: Laander Karuso
: Der Weg zu meinem verfickten Seelenfrieden Aus dem Tagebuch eines passionierten Hobbyzynikers
: Periplaneta
: 9783959960274
: 1
: CHF 7.10
:
: Humor, Satire, Kabarett
: German
: 146
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Laander Karuso ist die perfekte Mischung aus Rebell und Kunstfigur. Sein 'Tagebuch' könnte keinen besseren Protagonisten haben, als ihn selbst, denn er ist zwar Zyniker aus Leidenschaft, aber er hat für die böse Welt da draußen ein viel zu großes Herz. Ja, eigentlich ist er nur ein hoffnungsloser Romantiker, den keiner versteht. Seine Kreativität entspringt einer wirklich ausgeprägten und gepflegten Hassliebe zur mitteldeutschen Provinz. Sie ist das Erdreich für seine Wurzeln und der Stoff, aus dem seine Lieder und Texte sind. 'Der Weg zu meinem vefickten Seelenfrieden' ist eine Bühnentextsammlung, in der jeder sein Fett wegbekommt: die Stadt Stendal, diverse andere Häuseransammlungen, die Katze seines Mitbewohners, die oberflächliche Mitmenschheit und vor allem Karuso selbst.

Auf der Suche nach dem Verlieren


- 30. August -

Ich sitze in meiner Wohnung und starre an die Decke. Neben mir schläft der Hund friedlich und schnarcht dabei. Plötzlich klingelt es. Vor der Tür steht eine Gestalt mit dunklem Umhang, dunkler Kapuze und einer rostigen Sense in der Hand.

„Ach du Kacke!“, rutscht mir raus.

„Ja ganz toll. Echt nett“, sagt er in eingeschnapptem Tonfall, „Gevatter Tod, wenn’s recht ist. Kann ich reinkommen?“

„Nein!“, antworte ich sofort.

„Ich habe nur aus Anstand gefragt. Ich komm jetzt rein. Entweder machste mir Platz oder bleibst stehen. Aber wenne stehenbleibst, muss ich dich zur Seite schieben und wenn ich dich berühre, kippst du aus ’n Latschen und ich hab früher Feierabend.“

Ohne weiter zu zögern, setzt er sich in Bewegung und schreitet durch die Haustür. Blitzschnell hechte ich zur Seite und finde mich auf dem Schuhregal in der Ecke wieder.

„Klappt immer“, murmelt er vor sich hin, als er den Flur betritt. Die Blume auf der Flurkommode verwelkt augenblicklich, als er diese passiert. Doch bevor ich dazu komme, sie zu bedauern, fällt mir plötzlich ein, dass sich Lotta noch im Zimmer befindet. Ein Schrecken fährt mir durch den Körper und ich spurte los. Als ich die Tür erreiche, steht der Sensenmann schon vor der Couch und blickt auf meinen Hund herab. Lotta hat es sich in meiner Abwesenheit gemütlich gemacht und liegt nun quer auf der Couch, so dass kaum mehr Platz zum Sitzen ist.

„Mach mal Platz, Fiffi“, sagt Gevatter Tod, während er sich auf die Couch niederlässt und ansetzt, Lotta zur Seite zu schieben.

„NEEEEIIIIN!“, schreie ich aus dem Affekt, „Finger weg von meinem Hund!“ Aber es ist zu spät. Er hat sie bereits berührt.

Offenbar verwundert schaut er zu mir hoch und stutzt.

„Junge, bleib’ mal geschmeidig“, sagt er gelassen und gestikuliert, als wollte er einen sich nähernden Zug aufhalten. „Wenn du immer gleich so an die Decke gehst, wirste aber nich alt“, sagt er beiläufig und fängt an, Lotta zu streicheln. Sie hebt den Kopf, schaut sich um und legt ihr Haupt nach kurzer Zeit wieder desinteressiert nieder.

„Sie … lebt?“, frage ich etwas konfus.

„Na klar. Was dachtest du denn? Ich kann doch keinen Hund umbringen!“

„Du meinst, es geht nicht? Deine