: Christian Nottmeier
: Adolf von Harnack und die deutsche Politik 1890-1930 Eine biographische Studie zum Verhältnis von Protestantismus, Wissenschaft und Politik
: Mohr Siebeck
: 9783161521256
: Beiträge zur historischen Theologie
: 2
: CHF 52.40
:
: Betriebswirtschaft
: German
: 625
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: PDF
Der Berliner Kirchenhistoriker und Wissenschaftsorganisator Adolf von Harnack gehörte zu den prägenden Gestalten des liberalen Protestantismus in Deutschland um 1900. Christian Nottmeier geht unter Rückgriff auf bisher kaum ausgewertetes Quellenmaterial dem Zusammenhang von Harnacks kulturtheologischem Entwurf und seinem politischem Engagement seit 1890 nach. Aus Rezensionen zur 1. Auflage: '[...] Nottmeiers biographische Studie [...] stellt eine herausragende Leistung dar. Der [...] Verfasser liefert eine glänzend recherchierte, klug reflektierende, zurückhaltend wertende und abwägend urteilende Studie, die [...] bis zum Erscheinen einer umfassenden Harnack-Biographie die maßgebende Darstellung bleiben wird.' Hans-Christof Kraus in Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, Band 52, 2006, S. 374-377 'Nottmeier besitzt ein hohes Stilempfinden. Er schreibt eindrücklich und sachlich zugleich, ganz ohne akademischen Jargon, [...] so daß dieses Buch nicht nur ein bedeutender Forschungsbeitrag ist, sondern auch eine helle Lesefreude.' Johann Hinrich Claussen in Mitteilungen der Ernst-Troeltsch-Gesellschaft, 17. Band, 2004, S. 121-127

Geboren 1974; Studium der ev. Theologie und der Geschichte in Berlin und Halle; 2002 Promotion; Vorstand des Ev. Institut für Kirchenrecht an der Universität Potsdam und Gemeindepfarrer der Auenkirche in Berlin-Wilmersdorf.
Cover1
Vorwort zur 2. Auflage10
Vorwort12
Inhaltsverzeichnis14
Einleitung20
I. Von Livland nach Leipzig: Herkunft und Werdegang des jungen Harnack40
1. Baltisches „Literatentum“: Familiäre und kulturelle Prägungen Harnacks40
2. Die Erlanger Jahre (1853–1866)49
3. Konfessionelles Luthertum und Geschichte des frühen Christentums: Dorpater Jugend- und Studienjahre (1866–1872)53
4. Die Ostseeprovinzen im weiteren Leben Harnacks74
II. Vom konfessionellen Lutheraner zum undogmatischen Dogmenhistoriker: Harnack 1872–188881
1. Wendejahre: Leipzig 1872–187981
1.1. Wissenschaft und Leben eines jungen Privatdozenten81
1.2. Die „kleine Leipziger Fakultät“: Harnack und die Entstehung der Schule Albrecht Ritschls85
2. Stationen einer Karriere: Gießen und Marburg (1879–1888)107
2.1. „Der Kirchenhistoriker des Großherzogtums Hessen“107
2.2. Die Überwindung der Tradition: Harnacks Dogmengeschichte110
3. Von Marburg nach Berlin: Der Ruf in die Reichshauptstadt als (wissenschafts-) politisches Signal im Dreikaiserjahr 1888123
4. „Der Fortschritt ist zum Rückschritt geworden“: Harnack, der Liberalismus und die soziale Frage bis 1890135
III. Liberaler Protestantismus, soziale Monarchie und die Anfänge gouvernementaler Gelehrtenpolitik: Harnacks Berliner Wirksamkeit bis zur Jahrhundertwende141
1. Berliner Lebensführung141
2. Innerprotestantische Kulturkämpfe: Harnack und die kirchenpolitisch-theologischen Kontroversen nach 1890144
3. Gelehrtenpolitik im Berlin der 1890er Jahre158
3.1. Gelehrtenpolitik: Grundlagen und Wirkungsweise158
3.2. Persönliche Kontakte: Theodor Mommsen und Hans Delbrück162
