: Markus Hoffmann
: Tödliche Triplette. Ein Fall für Commissaire Julian Kriminalroman
: mainbook Verlag
: 9783946413615
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Südfrankreich 2010. In Breil-sur-Roya wird die verstümmelte Leiche eines Asiaten angeschwemmt. Bei der Obduktion findet sich in dessen Speiseröhre ein geheimnisvolles Emaille-Schild. Commissaire Paul Julian, Chef der Mordkommission Nizza, ermittelt. Als auch noch ein alter Mann bei einem Boule-Turnier zu Tode kommt, scheint die Aufklärung des Falls in weite Ferne zu rücken. Deutschland 1946. Der junge Peppel und sein Freund Otto müssen aus Hamburg fliehen. Über Lyon und Marseille führt sie ihr abenteuerlicher Weg bis ins koloniale Indochina. Ein spitzfindiges Gespann, mit allen Wassern gewaschen. Doch das Schicksal nimmt seinen Lauf. Paul Julian wird mit den Schrecken der Vergangenheit konfrontiert. Denn Schuld verjährt nie ...

Markus Hoffmann wurde 1968 in Ellwangen an der Jagst geboren und war lange Zeit in Aalen/Baden-Württemberg wohnhaft. Hoffmann studierte Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit 2013 lebt und arbeitet er in Wiesbaden. Neben seiner Freude an der mediterranen Küche, ist er ein begeisterter Boule-Spieler. Tödliche Triplette ist sein Debütroman.

zwei


Der Morgen war nicht mehr ganz jung, als sich Paul aus dem Bett wälzte. Er hatte schon einige Zeit wachgelegen und ließ sich nochmals den gestrigen Nachmittag durch den Kopf gehen. Etwas muffig wackelte er in die Küche, setzte sich eine Kanne Kaffee auf und verbrachte das spärliche Petit-déjeuner auf den kühlen Stufen vor der Eingangstür. Der Kaffee begann zu wirken.

Hatte Eric die Ermittlungen in seinem Sinne in Gang gebracht, hatte alles funktioniert? Es ratterte regelrecht los in ihm. Und er, immer noch im leichten Schlafgewand! Er klatschte sich auf die Schenkel, stand auf und beschloss zur Tagesordnung überzugehen.

Kurz darauf fuhr er den alten Daimler, einen Mercedes /8 aus der Garage und begab sich ins Büro. Paul versuchte das Maximum an Freundlichkeit an den Tag zu legen, als er das Präsidium betrat. Eric, Nathalie und Chouchou waren bereits an der Arbeit. Nathalie telefonierte und warf ihrem Chef ein Lächeln zu. Eric und Chouchou hatten sich über den Bildschirm des Rechners gebeugt und eine Karte der Gorgue de la Roya aufgemacht. Das Team hatte seine Anweisungen erledigt. Schon heute Morgen waren die Kollegen der Spurensicherung die Schlucht entlanggefahren und hatten die totale Sperrung veranlasst. Dann begann man damit, die Uferbereiche zu durchkämmen. Auch Spürhunde waren im Einsatz.

Wenig später machten sich Paul und sein Team ebenfalls auf den Weg nach Breil-sur-Roya. Im südwestlichsten Zipfel der Republik gelegen, gehörte der Ort noch vor 150 Jahren zu Italien. Um dorthin zu gelangen, galt es die Staatsgrenze zu passieren und über Ventimiglia, in Richtung Colle de Tende, wieder auf französischen Boden zu gelangen. An der Grenze zwischen Menton und Ventimiglia warf der Kollege vom italienischen Zoll einen kurzen Blick auf ihre Dienstausweise. Wortlos salutierend, die Hand an den Schirm der Mütze gelegt, winkte er den Dienstwagen hindurch.

Gegen Mittag rollte das Fahrzeug über die langgezogene Linkskurve in das Örtchen ein. Via Funk hatte man Kontakt mit dem Einsatzkommando aufgenommen, parkte am Seeufer und suchte das Bereitschaftszelt der Spurensicherung auf.

Pauls Handy klingelte. Die Truppe blieb stehen und sah amüsiert zu, wie er verärgert sein Jackett nach dem Telefon abtastete. Wortlos gab er ihnen zu verstehen, dass sie ihren Weg in Richtung Zelt wieder aufnehmen sollten.

Es war Jacques. Jacques Lecomte, der sicherlich nicht ohne triftigen Grund anrief.

„Paul, wenn du Zeit hast, komm doch bitte heute nochmal bei mir vorbei. Wir sind, ich sage mal, in gewisser Weise fündig geworden. Ich denke, das wird dich sehr interessieren.“

„Im Moment sind wir in Breil angekommen. Die Untersuchungen der Spurensicherung laufen auf Hochtouren und ich wollte gerade mit meinen Leuten … also gut natürlich! Ich mach mich sofort auf den Weg. Aber bitte, vielleicht kannst du mir vorher ein paar Informationen geben, um was es sich handelt.“

Was er zu hören bekam, ließ ihn die Stirn in Falten legen und auch auf die Ferne war zu erkennen, dass das gerade stattfindende Telefonat einiges an Überraschungen zu bieten hatte. Jaques Lecomte begann zu berichten: „Also gut, dann eben erst einmal am Telefon. Bei der Obduktion haben wir in der Speiseröhre des Toten einen 5 cm langen und 3,5 cm breiten Gegenstand aus emailliertem Blech gefunden. Aller Wahrscheinlichkeit nach ein Wappen, Fläche schwarz, weiße Umrandung. An der linken Seite oben eine konkave Aussparung und in der Mitte eine Darstellung, die an die Tatze eines Bären, Tigers oder Ähnlichem erinnert. Das Ding dürfte dem Toten i