: Kommission Uterus der AGO e.V. (Hrsg.)
: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren
: W. Zuckschwerdt Verlag
: 9783886039357
: 1
: CHF 15.00
:
: Klinische Fächer
: German
: 158
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Qualitativ hochwertigeS2- und S1-Leitlinien der Kommission Uterus der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie: erstmalig eine S2-Leitlinie zum Endometriumkarzinom, vollständigeÜberarb itung der S2-Leitlinie zum Zervixkarzinom, als Orientierungshilfe fürÄrzte und Patientinnen gedacht.

2 Prävention und Früherkennung (S. 4)

Primäre Prävention

Eine primäre Prävention des Zervixkarzinoms kann durch eine Vermeidung einer genitalen Infektion mit humanen Papillomaviren geschehen (sexuelle Abstinenz). Die konsequente Verwendung von Kondomen vermindert dasÜbertragungsrisiko einer zervikalen und vulvovaginalen HPV-Infektion zwischen Mann und Frau, stellt aber keinen absoluten Schutz dar. Darüber hinaus empfiehlt sich die Kondomanwendung zum Schutz vor anderen Geschlechtskrankheiten. Eine Impfung gegen die beiden HR-HPV-Typen 16 und 18 kann potenziell mindestens 70% der Zervixkarzinome verhindern.

Die Ergebnisse von doppelblinden, placebokontrollierten Phase-II-Studien zur prophylaktischen Vakzinierung mit einem bivalenten Impfstoff gegen HPV 16/18 bzw. einem tetravalenten Impfstoff gegen HPV 16/18 sowie den Genitalwarzen verursachenden HPV-Typen 6/11 zeigten eine gute Verträglichkeit, eine 100%ige Serokonversion, eine fast vollständige Verhinderung von persistierenden Infektionen, Zervixdysplasien und Genitalwarzen.

In Phase-III-Studien zeigte sich eine Effektivität von 100% bei der Verhinderung von HPV-assoziierten anogenitalen Erkrankungen [Garland] und von 98% bei der Verhinderung von CIN-2- und CIN-3-Läsionen durch einen tetravalenten Impfstoff [FUTURE II Study Group].Weitere große Phase-III-Studien mitüber 40 000 Teilnehmern laufen derzeit. Der tetravalente Impfstoff (Gardasil®) und der bivalente Impfstoff (Cervarix®) sind zugelassen.

Die STIKO empfiehlt eine generelle Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV 16/18) für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Diese wurde auch als Richtlinie vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen. Da der HPV-Impfstoff rein prophylaktisch wirksam ist, sollte schon ab 9 Jahren mit der Impfung begonnen werden (siehe S3-Leitlinie zur HPV-Infektion). Da nicht alle HPV-Typen durch die Impfstoffe erfasst werden, ist die Teilnahme an den regelmäßigen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen weiterhin erforderlich.

Früherkennung/Sekundäre Prävention

Die sekundäre Prävention wird durch die Krebsfrüherkennungsuntersuchung und rechtzeitige Diagnose und Therapie von Krebsvorstufen erreicht. Das Plattenepithelkarzinom der Zervix eignet sich besonders gut für Früherken- nungsuntersuchungen. Bei langer präklinischer Phase können die Vorstadien des invasiven Zervixkarzinoms rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Eine effektive Früherkennung setzt eine regelmäßige Teilnahme am Krebsfrüherkennungsprogramm voraus.

Die Mindestanforderungen an die Krebsfrüherkennungsuntersuchung für das Zervixkarzinom und seine Vorläuferläsionen sind gesetzlich geregelt (siehe Verlautbarungen des Gemeinsamen Bundesausschusses). Die zytologische Abstrichentnahme erfolgt unter Spiegeleinstellung gezielt, möglichst unter kolposkopischer Kontrolle, von der Portiooberfläche sowie aus dem Zervikalkanal (mit Spatel und einem Cytobrush). Die Qualität des Abstrichs sollte vom zytologischen Labor (u. a. durch Angabe des nicht Vorhandenseins von Komponenten der Transformationszone) bewertet werden.

Die zytologische Diagnosestellung erfolgt nach der Münchener Nomenklatur II von 1997 (siehe S3-Leitlinie zur HPV-Infektion). In der Diskussion zur Verbesserung der Früherkennung des Zervixkarzinoms stehen verschiedene Methoden wie die Kolposkopie, die HPV-Testung und die Dünnschichtzytologie. Der Gemeinsame Bundesausschluss jedoch hat aufgrund der derzeitigen Datenlage sowohl die Aufnahme der HPV-Testung als auch der Dünnschichtzytologie in das Krebsfrüherkennungsprogramm abgelehnt.

