: Jaye Ford
: Immer wenn du schläfst Psychothriller
: Goldmann Verlag
: 9783641201982
: 1
: CHF 2.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nach einem Schicksalsschlag beginnt Carly Townsend ein neues Leben. In der Hoffnung, die schrecklichen Erinnerungen zurückzulassen, zieht die junge Frau in eine andere Stadt und geht wieder zur Uni. Eines Nachts kurz nach ihrem Einzug wacht Carly auf. Sie fühlt sich benommen, blickt in die Dunkelheit – und auf die Silhouette eines Mannes. Panisch tastet sie nach ihrem Handy, da ist der Mann plötzlich verschwunden. Eine Woche später dringt der Fremde erneut in ihre Wohnung ein, und Carly ist ihm schutzlos ausgeliefert. Doch niemand glaubt ihr – die Polizei findet keine Einbruchsspuren, alle Fenster und Türen sind stets verschlossen. Derweil ist sie allein – mit der Angst vor jeder kommenden Nacht …

Jaye Ford war Journalistin und Werbeberaterin, bis ihr mit 40 klar wurde, dass sie ihren Traum vom Schreiben nie würde realisieren können, wenn sie sich nicht sofort an den Schreibtisch setzen und mit ihrem Roman anfangen würde. Inzwischen wurde ihr erster ThrillerDie Beute in sieben Sprachen veröffentlicht. Sie lebt zur Zeit mit ihrem Mann am Lake Macquarie in Australien.

1

Carly fuhr aus dem Bett hoch, taumelnd und wild im Dunkeln um sich greifend, hin- und hergerissen zwischen Kampf und Flucht.

Wo? Wo war er?

Mit aller Macht lauschte sie nach irgendwelchen Geräuschen und hörte das Hämmern ihres Herzens, das trockene Rasseln ihres Atems. Kein Klopfen, kein Rumpeln, kein Poltern. Das bedeutete verdammt noch mal überhaupt nichts.

Sie hatte ihr Handy in der Hand. Carly konnte sich nicht erinnern, danach gegriffen zu haben. Sie brauchte drei Versuche, um die Nummer zu wählen. Und es dauerte eine Ewigkeit, bis sich eine Stimme meldete. Am liebsten hätte sie geschrien, schaffte es, die Worte zu einem Zischen zu dämpfen: »Hier ist jemand in meiner Wohnung!«

»Hier ist die Polizei. Wir sind wegen eines Einbrechers in dieser Wohnung verständigt worden.«

Carly drückte den Mund an die Gegensprechanlage. »Ich. Von mir. Ich weiß nicht, wo er ist.«

Sie drückte auf den Türöffner für den Hauseingang. Wartete eine halbe Ewigkeit, ehe sie gedämpfte tiefe Stimmen draußen im Flur hörte, ein Klopfen an der Tür. Sie öffnete sie einen Spalt weit und erblickte zwei Uniformen. Männer, die Körpermitte wuchtig von all der Ausrüstung am Gürtel. Die Brustkörbe der beiden pumpten vom Spurt die Treppe herauf. Beide musterten sie kurz – nackte Füße, Flanellpyjama, einen Föhn in der Hand.

»Sind Sie verletzt?«, erkundigte sich der eine.

Steifes Kopfschütteln.

»Ist jemand bei Ihnen in der Wohnung?«

»Ich … weiß es nicht.«

Der Polizist warf über Carlys Schulter hinweg einen kurzen Blick in ihren Flur. Sein Kollege schaute den Hausflur hinunter, den sie entlanggekommen waren. Ein Funkgerät knisterte. Carlys Magen verkrampfte sich.

»Dürfen wir reinkommen?«, fragte der Polizist.

Ja bitte. Sie öffnete die Tür weit, sah Pistolen und Handschellen an ihren Gürteln. Der, der gesprochen hatte, fand die Lichtschalterleiste an der Wand und machte Licht im Flur. Carly kniff in der jähen Helligkeit die Augen zusammen; es juckte sie in den Füßen davonzulaufen.

»Bitte warten Sie hier, während wir die Wohnung überprüfen«, sagte er.

Ganz nahe bei der Tür, hinter bewaffneten Polizisten. »Okay.«

Sein Partner hakte ein Mikrofon von seiner Jacke los und sprach leise hinein, während er an ihr vorbeiging. Carly blieb an der Wohnungstür stehen, als die einsame Glühbirne im Wohnzimmer aufleuchtete. Zwei weitere Polizisten erschienen im Hausflur, ein Mann und eine Frau; sie nahmen Carly kaum zur Kenntnis, als sie hereineilten.

Sie schob sich an der Wand ent