: Nika S. Daveron
: War Chant 2: Eroberer Dystopie
: Amrûn Verlag
: 9783958695764
: 1
: CHF 1.80
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 300
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nach der Eroberung durch die Kukurun, sind zwar die Sieger von Odyssey vertrieben, doch dafür herrscht nun unangefochten der War Chant. Harbinger lebt als Sklavin ohne Erinnerung unter ihnen und fügt sich in ihr Schicksal bis zu dem Tag an dem sie Crawford wiedertrifft, den letzten Sieger von Odyssey. Schnell beschließen sie, dass es nur einen Weg geben kann: Runter von dieser Insel. Doch ohne Hilfe erscheint das aussichtslos. Verfeindete Rebellengruppen liefern sich erbitterte Kämpfe mit den Eroberern und Harbinger und Crawford werden in einen Krieg verwickelt, den sie eigentlich schon vor langer Zeit verloren haben. Der zweite Teil der dystopischen Reihe von Nika S. Daveron.

Nika S. Daveron, geboren 1985 im schönen Köln, aus galopprenntechnischen Gründen nach Neuss umgesiedelt - das bin ich. Richtigerweise findet man mich daher, wenn ich nicht schreibe, meistens im Sattel, oder zumindest im Stall. Mein Vater und 'Der Herr der Ringe' sind Schuld, dass ich schreibe. Warum? Weil Mein Vater früh einen Computer angeschafft und keine Spiele dafür gekauft hat und 'Der Herr der Ringe', weil es das erste Buch war, dass ich von meinem eigenen Geld gekauft habe. Wenn ich nicht unbedingt auf Müllinseln oder anderen dystopisch/fantastischen Welten hause, bastle ich für meine Kunden IT Lösungen oder höre Musik, die andere als plattgefahrene Mülltonnen mit Rhythmus bezeichnen würden.

Ich erwachte kurz vor dem Morgengrauen und musste feststellen, dass ich wieder mal die letzte war. Die mittlerweile vertrauten Stimmen meiner Mitstreiter waren bereits unten in eine Diskussion vertieft.

»Das kannst du so doch gar nicht sagen.« Usturas Stimme klang deutlich entschlossener als die letzten Tage. »Die Sieger haben vielleicht nicht immer fair gehandelt, aber sie haben den Dingen eine Ordnung gegeben. Manche Menschen brauchen eine straffe Hand. Sonst stürzen alle ins Chaos und vernichten sich selbst. Genau das kann man auf Odyssey sehen.«

Es war Romanow, mit dem sie in ein Streitgespräch vertieft war. »Und das rechtfertigt, was die Sieger uns angetan haben?«

»Was haben sie dir denn angetan?«, hielt Ustura dagegen.

»Nun …«

»Aha … nichts! Und so geht es den meisten Menschen. Sie haben gar nichts getan, außer euch in Schach gehalten. Damit Menschen wie ihr nicht an die Macht kommt. Ihr seid viel schlimmer als ein straffes Regime mit Regeln, die von allen eingehalten werden. Diese Anarchie ist es, die Odyssey verschlingt. Und nun erntet ihr das, was ihr gesät habt. Jetzt gibt es nur noch zwei Sieger. Und an denen wollt ihr alles auslassen?«

»So hab ich das gar nicht gemeint!«

Ich musste lachen, während ich im Bett liegend der Argumentation lauschte. Romanow hatte soeben die erste Lektion in Sachen Sieger gelernt: Leg dich niemals verbal mit einem an, der dir überlegen ist. Du ziehst nicht nur den Kürzeren, am Ende findest du Sieger plötzlich auch noch richtig klasse.

»Habe ich dir etwas getan?« Ustura war noch nicht fertig. Ich war erstaunt, dass das verschreckte Mädchen so impulsiv sein konnte.

»Nein, aber …«

»Aha. Also magst du mich nur deswegen nicht, weil ich keine Rebellin bin?«

»Ich hab nicht gesagt, dass ich dich nicht mag.«

Schweigen im Untergeschoss, während ich immer noch in mein Kissen kicherte. Da merkte man, dass Gladiatoren ungebildete Metzelmonster waren. Deswegen legte ich mich auch nur bewaffnet mit Siegern an.

Den nächsten Wortwechsel konnte ich nicht verstehen, er wurde deutlich leiser geführt als der vorherige. Also beschloss ich, aufzustehen, während Usturas zögerliches Lachen zu mir heraufschallte.

Als ich mich angezogen hatte und das Untergeschoss betrat, saßen beide auf den Treppenstufen des Eingangs und schraken förmlich zusammen, als sie mich sahen.

»Guten Morgen«, murmelte ich und griff nach dem Säbel, der neben der Eingangstür lehnte. »Wo ist Crawford?«

»Draußen«, antwortete Romanow und deutete auf die gegenüberliegende Seite der Hütten, wo Crawford auf und ab lief.

Als er mich sah, kehrte er zurück. »Wir sollten uns sputen, bevor unsere neuen Freunde auf die Idee kommen, dass wir kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit mit ihnen haben.«

Romanow und Ustura hatten es plötzlich sehr eilig, ihre Habseligkeiten zusammenzusuchen, und verschwanden drinnen.

»Was?«, knurrte Crawford mich zur Begrüßung an.

»Nichts«, erwiderte ich ruhig. Ich hatte keine Lust mehr, mich mit ihm zu streiten. Jedenfalls nicht, bevor ich nicht wirklich wach war.

So warteten wir schweigend, bis unsere Gefährten wieder zurüc