3.2.1. Der Meergreis und die Rose von Jericho: Harnack und Mommsen163
3.2.2. Politische Partner: Harnack und Delbrück165
3.3. Die „mittlere Linie“: Grundzüge der Gelehrtenpolitik Harnacks171
3.4. Preußische Wissenschaftspolitik: Harnack und Althoff177
3.5. Primat der Innenpolitik: Harnack und die gelehrtenpolitischen Aktivitäten bis 1900192
4. Evangelium und soziale Frage: Der Evangelisch-soziale Kongreß bis 1902208
4.1. Zwischen Stoecker und Harnack: Die Gründung des Kongresses 1890208
4.2. Konsens in der Krise: Der Kongreß bis zum Ausscheiden Stoeckers 1896218
4.3. Demokratie, Kaisertum und nationaler Sozialismus: Harnack und Friedrich Naumann im ESK228
4.4. Der Kongreß nach dem Ausscheiden Stoeckers238
4.5. „Gebt uns einen neuen Tyrannen an Nobbes Statt“ – Die Übernahme des Kongreßpräsidiums durch Harnack244
IV. Zwischen Kaiser und Kanzler: Harnack als führender Repräsentant gouvernementaler Gelehrtenpolitik vor dem Ersten Weltkrieg252
1. Vom Großbetrieb der Wissenschaft: Harnack, Wilhelm II. und die preußische Wissenschaftspolitik von 1900 bis 1914252
1.1. Harnack und Wilhelm II252
1.2. „Das Ganze ins Auge fassen“: Harnack und die preußische Wissenschaftspolitik 1900 bis 1914281
1.2.1. Von der Jahrhundertwende bis zum Abschied Althoffs 1907281
1.2.2. Der Organisator: Vom Abschied Althoffs bis zum Ausbruch des Weltkrieges294
1.3. Lebensführung, Theologie und Kirchenpolitik 1900 bis 1914299
2. Protestantismus, Katholizismus und Sozialpolitik305
2.1. Kontakte zur Reichsleitung: Bülow und Bethmann Hollweg305
2.1.1. Harnack und die Politik Bülows bis 1906305
2.1.2. Reichstagswahlen und Finanzreform: Die Zeit des Bülow-Blocks 1907–1909312
2.1.3. Nähe und Distanz: Harnack, Bülow und Bethmann Hollweg 1909 bis 1914326
2.2. Zwischen Polemik und Versöhnlichkeit: Harnacks Verhältnis zu Katholizismus und Zentrumspartei332
2.2.1. Deutsche Konfessionspolitik: Ein Beitrag Harnacks zu Friedrich Naumanns „Staatslexikon“332
2.2.2. Politischer und religiöser Katholizismus: Harnack und die konfessionspolitischen Debatten bis 1914336
2.2.3. Harnack und das Zentrum346
2.3. Sozialpolitik als Kulturauftrag: Harnack als Präsident des Evangelisch-sozialen Kongresses 1902–1911350
2.4. „Von Bassermann bis Bebel“? Harnack, Naumann und die Sozialdemokratie373
3. Deutschland und England: Harnack und die deutsche Außenpolitik bis 1914381
3.1. Weltpolitik, christliche Missionsarbeit und Armenierhilfe381
3.2. Die „beste Realpolitik“ – Harnack und die Bemühungen um eine deutsch-englische Verständigung386
V. Zwischen Kriegsbegeisterung und Reformbereitschaft: Harnack im Ersten Weltkrieg397
1. „Augusterlebnis“ und „Krieg der Geister“: Harnack in den ersten Monaten des Weltkrieges397
1.1. August 1914397
1.2. Die Frage der Kriegsschuld404
1.3. Der Krieg als Kulturkrieg407
1.4. Harnack und die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Krieg419
2. Gelehrtenpolitik im Weltkrieg: Grundlagen des Engagements Harnacks423
2.1. Politische Kommunikation im Krieg: „Mittwochabend“ und „Deutsche Gesellschaft 1914“423
2.2. Der Beginn der Reformdiskussion: Harnack und die „Freie Vaterländische Vereinigung“425
3. Kriegsziele und Friedensfragen: Politische Kontroversen bis zum Sturz Bethmann Hollwegs429
3.1. Harnacks Beurteilung der Kriegslage und die erste Beschäftigung mit den Kriegszielen im Frühjahr 1915429
3.2. Harnack und die Geg