: Samantha Joyce
: Among the Stars Liebe wie im Film
: Goldmann Verlag
: 9783641202439
: 1
: CHF 6.20
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: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Elise Jameson hat die weltberühmte Bestsellerserie „Viking Moon“ geschrieben – aber keiner weiß es. Denn nach einem schrecklichen Unfall ist Elise taub, unglaublich schüchtern und bleibt lieber inkognito. Doch dann werden ihre Bücher mit Hollywoodstar Gavin Hartley verfilmt, und man besteht auf die Anwesenheit der Autorin am Set. Kurzerhand beauftragt Elise die wunderschöne Unbekannte Veronica Wilde damit, ihren Platz einzunehmen, während sie selbst sich als Assistentin ausgibt. Als sie neue Freunde findet und Gavin näherkommt, fällt es ihr jedoch zunehmend schwer, sich hinter ihren Lügen zu verstecken. Ist es Zeit, der Welt zu zeigen, wer sie wirklich ist?

Seitdem Samantha weiß, dass man als Schriftstellerin völlig neue Welten erfinden kann, hat sie ihre Berufung entdeckt. Sie ist eine echte Romantikerin, hat ihren Freund aus der Highschool geheiratet und glaubt felsenfest an die große, wahre Liebe. Nach »Among the Stars« ist »Over the Moon« ihr zweiter Roman.

Kapitel 1

Selbst wenn die Queen vorgehabt hätte, in Fernbrookes einzigem Theater bei einem Jazzkonzert mit einem Einhorn aufzutreten – wäre es wahrscheinlich leichter gewesen, an diesem Abend einen Parkplatz zu finden.

Ich rannte die Main Street runter und wäre fast über meine eigenen Füße gestolpert, während ich Jin schrieb, dass ich bald da sein würde. Der Einfachheit halber verschwieg ich, dass ich eben noch schweißüberströmt geschlagene zwanzig Minuten in der Einfahrt gesessen und mir in heller Panik vorgestellt hatte, hier entweder eine hysterisch kreischende Menschenmenge oder ein leeres Gebäude vorzufinden. Meine Haut hatte am ganzen Körper gekribbelt, und ich hatte Mühe gehabt, das Auto zu starten. Ich hatte ein paarmal tief Luft geholt. Doch drücken konnte ich mich beim besten Willen nicht, denn im Zweifelsfall wäre Jin aufgetaucht und hätte mich dann kurzerhand trotzdem hierhergeschleift.

Auf dem Display leuchtete Jins Antwort auf – ein paar Beschimpfungen in Großbuchstaben, und ich warf einen Blick auf die Uhr.

11:55.

Verdammt. Nur noch fünf Minuten.

Ich lief schneller und schob mein Handy in meine Jeanstasche. An meinem Nacken bildeten sich Schweißperlen, die mir dann den Rücken hinunterliefen, während ich mich durch die stickige Augustluft kämpfte. Nach einem Schlenker um die langsam, aber sicher verfallene Stadtbibliothek blieb ich ruckartig stehen.

Sicher Hunderte von Menschen warteten vor den verschlossenen Läden der Minimall – die Schlange reichte sogar bis um die Ecke. Ihr Anfang war noch nicht einmal zu sehen! Instinktiv tastete ich nach der Narbe, die von meiner Schläfe bis hinunter zu meinem Kinn verlief, und beäugte die Menge. Viele trugen gehörnte Helme oder Pelzumhänge. Ein Junge mit einem Bierbecher mit Schaumkrone in der Hand entdeckte mich und grinste.

Verdammt. Es war unmöglich. Ich schaffte das einfach nicht! Also wirbelte ich herum und rannte in die entgegengesetzte Richtung davon. Schon vibrierte mein Handy wieder an meinem Bein. Ich wusste, wer es war, noch bevor ich aufs Display sah.

JIN: Wo willst du denn hin? Komm sofort zurück. Ich bin ganz in deiner Nähe. Du kriegst das hin, Elise.

Ich holte wieder tief Luft und machte die Augen zu, schloss die Welt aus. Ich dachte an Dag und fragte mich, was er in dieser Situation getan hätte. Das war einfach. Er hätte sich seiner Angst gestellt und sich in die Schlange eingereiht, hätte vielleicht sogar ein paar Leute angerempelt und sich lautstark vorgedrängelt. Allerdings war er ein erfundener Wikingerheld, der ausschließlich meiner total überspannten Fantasie entsprungen war.

Ich zog eine Locke meines schmuddelig blonden Haars über die Narbe, drehte mich wieder um und entdeckte Jins vertrauten, dunklen Schopf ganz vorn – etwa hundert Menschen vor mir. Mit seinen auffallend leuchtend violetten Haarspitzen war er