Für welche Probleme sind Diagnosen eigentlich eine Lösung? Tom Levold und Hans Lieb im Gespräch mit Uwe Britten
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Tom Levold, Hans Lieb
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Uwe Britten
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Für welche Probleme sind Diagnosen eigentlich eine Lösung? Tom Levold und Hans Lieb im Gespräch mit Uwe Britten
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Vandenhoeck& Ruprecht Unipress
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9783647451923
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Psychotherapeutische Dialoge.
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1
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CHF 20.80
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Angewandte Psychologie
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German
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180
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Wasserzeichen
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Bei inzwischen mehreren Hundert Diagnosen für psychische Störungen sind die internationalen Klassifikationssysteme DSM und ICD mittlerweile angekommen - ist das noch durch irgendetwas gerechtfertigt? Und: Wofür sind Diagnosen bei psychischen Beeinträchtigungen überhaupt sinnvoll? Tom Levold und Hans Lieb suchen im Gespräch nach Antworten. Gerade zu Beginn einer Psychotherapie kann eine standardisierte Diagnostik mit dem Erkennen von Symptomen und der Nennung einer Diagnose hilfreich sein, insbesondere für die Psychotherapeuten selbst. Das gibt ihnen Sicherheit. Doch mit dem Fortschreiten der Therapie ist es ratsam, sich von den allzu einengenden Schablonen heutiger Diagnosen zu distanzieren und den Blick zu weiten, um den Klienten in seiner menschlichen Tiefe besser zu verstehen. Tom Levold und Hans Lieb stehen der gängigen standardisierten Diagnostik mit Vorbehalten gegenüber, zumal so getan werde, als existierten psychische Erkrankungen »für sich« irgendwo. Das tun sie aber nicht, denn die Problemlagen der Klienten sind viel komplexer, als die Diagnosen es suggerieren, sodass die Vergabe einer Diagnose nichts anderes als eine Fremdbeobachtung ist, die oft wenig mit dem Erleben der Klienten zu tun hat. Zwar stehen Diagnosen stets im Raum, wenn es um psychische Erkrankungen geht, doch sie sollten mit kritischer Distanz reflektiert werden. »Wir können nicht nicht diagnostizieren«, meint Hans Lieb. »Ja«, ergänzt Tom Levold, »aber wir dürfen menschlichen>Sinn< nicht medizinisieren«.
Tom Levold, geb. 1953, Lehrtherapeut, Lehrender Supervisor und Lehrender Coach (SG), seit 1989 in freier Praxis für systemische Therapie, Supervision, Coaching und Organisationsberatung in Köln tätig. Herausgeber von »systemagazin - Online-Journal für systemische Entwicklungen«. Mitbegründer der Systemischen Gesellschaft und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur systemischen Theorie und Praxis Kontakt: www.levold.de
Title Page
4
Copyright
5
Table of Contents
6
Distinktion und Indikation – Benennungen
12
Ingwerknolle als Rorschachtest
13
Kommunikation kommunizieren
18
Unterscheiden lernen
27
Psychische Erkrankungen sind keine Entitäten
36
Empathie
37
Medizinisch-naturwissenschaftliche Verengungen wieder öffnen
45
Standardisierung und Klassifikation
53
Sinnhaft sprechen, aber wie?
78
Wirkung und Wirkgeschichte von Diagnosen
79
Wir können nicht nicht diagnostizieren
88
Was der Fall ist
100
Rituale und Erwartungserwartungen
114
Diagnosen dynamisieren
115
Dialogische Diagnostik
125
Die Notwendigkeit einer Narration des gelebten Lebens
136
Der Kontextverweis als Politikum
146
Therapeutische Interventionen müssen begründbar sein
154
Tooligans
155
Hintergründe
166
Ausgewählte Literatur
179
Body
8