: Leonie Swann
: Gray Kriminalroman
: Goldmann
: 9783641194307
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dr. Augustus Huff, Dozent an der berühmten Universität von Cambridge, hat plötzlich ein Problem: einer seiner Studenten ist in den Tod gestürzt. Nur ein tragischer Unfall oder Mord? Augustus vermutet Letzteres, denn das Opfer war alles andere als ein Engel. Ein Mörder im Elfenbeinturm - das darf nicht sein, und so macht sich Augustus, unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen, auf die Suche nach dem Täter. Der Vogel erweist sich aber als vorlautes Federvieh, und zuerst stolpert Augustus von einem Fettnäpfchen in das nächste. Doch schon bald ist es Gray, der die richtigen Fragen stellt und Augustus begreift: nur gemeinsam können sie es schaffen, diese harte Nuss von einem Fall zu knacken.

Leonie Swann wurde 1975 in der Nähe von München geboren. Sie studierte Philosophie, Psychologie und Englische Literaturwissenschaft in München und Berlin. Mit ihren ersten beiden Romanen 'Glennkill' und 'Garou' gelang ihr auf Anhieb ein sensationeller Erfolg: Beide Bücher standen monatelang ganz oben auf den Bestsellerlisten und wurden bisher in 25 Sprachen übersetzt. Leonie Swann lebt heute umzingelt von Efeu und Blauregen in England.

2. Konsequenzen

Sie verzehrten ihr erstes gemeinsames Abendessen an Augustus’ großem Küchentisch, am Fenster, mit Blick auf schiefergedeckte Dächer, verspielte Zinnen und einen rosafarbenen Sonnenuntergang. Kartoffelsalat, Braten,Wein und die zweite LemonTarte für Augustus, Banane,Trauben und etwas grünen Salat für Gray. Der Papagei erwies sich als überaus unappetitlicherTischgenosse.

Anschließend räumte Augustus auf, sammelte Bananenfragmente und Salatfetzen vonTischplatte, Fensterbrett, Schoß, Schulter und Fußboden und wusch sich ein paarmal gründlich die Hände.

Dann wurde es ernst. Der Erfolg dieser wahnwitzigen Adoption hing wesentlich davon ab, ob er es schaffen würde, Gray ohne großes Drama von seiner Schulter zu bekommen. Er klappte seinen Laptop auf, um mehr über afrikanische Graupapageien herauszufinden.Wissen war normalerweise die besteVerteidigung.

Nach ausführlicher Internetrecherche war er sich dessen nicht mehr so sicher: Höhendominanz. Neurosen.Traumata, Futterverweigerung, Federrupfen, Aggression, Langeweile, Lungenkrankheiten – Graupapageien schienen hochkomplizierte Kreaturen zu sein. Gray, der sich anfangs noch für die Bilder anderer Papageien auf dem Bildschirm begeistern konnte, döste schnell weg. Augustus hielt durch.

Einige Stunden Recherche später hatte er so etwas wie einen Plan: Papageien wie Gray fühlten sich offenbar an hohen Standorten am sichersten. Deswegen hatte er sich Augustus’ Schulter ausgesucht, und deswegen konnte es schwierig werden