: Richard Wiemers
: Bross. Endstation Hinterhof
: Periplaneta
: 9783959960168
: 1
: CHF 7.10
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 228
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eigentlich sollte Bross Urlaub machen. Doch nun hängt hier im Hinterhof die rote Cora und ist ziemlich tot. Bross hat keine Zeit mehr fürs Bergwandern oder Sandburgen bauen. Er muss jetzt ermitteln. Wie immer im Regen. Es gibt Dutzende Verdächtige. Eine ungewöhnliche Tatwaffe. Und einen Kommissar, der sich auch von nassen Zigaretten nicht aufhalten lässt. 'Slapstick trifft Krimi... Ein unwiderstehlich komischer Lesetrip.' (Tatwort Fanzine) 'Dialoge, bei denen einem der Mund offen stehen bleibt.' (T-Arts) 'Jeder Spur muss nachgegangen werden. Zur Not auch, bevor es sie überhaupt gibt.' (Bross)

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„Nachladen, Chef!“, rief Keule.

Bross feuerte in den Kugelhagel hinein, der auf ihn und seinen Assistenten einprasselte.

„Chef! Sie müssen nachladen!“, rief Keule durch den Lärm der Schüsse hindurch. Seine Waffe war längst leer. Vierzig Magazine hatte er durchgefeuert.

Wortlos blickte Bross zu Keule herüber, nur kurz, dann setzte er die nächste Salve. „Zeitverschwendung“, murmelte er. Die konnten sie sich jetzt nicht leisten. Außerdem hatte er das nicht nötig.

Unbeirrt feuerte er weiter, auf die schwarzen Limousinen, die sich vor dem Pub am Bahnhof aufgebaut hatten und zu einer Art Wagenburg aneinandergereiht worden waren. Hinter ihnen hatten sich schwarz gekleidete dunkelhaarige Männer verschanzt und beantworteten die Schüsse mit dichten Kugelsalven. Der Asphalt unter ihren Füßen war übersät mit Patronenhülsen und leergeschossenen Magazinen.

Sie waren zu fünft. Ihre Fahrzeuge waren durchsiebt von den präzis gesetzten Kugeln der Ermittler, die sich etwa zwanzig Meter von ihnen entfernt in einem sicheren Hinterhalt befanden. Bross lauerte hinter einer blutjungen, schlanken Platane. Keule, sein Assistent, hatte in einer eisernen Mülltonne Schutz gefunden, aus der er für jeden Schuss einmal kurz emporschnellte, den losen Deckel auf dem Kopf haltend, um darauf sofort wieder in die Versenkung abzutauchen. Peitschend pfiff ihnen das Sperrfeuer der Verbrecher um die Ohren und trommelte auf Baum und Tonne ein, die sich freilich unbeeindruckt zeigten.

Alles hatte vor einigen Stunden begonnen. Zu der Zeit lag KiefsPub am Bahnhof noch verschlafen in der Mittagssonne, ab und zu fuhr ein Auto vorbei und eine Fliege krabbelte träge über den schmierigen Tresen. Plötzlich war eine zwielichtige Gestalt aufgetaucht. Der Mann trug einen schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte und schwarzem Hut. Kief, der Wirt des Pubs, ein Mann von sicherer Menschenkenntnis, brauchte nicht mehr als einen kurzen Augenblick, um zu wissen: Dieser Kerl führte etwas im Schilde.

Eigentlich hieß er Keith. Nach seiner Zeit bei der britischen Rheinarmee war er in Deutschland hängengeblieben. Bald übernahm er den Pub, wo es seinen Gästen z