Neurochirurgische Intensivmedizin – Eine Einführung
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Jürgen Piek
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Neurochirurgische Intensivmedizin – Eine Einführung
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W. Zuckschwerdt Verlag
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9783886038237
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3
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CHF 33.70
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Klinische Fächer
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German
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248
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DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Das Patientenspektrum der neurochirurgischen Intensivstation hat sich erheblich gewandelt. Die Anzahl der Patienten, welche nach Wahleingriffen auf der neurochirurgischen Intensivstation verbleiben, ist zwar konstant geblieben. Aufgrund immer subtilerer diagnostischer und operativer Techniken sind Mortalität, Morbidität und Aufenthaltsdauer jedoch deutlich gesunken.
Werden heute Komplikationen nach intrakraniellen Eingriffen immer seltener beobachtet, geht jedoch auch das Wissen um derartige Komplikationsmöglichkeiten verloren. Diesem kann nur durch eine intensivere theoretische Schulung und praktische Ausbildung auf der Station begegnet werden. Hierzu soll dieses Buch einen Beitrag leisten. Es soll allen Pflegekräften, die mit neurochirurgischen Intensivpatienten befassst sind, Basiswissen zur neurochirurgischen Intensivtherapie vermitteln.
Damit ist es nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu anderen intensivmedizinischen Werken gedacht. Aus diesem Grunde wird auf die umfassende Darstellung dieser allgemein-intensivmedizinisch n Themen verzichtet bzw. nur dann darauf eingegangen, wenn sich spezielle neurochirurgische Aspekte hieraus ergeben.
Durch neue technische Entwicklungen und therapeutische Verfahren wurde die Überarbeitung des Buches notwendig. Sämtliche hier vorkommenden Kapitel aus der 2. Auflage wurden aktualisiert und zum Teil mit neuen Schemata und Abbildungen versehen. Neu hinzugekommen sind die Kapitel"Monitoring der regionalen Hirndurchblutung durch Thermodiffusionskatheter" und"Zerebrale Mikrodialyse".
Intensivbehandlung bei einzelnen Krankheitsbildern
(S. 110-111)
Notaufnahmepatienten
Erstversorgung
Patientengruppen, Organisation der Erstversorgung
Als Notfallpatienten sollen all diejenigen Patienten verstanden werden, welche nicht im Rahmen der Planung von Wahleingriffen auf die Intensivstation aufgenommen werden müssen. Aufnahme und Erstversorgung dieser Notfallpatienten sind nur bis zu einem gewissen Grad planbar. Es ist deshalb sinnvoll, sich mit Hilfe einer statistischen Erhebung zunächst einen Überblick über Anzahl,Aufnahmezeitpunkt und Art der Notfallpatienten der eigenen Station zu verschaffen, um entsprechende Vorkehrungen bezüglich Personal- und Geräteeinsatz treffen zu können. Daher können nachfolgend nur allgemeine Hinweise zur Erstversorgung von Notfallpatienten auf der neurochirurgischen Intensivstation gegeben werden.
Wir führten für die Intensivstation eine Analyse über 1 1/2 Jahre durch, wonach mit folgenden Patientengruppen, die als Notfall auf der Intensivstation behandelt werden, zu rechnen ist:
Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma und spontaner intrakranieller Blutung werden idealerweise vom einweisenden (Not-)arzt auf der Station angemeldet, so dass eine gewisse Vorbereitungszeit vor Eintreffen des Patienten auf der Station zur Verfügung steht. Es ist aber auch mit einem gewissen Prozentsatz von Patienten zu rechnen, die ohne Voranmeldung auf die Station eingeliefert werden, was natürlich von allen an der Erstversorgung Beteiligten ein besonders hohes Maß an organisatorischem Aufwand erfordert. Diese beiden Patientengruppen stellten den überwiegenden Teil der Notfallpatienten unserer Station.
Daneben wurden immerhin 11 Patienten mit intrakraniellen Prozessen im Stadium der Einklemmung ungeplant auf die Intensivstation übernommen. Notfallaufnahmen von anderen Stationen (n = 5), Meningitiden (n = 4), Shuntversagen (n = 2) waren seltene Einweisungsdiagnosen. Bei Notfallpatienten, die von der eigenen Normalstation als Notfall auf die Intensivstation übernommen werden müssen, war eine intrakraniell aufgetretene Komplikation nur selten Grund für die Intensivübernahme. Die meisten Patienten der Normalstation mussten wegen respiratorischer Insuffizienz, Septikämien und verschiedener anderer extrakranieller Komplikationen auf die Intensivstation übernommen werden.
