2. Konsequenzen
Sie verzehrten ihr erstes gemeinsames Abendessen an Augustus’ großem Küchentisch, am Fenster, mit Blick auf schiefergedeckte Dächer, verspielte Zinnen und einen rosafarbenen Sonnenuntergang. Kartoffelsalat, Braten,Wein und die zweite LemonTarte für Augustus, Banane,Trauben und etwas grünen Salat für Gray. Der Papagei erwies sich als überaus unappetitlicherTischgenosse.
Anschließend räumte Augustus auf, sammelte Bananenfragmente und Salatfetzen vonTischplatte, Fensterbrett, Schoß, Schulter und Fußboden und wusch sich ein paarmal gründlich die Hände.
Dann wurde es ernst. Der Erfolg dieser wahnwitzigen Adoption hing wesentlich davon ab, ob er es schaffen würde, Gray ohne großes Drama von seiner Schulter zu bekommen. Er klappte seinen Laptop auf, um mehr über afrikanische Graupapageien herauszufinden.Wissen war normalerweise die besteVerteidigung.
Nach ausführlicher Internetrecherche war er sich dessen nicht mehr so sicher: Höhendominanz. Neurosen.Traumata, Futterverweigerung, Federrupfen, Aggression, Langeweile, Lungenkrankheiten – Graupapageien schienen hochkomplizierte Kreaturen zu sein. Gray, der sich anfangs noch für die Bilder anderer Papageien auf dem Bildschirm begeistern konnte, döste schnell weg. Augustus hielt durch.
Einige Stunden Recherche später hatte er so etwas wie einen Plan: Papageien wie Gray fühlten sich offenbar an hohen Standorten am sichersten. Deswegen hatte er sich Augustus’ Schulter ausgesucht, und deswegen konnte es schwierig werden