: Sarah Baumann
: ... und es kamen auch Frauen Engagement italienischer Migrantinnen in Politik und Gesellschaft der Nachkriegsschweiz
: Seismo Verlag
: 9783037777046
: 1
: CHF 20.80
:
: Frauen- und Geschlechterforschung
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Fragen entlang der Schnittstellen von Migration, Bürgerrechten und Geschlecht stehen bis heute im Brennpunkt öffentlicher Debatten. Italienische Migrantinnen haben dazu einen gewichtigen Beitrag geleistet. In Medien und politischen Debatten begegnen uns Migrantinnen meist als passiv nachreisende Ehefrauen und Mütter, als Hüterinnen von Tradition und der 'Kultur' ihrer Herkunftsländer unterworfen. Diese Studie bietet eine andere Perspektive. Sie zeigt Migrantinnen als Handelnde, als soziale und politische Akteurinnen, die das Einwanderungsland Schweiz mitgestalteten und prägten. Das Buch beleuchtet die Entstehung und Entwicklung eines frauenspezifischen Engagements in der bedeutendsten Organisation italienischer MigrantInnen in der Schweiz: der Federazione delle Colonie Libere Italiane in Svizzera (FCLIS). Tausende von Italienerinnen lebten und arbeiteten in der Schweiz der 1960er und 1970er Jahre - und blieben von der Öffentlichkeit doch ungesehen und ungehört. In der FCLIS aktive Migrantinnen versuchten diese Unsichtbarkeit zu durchbrechen. Sie lösten sich aus dem Schatten des 'männlichen Arbeiters' und entwickelten eigene Strategien, um ihre Rechte als Frauen, Arbeiterinnen und Ausländerinnen zu verbessern. Was waren ihre Kritikpunkte und Forderungen? Wo trafen sie mit ihren Anliegen auf Unterstützung und wo auf Gegenwehr? Das Buch thematisiert das soziale und politische Engagement italienischer Migrantinnen rund um Themen wie die Rechte arbeitender Frauen und Mütter, Bildungschancen für ausländische Kinder, gesellschaftliche Teilhabe und politische Mitsprache von MigrantInnen. Aufgezeigt werden auch die vielfältigen Aktivitäten - wie Kongresse, Petitionen, Manifeste - mit denen Migrantinnen ihren Anliegen Ausdruck verliehen.

Sarah Baumann arbeitet als Diplomassistentin im Bereich Zeitgeschichte an der Universität Freiburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören historische Migrationsforschung, Geschlechter- und Sexualitätsgeschichte. Aktuell forscht sie zur Geschichte der Prostitution in der Nachkriegsschweiz.
Umschlag1
Inhalt6
Dank8
Einleitung9
Die doppelte Entdeckung in der Migrationsforschung12
Fragestellung20
Quellen und Aufbau22
1 Bu?rgerrechte, Geschlecht und Migration: Ein erweiterter Begriff der Staatsbu?rgerschaft25
1.1 Staatsbu?rgerschaft als Mitgliedschaft in Gemeinschaften25
1.2 Staatsbu?rgerschaft und soziale Differenz: Geschlecht, Klasse, Ethnizität und Nationalität28
1.3 Staatsbu?rgerschaft als Status und Praxis33
2 Migrations- und Integrationspolitik der Schweiz nach 194536
2.1 Italienische Arbeitsmigration in die Schweiz36
2.2 Konturen der schweizerischen Einwanderungspolitik38
2.3 Politische, zivile und soziale Rechte von MigrantInnen42
3 Traditionelle Stellung und Funktion der Frau in der MigrantInnenorganisation (1943–1966)47
3.1 Die Federazione delle Colonie Libere Italiane in Svizzera47
3.2 Karitatives Engagement als weiblicher Wirkungsbereich49
3.3 Eine „demokratische“ Organisation von Arbeitsmigranten53
4 Aufbruch und Emanzipation (1967–1969)58
4.1 Durchbrechung organisatorischer Strukturen58
4.2 Die emigrierte Frau – die Arbeit – die Familie: Migrantinnen fordern ihre Rechte67
4.3 (Un)Möglichkeiten der Interessenvertretung79
5 Ru?ckzug in die Familie (1970–1974)89
5.1 Resignation und Neuorientierung I: Von der Frauen- zur Schulproblematik89
5.2 Die Vision einer „neuen“ Schule: Migrantinnen und bildungspolitisches Engagement95
5.3 Elternmobilisierung und Bildung von Selbsthilfestrukturen102
6 Annäherung und Differenz – Migrantinnen im (Inter)Nationalen Jahr der Frau (1975)108
6.1 Die Unsichtbare: „Partnerschaft“ fu?r einheimische Frauen108
6.2 Die Gleiche: „Frauen gemeinsam sind stark!“112
6.3 Die Andere: Das Manifest der ausländischen Frau118
7 Vom Kampf zum Pragmatismus (1976–1979)134
7.1 Resignation und Neuorientierung II: Von der politischen Mobilisierung zur sozialen Basisarbeit134
7.2 Erwachtes Interesse: Migrantinnen als hilflose Mu?tter142
7.3 Erloschener Aktivismus: „Wir wollen nicht die Ansteckblumen der Organisation sein!“148
8 Fazit156
9 Bibliographie167
9.1 Quellen167
9.2 Literatur169
10 Abku?rzungsverzeichnis179
Anhang 1 | Schlussmotion zum Ersten Kongress der Migrantin (1967)180
Anhang 2 | Manifest ausländischer Frauen (1975)183