: Andreas Schulze, Alexander Strauss, Andreas W. Flemmer (Hrsg.)
: Grenzbereiche der Perinatologie Mit Beiträgen zur Praxis der Beatmung Neugeborener
: W. Zuckschwerdt Verlag
: 9783886038732
: 1
: CHF 21.30
:
: Medizin
: German
: 255
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Das Perinatalzentrum im Klinikum München Großhadern hat im März 2005 einen Kongress mit dem Ziel veranstaltet, neuere oder bislang weniger wahrgenommene Informationen aus der Perinatologie vorzustellen. Dabei wurden die Problemkreise der normalen Geburt und der Risikoentbindungen, die zahlreiche Berufsgruppen zusammenführen, ausführlich beleuchtet.

Dementspre hend wendet sich das jetzt vorliegende Buch mit den Beiträgen der Veranstaltung gleichermaßen an Pränatalmediziner, Geburtshelfer, Neonatologen, Pädiater und Kinderchirurgen, aber auch ausdrücklich an Hebammen, Pflegepersonal, Psychologen, Palliativmediziner, Seelsorger und an den Kreis interessierter Laien.

Einige der Themenschwerpunkte liegen ganz bewusst außerhalb des üblichen Rampenlichtes perinatologischer Veröffentlichungen. So werden beispielsweise Betreuungsstrategien für Situationen behandelt, in denen kurativ orientierte intensivmedizinische Maßnahmen dem Feten oder Neugeborenen nicht hilfreich sein können, die aber unbeschadet dessen einer überlegten aktiven Betreuung bedürfen. Die langfristige Gesundheitsprognose bei Frühgeborenen, die im Grenzbereich der extrauterinen Lebensfähigkeit geboren werden, wird thematisiert. Neuere Konzepte der perinatologischen Diagnostik, der Geburtsleitung, wie auch der Therapie kongenitaler Fehlbildungen werden dargestellt. Weitere Themen sind die Behandlung mütterlicher Erkrankungen in graviditate, die Nabelschnurstammzellspende oder perinatologisch relevante Fragen der Reproduktionsmedizin.

ichtig erscheinen auch forensische Aspekte und Handlungsempfehlungen zur Reduktion des persönlichen Haftungsrisikos bei medizinischen Zwischenfällen. Das Buch beinhaltet in einem zweiten Teil ausführliche Lehrkapitel zu den Grundprinzipien der neonatalen Atemunterstützung und maschinellen Beatmung. Sie vermitteln Kenntnisse zu Atemmechanik, Gasaustausch, Funktionsprinzipien von Beatmungsgeräten, Formen der Beatmung sowie Einleitung, Fortführung und Beendigung einer künstlichen Atemunterstützung.  
Kongenitale Herzfehler vor und nach der Geburt (S. 13-14)

M. Loeff

Einleitung

Die Inzidenz angeborener Herzfehler beträgt ca. 8–10 auf 1000 Lebendgeborene. Das bedeutet für Deutschland, dass jährlich 6000–8000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt kommen. Kongenitale Vitien gehören somit zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen.

Betrachtet man die Mortalitätsziffern von Neugeborenen in Deutschland im Detail, so fällt auf, dass etwa 20% aller Todesfälle im Säuglingsalter und 50% aller durch Fehlbildungen verursachten Todesfälle im Säuglingsalter auf angeborene Herzfehler bzw. kardiovaskuläre Fehlbildungen zurückgeführt werden können. Dies unterstreicht die Bedeutung und Notwendigkeit der fetalen Echokardiographie. Hierdurch können die Eltern nach Diagnosestellung eines Herzfehlers in einem ausführlichen Gespräch mit allen an der peri- und postnatalen Versorgung ihres Kindes beteiligten Ärzten (Geburtshelfer, Neonatologen, Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen) über die kardiale Fehlbildung, deren Schwere, Prognose und therapeutische Optionen detailliert aufgeklärt werden. Die Geburt in einem tertiären Versorgungszentrum, welches über die Expertise aller für die Versorgung des Kindes notwendigen Fachdisziplinen verfügt, kann mit den Eltern geplant werden.