Trotzdem eröffnet die Diagnose einer HPV-Infektion mittels Hybrid-Capture- 2-Assay (HC 2) oder PCR die Möglichkeit, Patientinnen mit persistierenden Hochrisiko-HPV-Infektionen zu detektieren, die ein erhöhtes Risiko für das Vorliegen bzw. die Entwicklung einer höhergradigen Dysplasie haben.

Inhalt6
Vorwort8
Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Zevixkarzinoms10
1 Epidemiologie12
2 Prävention und Früherkennung13
Primäre Prävention13
Früherkennung/Sekundäre Prävention13
Obsolete Maßnahme15
Statements Prävention und Früherkennung15
Patientinneninformation - HPV-Prävention und Früherkennung16
3 Versorgungsstrukturen17
4 Patientinnenaufklärung18
Hintergrund und Rahmenbedingungen18
Aufklärung ber Diagnose19
Aufklärung ber Behandlung19
Statements Patientinnenaufklärung19
5 Diagnostik21
Diagnostik bei symptomatischen Patientinnen21
Prätherapeutische Untersuchungsverfahren21
Abhängig vom Stadium sinnvolle diagnostische Maßnahmen23
Präoperative Laboruntersuchungen24
Statements Diagnostik24
Patientinneninformation - Diagnostische Maßnahmen25
6 Pathologie26
Klassifikation der Präkanzerosen26
Aufarbeitung des Gewebes27
Statements Pathologie30
Patientinneninformation - Pathologie31
7 Grundlagen zur Therapie des primären Zervixkarzinoms32
Ziel der Therapie32
Statement Grundlagen zur Therapie des primären Zervixkarzinom32
8 Operative Therapie des invasiven Zervixkarzinoms33
Standardtherapie33
Beschriebene Therapievarianten bis FIGO IIB33
Statements Operative Therapie des frühen Zervixkarzinoms33
Operationstechniken34
Statements Operative Therapie des Zervixkarzinoms34
Sonderfälle36
Obsolete Maßnahme37
9 Strahlentherapie38
Primäre Radio- oder Radiochemotherapie38
Postoperative Radiotherapie oder kombinierte Radio-/Chemotherapie39
Durchführung der kombinierten Radiochemotherapie40
Statements Strahlentherapie40
10 Chemotherapie41
Neoadjuvante Chemotherapie41
Adjuvante Chemotherapie41
Radiochemotherapie41
Patientinneninformation - Therapie42
Statements Chemotherapie42
11 Stadienabhängige Therapie43
Therapie der präinvasiven Läsionen43
Therapie der invasiven Karzinome44
Statements Therapie der CIN-Läsionen44
12 Supportivtherapie47
Allgemeine Nebenwirkungen47
Lokale Nebenwirkungen48
Statement Supportivtherapie50
13 Psychoonkologie51
Statements Psychoonkologie51
14 Rehabilitation52
Statement Rehabilitation53
15 Nachsorge54
Statements Nachsorge54
Diagnostik ohne Rezidivverdacht55
Erweiterte Diagnostik bei Rezidivverdacht55
Patientinneninformation - Nachsorge55
Obsolete Maßnahmen55
16 Behandlung von Rezidiv, Metastasen und palliativmedizinische Begleitung56
Zentrales Rezidiv56
Beckenwand-Rezidiv56
Paraaortale Metastasen56
Tiefsitzendes vaginales Rezidiv56
Palliative Chemotherapie57
Statements Rezidiv, Metastasen57
Palliativmedizinische Begleitung58
Anhang59
Glossar59
Algorithmen60
Literatur65
Interdisziplinäre, konsensusbasierte Leitlinie Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms: Leitlinien- Methodenreport73
I Einführung73
II Zusammensetzung der Leitliniengruppe74
III Konsensusverfahren76
IV Publikation78
V Literaturverzeichnis79
VI Anhang79
Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinoms82
1 Epidemiologie und Risikofaktoren84
2 Früherkennung und Screening85
Statements Früherkennung und Screening85
3 Diagnostik86
Diagnostik bei symptomatischen Patientinnen86
Prätherapeutisches Staging86
Statements Diagnostik88
4 Pathologisch-anatomische Diagnostik89
Histopathologische Klassifikation89
Aufarbeitung des Gewebes89
Prognosefaktoren90
Statements Pathologisch-anatomische Diagnostik91
5 Versorgungsstrukturen92
6 Patientinnenaufklärung93
Hintergrund und Rahmenbedingungen93
Aufklärung ber Diagnose94
Aufklärung ber Behandlung94
Statements Patientinnenaufklärung95
7 Grundlagen der Therapie des primären Endometriumkarzinoms96