3. Wie Hypnose funktioniert
Egal ob angeleitet oder eigenständig durchgeführt, jeder Hypnoseablauf gliedert sich in drei Abschnitte. Zuerst geht es darum, gut in die Trance hineinzugelangen. Dann schließt sich die eigentliche hypnotische Aktivität an. Und im dritten Schritt erfolgt der Weg heraus aus der Trance, um wieder ganz verfügbar und voll da zu sein.
3.1 Hinein in die Trance
Auch wenn wir alle schon Trancephänomene erlebt haben, so wissen doch die meisten Menschen nicht auf Anhieb, wie der Weg dorthin funktioniert. Um in Trance zu gelangen, gibt es verschiedenste Wege, die sogenanntenInduktionen (von lat.inducere = hineinführen). Einige dieser Induktionen, die sich besonders für die Selbsthypnose eignen, stelle ich Ihnen im Folgenden kurz vor. Im nächsten Kapitel finden Sie dann darauf aufbauend konkrete Übungen dazu, sodass Sie ausprobieren können, welche Möglichkeiten Ihnen am besten gefallen und am leichtesten gelingen.
Eine Induktionsmethode mit besonders langjähriger Tradition, die schon im Altertum in Ägypten genutzt wurde, ist die sogenannteFixation. Mit den Augen wird konsequent auf einen bestimmten Punkt geschaut – wie auf die Pfeilspitze in unserem Beispiel, die der alte Schamane dem Wettläufer präsentierte. Die Wahrnehmung fokussiert sich und eine Art Leere kehrt ein. Nach kurzer Zeit besteht nur noch das Bedürfnis, die Augenlider zu schließen und die Trance sich weiter ausbreiten zu lassen.
In vielen therapeutisch angeleiteten Hypnosen wird heute noch diese Form der Induktion benutzt. Manche Menschen erwarten das geradezu, weil sie schon davon gehört haben. Also werden Kugelschreiberspitzen und Pendel gern zum Fixieren eingesetzt. In der Selbsthypnose erfordert diese Methode allerdings etwas Disziplin, denn ich muss darauf achtgeben, dass die Augen nicht vom Fixationspunkt abschweifen. Das ist Übungssache. Und wem das gelingt, der kann diese Möglichkeit auch gut in Eigenregie für sich nutzen. Viele Menschen denken bei Hypnose an einen schlafähnlichen Zustand. In der Praxis erlebe ich es oft, dass deshalb die Augen schon von vornherein geschlossen werden, um in Trance zu gelangen. Das ist natürlich sehr einfach – wenn es gelingt. Denn geschlossene Augen bedeuten noch nicht automatisch Trance. Entscheidend ist das innere Konzentrieren der Aufmerksamkeit. Das lässt sich durch verschiedene Entspannungstechniken gut unterstützen. Die einfachste Form ist entspanntes Atmen. Das bringt Ruhe und Versunkenheit. In meinen Tranceanleitungen benutze ich dieses Element daher gerne und häufig.
Eine weitere, vergleichsweise einfache und im Gebrauch sehr sichere Methode ist das Hineinzählen in die Trance. Zählen kann jeder. Also ist das etwas sehr Vertrautes. Dazu wird in langsamen Zählschritten der Weg in die Trance vorgenommen. Dieses Hineinzählen in die Trance wird gern von Menschen genutzt, die sich viel mit Technik beschäftigen. Ihnen ist die Welt der Zahlen vertraut. Auch wenn man noch unsicher ist, eignet sich die Methode hervorragend. Sie gibt eine klare Struktur und gewährt Halt.
Eine Variante der Zähltechnik ist die Schritttechnik. Hier werden nicht einfach nur Zahlen benutzt, sondern der Weg in die Trance hinein wird in einem Gleichnis, einer sogenanntenMetapher vollzogen. So kann der Weg über eine Brücke führen, über Treppenstufen oder über die Etag