Kapitel 1
In dem Moment, in dem Paparazzi davon Wind bekommen, dass man sich einen von Amerikas begehrtesten Junggesellen geschnappt hat, ist man selber auch berühmt. Leider. Ich hätte nie gedacht, dass das in meinem Leben eine Rolle spielen würde, als ich einwilligte, Chase Davis zu heiraten. Nein, mein Bild auf unzähligen Magazinen abgebildet zu sehen stand nicht besonders hoch auf der Liste der Dinge, die ich im Leben erreichen wollte. Schlimmer noch sind die Folgen des Ruhms. Die heftigen Gegenreaktionen. Die bösen Bezeichnungen, mit denen sie mich bedacht haben. Sie reichten von Goldgräberin bis hin zur ersten von Chases’zahlreichen Ehefrauen. Eine einzige Frau konnte doch unmöglich die Bedürfnisse eines Milliardärs und Geschäfts-Tycoons wie Chase Davis erfüllen. Dafür brauchte er sicher einen Haufen Nutten.
»Hör dir das mal an!« Meine beste Freundin und demnächst ehemalige Mitbewohnerin, Maria, lacht schallend und hält sich die Hand vor den Mund, während sie die aktuellen Klatschmagazine durchblättert. »Doppel M, Milliardärs-Mogul Chase Davis, heiratet Gillian Callahan, mit Doppel D ausgestattet.«
»Was?«, kreische ich. »Zeig mal her!« Maria wirft mir die Zeitschrift über den Berg von Umzugskartons zu. Ich überfliege die Seiten und sehe Chase, der den Arm um mich gelegt hat und besitzergreifend meine Hüfte umfasst. Er sieht einfach umwerfend gut aus, selbst auf einem ungeschönten Paparazzo-Foto wie diesem. Es wurde auf einer Wohltätigkeitsgala aufgenommen, die wir letztens besucht haben. Nur dass mein Busen auf dem Bild mindestens doppelt so groß wirkt wie der, den Mutter Natur mir geschenkt hat. In mir kocht es. »Sie haben meine Brüste vergrößert!«
Maria lacht, und ich bewerfe sie mit der Geschmacklosigkeit und schlage ihr damit auf den Kopf. »Puta!« Sie nennt mich Schlampe auf Spanisch.
»Ich hab den Mist so satt, der über mich geschrieben wird. Ich versuche, ihn gar nicht erst zu lesen. Chase ignoriert das Ganze einfach. Aber das ist nicht leicht.« Ein längst überfälliger Seufzer rutscht mir heraus, während ich weitere Bücher in einen Karton staple, der bereits überquillt.
»Cara bonita, lass nicht zu, dass du dich wegen irgendwelcher Fremden schlecht fühlst. Dafür solltest du dir zu schade sein.« Sie unterstreicht ihre Bemerkung, indem sie mich am Pferdeschwanz zieht. »Ah, dasKama Sutra. Das Buch gehört mir!« Mit langen Fingern schnappt Maria es sich von dem Stapel, den ich gerade durchsehe. »Gott bewahre, dass ich aus Versehen dein Sex-Buch mitgehen lasse.« Ich verdrehe die Augen und strecke ihr die Zunge heraus.
Sie beachtet mich nicht weiter und tänzelt stattdessen in die Küche. »Weißt du, was dieser Party fehlt? Mehr Mädels und Wein! Ohhhh … und Pizza!« Blitzschnell ist sie am Telefon und wählt. Eine unserer Freundinnen geht anscheinend sofo