Außerschulisches Lernen im Museum: Beispiel des Heinz Nixdorf MuseumsForums in Paderborn
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Oliver Kraatz
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Außerschulisches Lernen im Museum: Beispiel des Heinz Nixdorf MuseumsForums in Paderborn
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Bachelor + Master Publishing
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9783863419929
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1
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CHF 17.60
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Allgemeines, Lexika
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German
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72
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
In der heutigen Zeit ist es für Schüler immer schwieriger, Primärerfahrungen zu sammeln. Vielfach fehlt Eltern die Zeit, die Motivation oder das Gespür für die Notwendigkeit von Erfahrungen ihrer Kinder jenseits von Schule, Computer und Massenmedien. Ihrem Bildungsauftrag folgend sollte die Schule versuchen, den Schülern im entsprechenden didaktischen Rahmen Erfahrungen zu ermöglichen, die für die persönliche Entwicklung von so immenser Wichtigkeit sind wie das aktive Erleben der eigenen Umwelt und Lebenswirklichkeit. Hat die Schule es durch den Besuch außerschulischer Lernorte einmal geschafft, das oft passive Konsumieren von Unterrichtsinhalten durch die Schüler in wahres Interesse zu verwandeln, ergeben sich positive Effekte für den Unterrichtsalltag. Es entsteht auch im Klassenraum ein völlig neues Unterrichtsklima, das nicht nur die Leistungen der Schüler verbessert, sondern auch Lehrern einiges an Belastungen abnehmen und so die Arbeit vereinfachen kann. Diese Arbeit bietet am Beispiel des Heinz Nixdorf MuseumsForums in Paderborn Lehrerinnen und Lehrern einen Überblick über notwendige Vorüberlegungen sowie die Planung und mögliche praktische Durchführung von Museumsbesuchen im Rahmen des Unterrichts. Es werden aus der zahlreichen Fachliteratur zentrale Ansätze vorgestellt und kommentiert, um eine hohe Praxistauglichkeit zu gewährleisten.
Oliver Kraatz wurde 1980 in Salzkotten geboren. Sein Lehramtsstudium für die Fächer Englisch und Geschichte schloss er im Jahr 2010 an der Universität Paderborn erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte er zahlreiche Unterrichtserfahrungen unt
Textprobe: Kapitel 5, Besuch außerschulischer Lernorte: Ein Unterrichtsgang wie der Besuch eines Museums ist sowohl in der Planung als auch in der Durchführung ein komplexes Handlungsfeld. Es gilt nicht nur, den rechtlichen Rahmen zu beachten und Organisatorisches vorher mit den Schülern zu besprechen. Ein Unterrichtsgang ist nur dann sinnvoll, wenn er methodisch und didaktisch in die entsprechende Unterrichtsreihe eingebettet und ausreichend vor- und nachbereitet wird. Außerdem stellt ein Unterrichtsgang natürlich nicht die Lösung aller pädagogischen oder didaktischen Probleme in einer Unterrichtsreihe dar. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Besuch eines Museums durchaus Probleme aufwerfen kann, die im regulären Unterrichtsgeschehen nicht auftreten würden. