: Birgit Read
: Verbotene Affäre - Shadows of Love
: beHEARTBEAT
: 9783732551453
: Shadows of Love
: 1
: CHF 2.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 100
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Jess ist frischgebackene Juristin und stellt sich in der renommierten Kanzlei Dr. Schneider und Partner vor. Obwohl das Gespräch mit Dr. Schneider selbst unglücklich verläuft, wird sie zu ihrem Erstaunen von Florian Schneider trotzdem gegen den Willen seines Vaters eingestellt. Der Juniorpartner verkörpert für Jess die Art von Mann, auf den sie sich niemals mehr einlassen will. Die bitteren Erfahrungen in ihrer Vergangenheit waren für sie äußerst schmerzlich.

Dennoch knistert es vom ersten Tag an zwischen Florian und Jess und sie kommen sich immer näher. Florian zeigt sich ihr gegenüber, entgegen seiner Härte im Berufsleben, unerwartet zärtlich. Schließlich wirft Jess alle Bedenken über Bord und lässt ihren Gefühlen freien Lauf: Sie gibt sich ihm hin und erlebt ungeahnte Höhen der Lust.

Als Florians Vater von der Beziehung erfährt, macht er seinem Sohn die Hölle heiß, da er überhaupt nichts von Jess hält. Diese sieht ihre schlimmsten Befürchtungen wahr werden ...

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.

Nervös zupfe ich am Rock meines Kostüms und ziehe ihn mit schweißnassen Händen über die Knie, die ich damenhaft zusammendrücke. Was zur Folge hat, dass ich wiederholt gegen heraufziehende Muskelkontraktionen ankämpfen muss. Als sich der nächste Krampf ankündigt, nehme ich mir vor, mir Magnesium zu besorgen.

Seit fast einer halben Stunde warte ich nun schon im Wartezimmer der Anwaltskanzlei Dr. Schneider& Partner darauf, hereingerufen zu werden. Meine Nervosität nimmt im Minutentakt zu. Sechs vergebliche und frustrierende Vorstellungsgespräche habe ich in den letzten Wochen hinter mich gebracht. Man sagte mir, ich würde nicht ins Team passen, sei zu zurückhaltend, hätte zu wenig Selbstbewusstsein. Ich frage mich ernsthaft, warum ich mich durch das jahrelange Jurastudium gequält habe. Wenn es heute wieder nichts wird, gebe ich auf. Das habe ich vergangene Nacht beschlossen, als ich mich schlaflos durch die endlosen Stunden gewälzt habe. In diesem Fall werde ich meinen Traum, eine gute Anwältin für Familienrecht zu werden, an den Nagel hängen.

Wie lange dauert das noch? Ich nehme munteres Hin- und Herlaufen hinter der Milchglasscheibe der Wartezimmertür wahr. Die Hochspannung, unter der ich vor jedem Bewerbungsgespräch stehe, macht mich verrückt. Mein Herz hämmert bei dem kleinsten Geräusch wild gegen meine Brust. Hoffentlich zeigen sich unter meinen Achseln keine Schweißflecke. Ich stressschwitze gerade. Unauffällig hebe ich einen Arm an und schnuppere. Noch riecht man nichts. Wenn ich allerdings noch länger hier sitzen muss, kann ich für nichts garantieren.

Hat man mich vergessen? Ob ich nachfragen sollte? Oder besser Geduld beweisen? Was ist in dieser Situation das Richtige? Was erwartet man von mir? Wie so oft wäge ich das Für und Wider unzählige Male ab und komme zu keinem Ergebnis.

Ich hole den kleinen runden Spiegel aus meiner Handtasche, prüfe wiederholt den Sitz meines Dutts, ziehe meinen Lippenstift nach und entdecke mit Entsetzen einen Pickel neben meiner Nase. Hektisch fingere ich nach dem Make-up und betupfe die Stelle mit einem Schwämmchen.

»Frau Handik.«

»Ja?« Mein Herz macht einen Satz, und Blut schießt mir ins Gesicht.

»Wenn Sie mir bitte folgen würden.«

Eilig stopfe ich Make-up und Spiegel in die Tasche zurück.

»Doktor Schneider erwartet Sie.«

Ich nicke, tripple hinter der Rechtsanwaltsgehilfin her und sage mir im Geiste dabei noch einmal die Sätze vor, die ich mir für dieses letzte, entscheidende Bewerbungsgespräch zurechtgelegt habe.

»Bitte sehr«, sagt die Frau freundlich und öffnet mir die Tür zu einem stilvoll eingerichteten Büro. Ganz offensichtlich wurde dieser Raum mit dem Ziel entworfen, Besucher einzuschüchtern und die unantastbare Position meines Gesprächspartners zu betonen. Diese Erkenntnis lässt meinen Magen einige Etagen tiefer