: Peter Ames Carlin
: Paul McCartney - Die Biografie Mit einem Update von Alan Tepper
: Hannibal
: 9783854456315
: 1
: CHF 8.90
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: Biographien, Autobiographien
: German
: 520
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Was für ein Leben! Mit den Beatles hat er sich für alle Zeiten in der Musikgeschichte unsterblich gemacht und begeistert bis heute Millionen Fans. Bereits 50 Jahre ist es her, dass er erstmals 1960 in Hamburg auf der Bühne stand. Sir James Paul McCartney kann auf ein bewegtes Leben voller Erfolge, aber auch auf Tragödien und Niederlagen zurückblicken. Der englische Musiker, Singer-Songwriter, Maler und Komponist wurde weltweit bekannt als Sänger und Bassist der Beatles, für die er neben John Lennon die meisten Stücke schrieb. Lennon/McCartney gilt als das erfolgreichste Komponisten-Duo in der Geschichte der Popmusik. Nach dem Ende der Beatles startete McCartney eine erfolgreiche Solokarriere und gründete mit seiner Ehefrau Linda die Wings. Seit den 1980er Jahren arbeitet er ausschließlich als Solokünstler. McCartney gilt heut als der erfolgreichste lebende Pop-Komponist überhaupt, sein legendäres 'Yesterday' ist der meistgespielte Popsong aller Zeiten. McCartney lebt streng vegetarisch und engagiert sich in vielen Bereichen, auch für die Rechte von Tieren. Seine gesamte Lebensgeschichte wird in diesem Buch hautnah sehr lebendig erzählt. Ende 2009 trat Paul McCartney mit seiner Band im Rahmen seiner Welttournee auch in Deutschland auf. Für 2010 plante er eine fulminante Abschiedstournee. Die Auftritte sollten an Orten stattfinden, an denen der Ex-Beatle noch nie gespielt hat, etwa am Checkpoint Charlie in Berlin oder auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking.

Peter Ames Carlin wurde in Syracuse, New York, geboren und wuchs in Seattle, Washington, auf. Er arbeitete viele Jahre als Chefreporter für das People-Magazin und ist Autor des äußerst erfolgreichen Buches Catch A Wave: The Rise, Fall and Redemption of the Beach Boys (Simon& Schuster), das lange in den Bestsellerlisten der New York Times platziert war. Heute lebt Peter Ames Carlin mit seiner Frau und drei Kindern in Portland, Oregon, wo er für den Kulturteil der Tageszeitung The Oregonian verantwortlich ist.

Kapitel 1

Paul McCartney ist fast zu Hause.

Er ist in Liverpool, jener Stadt, in der er geboren wurde und seine Kindheit und Jugend verbrachte. Mehr noch, er ist in Anfield, jenem Stadtteil, in dem sein Vater aufwuchs, in dem Ende des 19. Jahrhunderts sein Großvater lebte, arbeitete und seine Familie ernährte. Kein Wunder, dass Paul so strahlt. In wenigen Wochen wird er seinen 66. Geburtstag feiern, und in diesem Augenblick ist er ganz nahe an seinen Wurzeln. Umgeben von seiner Familie. Unter Freunden. Auf einer großen Feier. Großvater Joe McCartney hätte es damals, kaum eineinhalb Kilometer entfernt, genauso krachen lassen. Und Vater Jim McCartney ebenfalls. Jetzt, im neuen Jahrtausend, macht sein Sohn dasselbe.

Seine Wangen glühen. Seine Augen funkeln. Er öffnet den Mund, legt den Kopf in den Nacken und stößt ein helles Freudengeheul aus.Ahhhhhhhh!

Zehntausend Stimmen antworten ihm.

Paul trägt einen schwarzen Anzug mit hochgestelltem Kragen und darunter ein lockeres, weißes Hemd. Sein Haar ist übernatürlich braun, und er sieht deswegen, wenn auch auf leicht surreale Weise, jünger aus. Vor allem aber hat er seinen Höfner-Bass umhängen, und das allein genügt, um ihn so alterslos erscheinen zu lassen, wie er sich wahrscheinlich fühlt. Er weiß, wenn man sich Paul McCartney mit geschlossenen Augen vorstellt, dann unwillkürlich immer mit diesem Instrument. Der Höfner-Bass mit dem geigenförmigen Korpus zählt zu den ausdrucksstärksten Symbolen der Rockmusik. Er ist sein Wahrzeichen, sein Excalibur. Dabei ist das Instrument nicht unbedingt der Schlüssel zu seiner Vergangenheit. Aber die Tatsache, dass er es noch hat und noch so häufig in der Öffentlichkeit spielt, ist durchaus bedeutsam.

Der Höfner liegt ihm wie immer leicht in der Hand und schwingt locker vor seinen Hüften, als er sich zur Band umdreht und ein paar Töne anschlägt. Hinter ihm tupft der Schlagzeuger zart auf die Becken des Hi-Hats und baut einen Rhythmus auf. Paul wirbelt auf dem Absatz herum, tritt ans Mikrofon und brüllt den zigtausend Gesichtern, die sich vor ihm im Stadion aufreihen, eine Begrüßung entgegen:

For goodness sake – I got that hippy hippy shake …

Eine Explosion aus Schlagzeug, Gitarren und Keyboards prallt gegen den Lärm, der vom Publikum gegen die Bühne brandet, und es ist dieser Augenblick, an dem Paul wirklich nach Hause kommt. Er hat diesen Song nicht geschrieben, aber er hat ihn sich vor beinahe fünfzig Jahren angeeignet und damals zusammen mit ein paar Freunden in einem feuchten Keller vor Jugendlichen aus der Nachbarschaft immer wieder gespielt. Damals sprach noch niemand von Geschichte, und niemand dachte an Symbole oder Legenden. Aber was hätte das damals au