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass der Besuch eines außerschulischen Lernorts auch methodische und didaktische Grenzen hat und nicht in jeder Unterrichtseinheit sinnvoll durchzuführen ist. 5.1, Rechtliche Aspekte und Grundlagen: Bei Besuchen von außerschulischen Lernorten wie etwa Museen handelt es sich um sogenannte sonstige verbindliche Schulveranstaltungen, sofern diese Besuche im Rahmen des Unterrichts stattfinden. Das bedeutet, dass Schüler an ihnen genau wie am normalen Unterrichtsgeschehen teilnehmen müssen, sofern sie schulpflichtig sind. Sollten sich Beginn oder Ende des Unterrichts aufgrund dieser Veranstaltung deutlich verschieben sind die Erziehungsberechtigten rechtzeitig zu informieren. Sollte ein Schüler aus gesundheitlichen oder anderen zwingenden Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen können, ist genauso zu verfahren wie beim normalen Unterrichtsgeschehen: die Eltern oder Erziehungsberechtigten haben also die Schule rechtzeitig vorher zu informieren. Sollte ein Schüler aufgrund von körperlichen Beeinträchtigungen nicht an der Veranstaltung teilnehmen können, so kann er vom entsprechenden Fachlehrer von der Teilnahmepflicht entbunden werden. Dieser Lehrer entscheidet ebenfalls, ob der Schüler in der Zeit der Veranstaltung zur Teilnahme am regulären Unterricht verpflichtet wird. Der Lehrer sollte, insbesondere dann, wenn durch den Besuch eines außerschulischen Lernorts anderer Fachunterricht ausfallen muss, genauestens prüfen, ob der Besuch dieses Lernortes notwendig und sinnvoll ist. Die Aufsichtspflicht des Lehrers ist eine der zentralen rechtlichen Fragen beim Besuch eines außerschulischen Lernorts. Die Rahmenbedingungen der Aufsichtspflicht sind festgelegt im Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung. Es gilt folgender Grundsatz:'Die Aufsichtspflicht der Schule erstreckt sich auf die Zeit, in der die Schülerinnen und Schüler am Unterricht oder an sonstigen Schulveranstaltungen teilnehmen." Daher obliegt die Aufsichtspflicht auf dem Weg zu außerschulischen Lernorten und gegebenenfalls auch auf dem Rückweg zum Schulgelände dem Lehrer. Allerdings dürfen diese Wege von Schülern der Sekundarstufen I und II ohne Begleitung eines Lehrers zurückgelegt werden, wenn keine besonderen Gefahren zu erwarten sind. Ebenfalls entfällt die Aufsichtspflicht des Lehrers, wenn die Schüler den außerschulischen Lernort direkt von zuhause erreichen sollen (zu Beginn des Unterrichts) oder wenn die Schüler direkt nach Hause entlassen werden (zum Ende des Unterrichts) für die entsprechende Wegstrecke. Auch hier gilt es jedoch zu beachten, dass die Aufsichtspflicht normalerweise zusätzlich 15 Minuten vor Beginn und nach Ende des Unterrichts umfasst. 5.2, Didaktische Einordnung: Der Besuch eines außerschulischen Lernorts kann innerhalb einer Unterrichtsreihe verschiedene Funktionen einnehmen. Je nachdem welche Funktion dieser Besuch haben soll, ist es sinnvoll, den Besuch zu Beginn, in der Mitte oder zum Abschluss beziehungsweise zur Auswertung einer Unterrichtsreihe einzusetzen. 5.2.1, Besuch als Einstieg in eine Unterrichtsreihe: Der Besuch eines außerschulischen Lernortes wurde schon von vielen Reformpädagogen gern als Einstieg in eine Unterrichtsreihe genutzt. Das Arbeitsprinzip verlangt vom Erzieher, dass er die Kinder den Unterrichtsstoff in weitgehendstem Maße selber erleben und erarbeiten lässt und sie so zu möglichst selbständigem Schaffen heranzieht. Wenn dem so sein soll, so darf der Lehrende dem Lernenden nichts vorwegnehmen, nichts mitteilen, was dieser selbstständig finden kann. Die Aufgabe der Schüler sollte hier insbesondere das selbstständige Stellen von Fragen an den außerschulischen Lernort sein. Ebenso sollten so Vorkenntnisse und eine eventuell notwendige Aufarbeitung alten Unterrichtsstoffes bedacht werden und eine gemeinsame Basis für die folgende Unterrichtsreihe bestimmt werden. Insbesondere im Bereich der Naturwissenschaften ist diese Form des Einstiegs in eine Unterrichtsreihe sowohl für Lehrer wie auch Schüler sehr fruchtbar. Viele naturwissenschaftlic