alternative: Ein allgemeiner Glaube105
2.1 „Das Religiöse“ als Qualität menschlicher Erfahrung105
2.2 Die allgemeine Zugänglichkeit der religiösen Erfahrungsdimension109
2.3 ‚Gott‘ im Horizont des Empirischen Naturalismus119
2.3.1 Die Bezugnahme auf Gott: Vorwegnahme eines end-in-view121
2.3.2 Die Beziehung zu Gott: Die Haltung der natural piety131
2.4 Imagination als Bezug auf eine mögliche Wirklichkeit137
3 Einwände und Präzisierungen145
3.1 Das Religiöse als Gegenbegriff zur Religion145
3.1.1 Deweys Umgang mit dem Religionsbegriff146
3.1.2 „Religiöses“ versus „Religion“: Kontexte der Unterscheidung150
3.1.3 Religiosität ohne Religion?156
3.2 Die Forderung nach Inklusion167
3.2.1 Die Entgrenzung religiöser Erfahrung168
3.2.2 Religiosität als Moment der Intelligenz173
3.2.3 Religiosität als Moment der Sittlichkeit180
3.2.4 Exkurs: Religiosität als Moment demokratischen Lebens187
3.2.5 Religiosität als Moment des Ästhetischen190
3.3 ‚Gott‘ als Erzeugnis der Imagination195
3.3.1 Deweys Einwände gegen den Supranaturalismus196
3.3.2 Deweys Einführung des Gottesbegriffs: Formale Schwierigkeiten198
3.3.3 Die Frage nach dem „Woher“ des Ganzheitsideals202
3.3.4 „Ist John Dewey ein Theist?“205
3.3.5 Religiosität ohne Gott?211
3.3.6 Ausblick: ‚Gott‘ als infinity term214
IV. Plausibilisierung: Deweys Theorien säkularer Erfahrung218
1 Wissenschaftliche Forschung221
1.1 Die Struktur der Forschung222
1.2 Das Primat der Urteilstheorie233
1.3 Subjekt und Prädikat als Aspekte der Urteilsbildung236
1.4 Ertrag: Die Rede von Gott und das Konzept der inquiry242
2 Moralische Handlung246
2.1 Die Struktur moralischer Urteilsbildung247
2.2 Normativität als Experiment263
2.3 Gewohnheit als situative Größe267
2.4 Gewohnheit als soziale Größe270
2.5 Experimentelle Moral und Objektivität274
2.6 Ertrag: Religiosität und das Konzept der habit280
3 Künstlerische Produktion und ästhetische Rezeption284
3.1 Die Struktur ästhetisch dimensionierter Erfahrung286
3.2 Das Ästhetische als Qualität menschlicher Erfahrung301
3.3 Das Ideal der Ganzheit308
3.3.1 Qualitative Einheit308
3.3.2 Interne Kontinuität315
3.3.3 Diachrone Kontinuität317
3.3.4 Rhythmus320
3.3.5 Erfüllung325
3.4 Ertrag: Die Alterität Gottes und das Konzept der consummation334
V. Fazit340
Literatur344
1 Werke John Deweys344
2 Weitere Literatur346
Namenregister352
Sachregister354