2. Kapitel: Der erste Kontakt
Nachdem er sich ausgeruht und aus den Ressourcen des Schiffes gestärkt hatte, wurde es Zeit, sich an die Arbeit zu machen. Wie aber sollte er vorgehen, um den ersten unauffälligen Kontakt herzustellen? Welche der beiden Reiche sollte er zuerst aufsuchen? Nur diese beiden, so wurde ihm rasch klar, waren für ihn von Bedeutung. Zwar gab es auch in der Nähe seiner unterirdischen Festung Wesen der gleichen Art, doch lagen die vom Entwicklungsstand weit zurück. Sicher, er hätte es ändern können, indem er sie mit seinen Möglichkeiten rasch zur überlegenen Kultur emporsteigen ließ, aber solche Eingriffe waren ihm ja untersagt. So blieb ihm nichts anderes übrig, als zwischen den beiden Hochkulturen zu wählen. Er entschied sich für jene, die in der Nähe eines Binnenmeeres lag. In der Geschichte der Menschheit würde sie später als dieminoische Kultur eingehen.
Noch während er so seine Wahl getroffen hatte, brachte Zork Neuigkeiten, die ihm halfen, den Kontakt aufzubauen. Weitere Sonden waren zurückgekehrt und aus den Informationen konnte er entnehmen, dass es eine Art Handelsmacht gab, die unabhängig von jener Großmacht fungierte. Als hervorragende Seefahrer belieferten sie die umliegenden Länder ihres Einzugsbereichs. Haupthandelspartner aber blieb das Reich am südöstlichen Teil des Meeres. Mit ihnen gab es allen Anschein nach einen regen Waren- und Informationsaustausch. Dieses Volk bezeichnete sich selbst als Minoer und ihre Hauptstadt Thera lag auf einer zentralen Insel des Meeres. Von hier aus befuhren sie mit ihren Schiffen den gesamten östlichen Bereich des Meeres. Handelsbeziehungen in westliche Richtung waren für sie anscheinend weniger interessant, es sei denn, es ging um Waren, die im Reich des Pharao begehrt waren. So beschloss er, sich diesem Volk anzuschließen. Wie er ferner herausfand, war Thera ein Schmelztiegel der verschiedensten Völker, die sich oft vermischten. Niemandem würde daher auffallen, dass er ein Fremder war. Das Volk der Minoer wurde im Gegensatz zum Reich des Pharao über eine Art Demokratie regiert. Es gab einen hohen Rat, so wie auf Therm, was ihm, dem Fremden, sehr entgegenkam. Er beauftragte Zork daher, möglichst viele Informationen über das Volk einzuholen.
Wenige Tage später war es so weit: Aus ihm, der nur seinen Namen von Therm kannte, wurde Temmis. Er hatte Zork beauftragt, ein kleines, aber unauffälliges Sortiment an Waren zusammenzustellen, da er als Händler aus einem fernen Land den ersten Kontakt herstellen wollte. Mit seinen Keramikwaren, die er im Schiff herstellen ließ, würde er sicher rasch ins Geschäft kommen, da sie von erlesener Schönheit waren. Was er nicht ahnte, war, dass Zork es sich nicht nehmen ließ, einem jeden Gefäß eine Signatur zu geben. Als Tausende Jahre später Altertumsforscher die minoische Kultur untersuchten, fanden sie Scherben mit genau dieser Signatur im östlichen Mittelmeerraum. Die Forscher fragten sich, woher solch hochwertigen Keramiken stammten, denn nirgends fand man eine Manufaktur, welche auch nur annähernd in der Lage war, solche Waren herzustellen.
Wichtig war es nun, die passende Kleidung zu schaffen, als auch die Sprache der Fremden zu erlernen, damit er nicht zu sehr auffiel. Auch sein Äußeres passte er dementsprechend an. Sicher, man würde ihn, den Neuling, zunächst kritisch betrachten, doch dank seiner außergewöhnlichen Handelswaren würde es bald ü