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Carly fuhr aus dem Bett hoch, taumelnd und wild im Dunkeln um sich greifend, hin- und hergerissen zwischen Kampf und Flucht.
Wo? Wo war er?
Mit aller Macht lauschte sie nach irgendwelchen Geräuschen und hörte das Hämmern ihres Herzens, das trockene Rasseln ihres Atems. Kein Klopfen, kein Rumpeln, kein Poltern. Das bedeutete verdammt noch mal überhaupt nichts.
Sie hatte ihr Handy in der Hand. Carly konnte sich nicht erinnern, danach gegriffen zu haben. Sie brauchte drei Versuche, um die Nummer zu wählen. Und es dauerte eine Ewigkeit, bis sich eine Stimme meldete. Am liebsten hätte sie geschrien, schaffte es, die Worte zu einem Zischen zu dämpfen: »Hier ist jemand in meiner Wohnung!«
»Hier ist die Polizei. Wir sind wegen eines Einbrechers in dieser Wohnung verständigt worden.«
Carly drückte den Mund an die Gegensprechanlage. »Ich. Von mir. Ich weiß nicht, wo er ist.«
Sie drückte auf den Türöffner für den Hauseingang. Wartete eine halbe Ewigkeit, ehe sie gedämpfte tiefe Stimmen draußen im Flur hörte, ein Klopfen an der Tür. Sie öffnete sie einen Spalt weit und erblickte zwei Uniformen. Männer, die Körpermitte wuchtig von all der Ausrüstung am Gürtel. Die Brustkörbe der beiden pumpten vom Spurt die Treppe herauf. Beide musterten sie kurz – nackte Füße, Flanellpyjama, einen Föhn in der Hand.
»Sind Sie verletzt?«, erkundigte sich der eine.
Steifes Kopfschütteln.
»Ist jemand bei Ihnen in der Wohnung?«
»Ich … weiß es nicht.«
Der Polizist warf über Carlys Schulter hinweg einen kurzen Blick in ihren Flur. Sein Kollege schaute den Hausflur hinunter, den sie entlanggekommen waren. Ein Funkgerät knisterte. Carlys Magen verkrampfte sich.
»Dürfen wir reinkommen?«, fragte der Polizist.
Ja bitte. Sie öffnete die Tür weit, sah Pistolen und Handschellen an ihren Gürteln. Der, der gesprochen hatte, fand die Lichtschalterleiste an der Wand und machte Licht im Flur. Carly kniff in der jähen Helligkeit die Augen zusammen; es juckte sie in den Füßen davonzulaufen.
»Bitte warten Sie hier, während wir die Wohnung überprüfen«, sagte er.
Ganz nahe bei der Tür, hinter bewaffneten Polizisten. »Okay.«
Sein Partner hakte ein Mikrofon von seiner Jacke los und sprach leise hinein, während er an ihr vorbeiging. Carly blieb an der Wohnungstür stehen, als die einsame Glühbirne im Wohnzimmer aufleuchtete. Zwei weitere Polizisten erschienen im Hausflur, ein Mann und eine Frau; sie nahmen Carly kaum zur Kenntnis, als sie hereineilten.
Sie schob sich an der Wand ent