Falls aus klinikinternen Gründen kein eigens ausgerüsteter Notfall- oder Schockraum für die Akutversorgung zur Verfügung steht, erleichtert es die Erstversorgung erheblich, wenn auf der Intensivstation die Möglichkeit besteht, einen Bettenplatz stets für die Initialversorgung von Notfallpatienten aufgerüstet zur Verfügung zu haben. An diesem Notfallplatz sollten vorhanden sein:
– ein aufgerüsteter und überprüfter Respirator,
– Sauerstoffflasche mit Beatmungsbeutel und Maske,
– Absaugeinrichtung,
– Monitoranlage,
– die erforderlichen Utensilien für die Anlage eines zentralen Venenkatheters, eines
Blasenkatheters und einer arteriellen Kanüle in sterilen Sets,
– ein funktionsfähiges Intubationsbesteck mit einer Auswahl an Einmaltuben,
– Blutabnahmeröhrchen und Anforderungsscheine für Notfallblutuntersuchungen,
– ggf. Haarschneidemaschine und Rasiergerät zur Kopfrasur.
Ein derartiges „Notfallzimmer" wird in obiger Weise auf die Bedürfnisse erwachsener Patienten ausgerichtet und bereitgestellt. Hiervon abweichende Utensilien für die Versorgung von Kindern und Säuglingen können zum Beispiel in einem transportablen „Kindernotfallkoffer" bereitgehalten werden.
Durchführung der Erstversorgung Erstversorgung und -behandlung müssen bei Notfallpatienten Hand in Hand gehen. Nach grob orientierender Anamnese und Untersuchung, welche allenfalls nur wenige Sekunden in Anspruch nehmen darf, steht an erster Stelle die Sicherung der Vitalfunktionen von Atmung und Kreislauf.
Zentralvenöser Zugang
Parallel hierzu wird ein zentralvenöser Zugang angelegt, wobei die Indikation hierzu jedoch streng zu stellen ist.Als Punktionsort sollte eine Stelle gewählt werden, bei deren Punktion für den Patienten das geringste Risiko besteht.Aus neurochirurgischer Sicht sollte die Punktion der Vena jugularis interna wegen der Gefahr der versehentlichen Karotispunktion mit nachfolgender Hämatomentstehung und venöser Abflussbehinderung (Gefahr des intrakraniellen Druckanstieges) vermieden werden. Wir geben aus diesen Gründen der Punktion der V. subclavia, der V. basilica oder der V. jugularis externa den Vorzug.
Inhaltsverzeichnis
6
Autoren
8
Vorwort zur 3. Auflage
10
Vorwort zur 2. Auflage
12
Vorwort zur 1. Auflage
14
Aufgaben, Aufbau und Organisation einer neurochirurgischen Intensivstation
16
Struktur
16
Aufgaben
16
Aufbau und Organisation
16
Überwachung des Patienten
20
Klinische Überwachung
20
Allgemeines
20
Bewusstseinslage
21
Zentrale Störungen der Motorik
29
Sprachstörungen
31
Andere Störungen durch Läsionen der Groflhirnhemisphären
32
Praktische Durchführung der neurologischen Untersuchung des Intensivpatienten
33
Technische Überwachung
34
Allgemeines Monitoring
34
Neuromonitoring
35
Allgemeines
36
Physiologie
37
Definitionen und Normalwerte
38
Gradienten des intrakraniellen Druckes
38
Die Druckkurve des ICP
39
Wellenformen des ICP
40
Parameter der intrakraniellen Druckdynamik
42
Intrakranieller Druck und Hirndurchblutung
42
Intrakranielle Drucksteigerung und Massenverschiebungen
45
Messung des intrakraniellen Druckes in der Praxis
45
Pflegerische Probleme bei der intrakraniellen Druckmessung
48
Zusammenfassung
49
Methodik
49
Ableitung auf der Intensivstation
50
Ableittechnik
51
EEG-Veränderungen im Koma
51
Akustisch evozierte Potenziale – AEP
52
Visuell evozierte Potenziale – VEP
53
Somatosensibel evozierte Potenziale – SSEP
53
Grundlagen
54
Methodik (extrakranielle Dopplersonographie)
56
Methodik (transkranielle Dopplersonographie
TCD)
Anwendungsbereiche der TCD in der neurochirurgischen Intensivmedizin
57
Allgemeines
60
Anatomische Grundlagen
61
Grundlagen
62
Durchführung der Messung
64
Indikationen
65
Kontraindikationen
65
Aussagefähigkeit
65
Vorbemerkungen
67
Methodik
67
Indikationen
69
Praktische Anwendung
70
Zusammenfassung und Bewertung des Systems
71
Einleitung
71
Methodik
72
Indikationen und klinische Einsatzmöglichkeiten
74
Bewertung der Methode
78
Einleitung
78
Methodik
79
Funktionsweise
79
Die Mikrodialyseeinheit auf der Intensivstation
80
Bedeutung der Mikrodialyseparameter
81
Indikationen zur Anwendung der Mikrodialyse
82
Zusammenfassung und Bewertung der Methode
83
Allgemeine Therapieprinzipien
84
Hirnödem und intrakranielle Drucksteigerung
84
Allgemeines
84
Definition
84
Pathophysiologie/ Pathobiochemie
84
Diagnostik
89
Therapie
89
Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes
100
Vorbemerkungen
100
Physiologie des Wasser- und Elektrolythaushaltes
102
Neurogene Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes
103
Epileptische Anfälle und Epilepsien
105
Definition und Einteilung
105