Fetale Echokardiographie

Mit Hilfe der fetalen Echokardiographie wird eine zunehmende Zahl von angeborenen Herzfehlern diagnostiziert. Es gibt jedoch zahlreiche Limitationen. Bei alleiniger Berücksichtigung von Risikoschwangerschaften (kongenitale Herzfehler in der Familie, mütterlicher Diabetes mellitus, mütterliche Exposition mit teratogenen Substanzen, extrakardiale fetale Fehlbildungen, fetale Arrhythmien, nicht-immunologischer Hydrops fetalis, auffällig erhöhte Nackentransparenz) für eine ausführliche fetale Echokardiographie werden mindestens 75% der angeborenen Herzfehler übersehen, d.h. umgekehrt werden bei einer Detektionsrate von 100% bei diesem Risikokollektiv 25% der kongenitalen Vitien gefunden. Zudem führen ungünstige Ultraschallbedingungen, mangelnde Erfahrung des Untersuchers, kurze Untersuchungszeiten und mangelnde Gerätetechnik dazu, dass derzeit nur 15% aller kongenitalen Herzfehler präpartal detektiert werden. Im Idealfall könnte bei alleiniger Betrachtung des Vierkammerblicks eine Detektionsrate von 40–50% erzielt werden. Bei zusätzlicher Betrachtung der Ausflusstrakte berichten einige Zentren über Detektionsraten von 65–81%, teilweise über 90%. Hier muss aber sicherlich betont werden, dass es sich um Untersuchungen bei einem Risikokollektiv handelte, welches mit entsprechend hohem Zeitaufwand untersucht wurde.
Inhalt6
Vorwort8
Autorenverzeichnis10
Fehlbildungsrisiko nach assistierter Reproduktion und bei Mehrlingsschwangerschaften12
Einleitung und historischer Überblick12
Hintergründe der männlichen Infertilität12
Chromosomale Anomalien der Kinder nach ICSI13
Fehlbildungsrisiko für Kinder nach ART14
Soziodemographische und anamnestische Risikofaktoren14
Postnatale Entwicklung der Kinder nach ART15
Fehlbildungsrisiko bei Mehrlingsschwangerschaften15
Zusammenfassung und Fazit16
Literatur16
Malignome und Schwangerschaft18
Diagnostik19
Systemische Therapie20
Zervixkarzinom und Schwangerschaft21
Mammakarzinom und Schwangerschaft21
Malignes Melanom und Schwangerschaft22
Zusammenfassung22
Literatur23
Kongenitale Herzfehler vor und nach der Geburt24
Einleitung24
Fetale Echokardiographie24
Was kann und was kann nicht pränatal diagnostiziert werden?25
Pränatale Betreuung und Prognose26
Peri- und postnatales Vorgehen26
Zusammenfassung28
In utero fetoscopic surgery for Congenital Diaphragmatic Hernia29
Introduction29
Concept and technique of antenatal intervention30
Clinical fetoscopic endotracheal occlusion programme30
Results33
Discussion36
Acknowledgement38
References38
Geburtsleitung bei Kindern mit angeborenen Fehlbildungen40
Art der Fehlbildung40
Sicherheit der Diagnose41
Fruchtwasser, Nabelschnur und Plazenta41
Fehlbildung und Geburtsmechanik41
Gestationsalter42
Bereitschaft zur Maximalversorgung nach der Geburt42
Sterben-Lassen bei infauster Fehlbildung43
Erwartung, Ängste und Vorstellungen der Eltern43
Erstversorgung von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen45
Entbindungsplanung46
Spezifische neonatologische Betreuung bei angeborenen Fehlbildungen47
Zusammenfassung56
Literatur56
Regionalisierung der Versorgung bedrohter Schwangerschaften in Bayern58
Literatur61
Medizinische und ethische Aspekte im Grenzbereich des Lebens Frühgeborener62
Basis ärztlicher Entscheidung62
Frühgeburtlichkeit im Grenzbereich des Lebens63
Mortalität und Morbidität sehr kleiner und unreifer Frühgeborener64
Entscheidungskonflikt65
Schlussbemerkung68
Literatur68
Überleben und neonatale Morbidität von Frühgeborenen mit einem Gestationsalter von 22+0 bis 23+6 versus 24+0–6 Schwangerschaftswochen70
Einleitung70
Hypothese70
Methodik71
Ergebnisse71
Schlussfolgerung73