: Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk
: Entspannt durch die Wechseljahre Beschwerdefrei dank der neuen Hormontherapien
: GRÄFE UND UNZER
: 9783833860621
: GU Ratgeber Gesundheit
: 1
: CHF 10.80
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: Gesundheit
: German
: 128
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mehr Lebensqualität dank der neuen Hormontherapien Die neuen Hormontherapien für Frauen in den Wechseljahren und nach der Menopause sieht die Wissenschaft nach verschiedenenen Nachbesserungen heute in neuem Licht, nachdem sie vor Jhren wegen gesundheitlicher Risiken in Verruf geraten waren. Jetzt steht ein Comeback an. MIndestens ein Drittel aller Frauen sind durch die Einschränkung der natürlichen Hormonproduktion so sehr in ihrem Alltag beeinträchtigt, dass sie eine medizinische Unterstützung brauchen, die über allgemeine Empfehlungen zur Lebensführung und Naturheilmittel, die oft nur Placebochrakter haben, hinausgeht. In dem neuen Ratgeber Gesundheit können sich Frauen umfassend über die ihre zweite Lebenshälfte bestimmende Phase der Wechseljahre informieren, die Veränderungen im Hormonhaushalt, die stattfinden, typische Beschwerden und ihre Ursachen und die Vorzüge der neuen Hormontherapien in der Behandlung. Auf dieser Grundlage können sie selbstbestimmt mit ihrem Frauenarzt ihr individuelles Therapiekonzept planen. Tipps zur Ernährung, komplementäre pflanzliche Arzneien, körperliche Aktivität, beckenbodentraining und stimmungsaufhellende Maßnahmen runden die Behanldung optimal ab.

Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk zählt zu den weltweit führenden Anti-Aging-Medizinern. Er ist Herausgeber des ersten deutschen Fachbuches für Anti-Aging-Medizin und Präsident der German Society of Anti-Aging Medicine (GSAAM) - mit 1200 Ärzten die größte Anti-Aging-Gesellschaft Europas. Im In- und Ausland veranstaltet er regelmäßig Kongresse, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen zu den entsprechenden Themen. Zu seinen neuesten Projekten gehört u. a. die Beratung der Chinesischen Regierung bzgl. der Errichtung sogenannter 'Health Cities', also von Städten, in deren Bau die neuesten Erkenntnisse der Präventivmedizin einfließen.

HALBZEIT: SCHICKSAL ODER CHANCE?


Nein, es leiden keineswegs alle Frauen unter den Wechseljahren. Es gibt auch viele Frauen, die diesen natürlichen Prozess, der mit dem Älterwerden einhergeht, kaum als Beeinträchtigung empfinden. Tatsächlich haben ein Drittel wenig oder gar keine Beschwerden wie Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen& Co. und ein Drittel klagt über mäßige Beschwerden, die aber zu managen sind. Unser Buch ist vor allem für das Drittel der Frauen geschrieben, die stark beeinträchtigt sind und ihren Alltag kaum noch bewältigen können. Aber auch Frauen mit mittleren Beschwerden können erheblich profitieren und mehr Lebensqualität gewinnen.

Ein »Frauenschicksal«


Wechseljahre gab es (natürlich) immer schon. Nur waren sie früher kein großes Thema. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen: Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lag die allgemeine Lebenserwartung noch bei 45 Jahren. Viele Frauen erreichten also gar nicht erst das Alter, in dem die Wechseljahre eintraten. Grund zwei: Gegen Wechseljahre und die einhergehenden Beschwerden, die aus manchen Frauen einen Schatten ihrer selbst machten, ließ sich lange Zeit nichts tun. Frauen, die früher die 50 überschritten, stellten genauso fest, dass ihre Periode ausblieb und ihre Fruchtbarkeit versiegte. Und wahrscheinlich litten sie auch unter Hitzewallungen, Schlafstörungen und ähnlichen Beschwerden. Nur wurde all das damals unter der Rubrik »Frauenschicksal« verbucht und so mit dem Stempel »unabänderlich« versehen. Gegen das Schicksal lässt sich nichts tun. Das muss man geduldig ertragen. Zumal die Medizin diesbezüglich nichts anzubieten hatte.

INFO

MENOPAUSE? KLIMAKTERIUM?

Mit der letzten Menstruation, der sogenannten Menopause, beginnen die Wechseljahre. Auf der ganzen Welt sind die Frauen dann im Durchschnitt 51 Jahre alt. Insgesamt kann das Klimakterium, wie die Wechseljahre auch heißen, etwa zehn Jahre dauern.

»Muss ich da wirklich durch?«


»Da muss man durch«, hieß dementsprechend der lakonische Ratschlag von Gynäkologen bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, wenn es um die Wechseljahre und die damit verbundenen Beschwerden ging. »Man« war dabei natürlich Frau.

»Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher hormoneller Umstellungsprozess.« Hört man immer wieder. Ist prinzipiell auch richtig. Nicht zutreffend ist allerdings die Tatsache, daraus ableiten zu wollen, die Wechseljahre mit ihren Malaisen müssten einfach so hingenommen werden. Denn in der Tat geht dieser »normale hormonelle Umstellungsprozess« bei vielen Frauen doch mit erheblichen Beschwerden einher. Diese Beschwerden nicht zu behandeln, käme einer unterlassenen Hilfestellung gleich und verursacht viel unnötiges Leid.

Alles nur die Natur


Und auch eine zweite Frage muss gestellt werden: Wie natürlich ist dieser natürliche Umstellungsprozess überhaupt? Werfen wir dazu einen kurzen Blick auf unsere tierischen Verwandten. Biologisch gehören wir zur Gattung der Säugetiere. Schauen wir uns bei denen einmal um, so stellen wir erstaunt fest: Wechseljahre gibt es dort, bis auf wenige Ausnahmen, gar nicht. Ob Hunde, Katzen, Pferde oder Schweine – die weiblichen Säugetiere bleiben bis ins hohe Alter hinein fortpflanzungsfähig. Das gilt übrigens auch für unsere eher weitläufigeren Verwandten wie Reptilien, Vögel, Fische und was da sonst noch so kreucht und fleucht. Erstaunt stellen wir fest: Die »natürlichen Wechseljahre« kommen sonst in der Natur nicht vor. Warum macht der Mensch hier eine Ausnahme?

Eine Frage der Gattung

Die Antwort finden wir bei unseren Verwandten. Alle Säugetiere – also auch wir –zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass ihre Jungen einer besonders intensiven Pflege bedürfen. Sie müssen gestillt, gehegt und behütet werden, bis sie schließlich selbstständig sind. Bei den meisten Säugetieren dauert das Wochen bis Monate, bei einigen auch zwei bis drei Jahre.

Der Mensch als Unterspezies der Gattung Säugetiere macht hier eine große Ausnahme. Menschenbabys kommen nach einer relativ langen Tragezeit extrem unreif und hilflos zur Welt. Um sie großzuziehen und sie zu selbstständigen Lebewesen werden zu lassen, braucht es im Vergleich einen enormen Aufwand und sehr viel Zeit. 14 bis 16 Jahre sind die Regel. (Von den vielen Fällen, die nie richtig erwachsen werden, wollen wir hier gar nicht reden.)

Der Mensch benötigt unter allen Säugetieren