Die Knochen-Fibel: Über Knochen, Muskeln, Gelenke, Osteoporose, Muskelrheuma, Arthrose. Ein kleines orthopädisches Lehrbuch für den Laien
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Dieter Gärtner
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Die Knochen-Fibel: Über Knochen, Muskeln, Gelenke, Osteoporose, Muskelrheuma, Arthrose. Ein kleines orthopädisches Lehrbuch für den Laien
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W. Zuckschwerdt Verlag
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9783886038503
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3
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CHF 11.40
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Allgemeines
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German
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174
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DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Nicht jeder Rückenschmerz ist durch Bandscheibenschäden oder Muskelrheuma bedingt. Erste Hinweise auf das Vorliegen einer Knochenschwund-Krankheit (Osteoporose) können Muskelverspannungen im Bereich des Rückens sein. Dieses Buch bietet eine genaue Beschreibung der typischen Osteoporose-Schmerzen, verglichen mit den Rückenschmerzen anderer Ursachen bzw. Erkrankungen. Bewußt wurden alle lateinischen Fachausdrücke durch deutsche Bezeichnungen ersetzt, so daß ein allgemein gut verständliches Lehrbuch für den Laien entstanden ist. Die wichtigsten orthopädischen Erkrankungen (Arthrosen, Muskel- und Sehnenerkrankungen, Fibromyalgie, Osteoporose etc.) sind zunächst in ihrer Entstehungsweise und im speziellen Teil für die einzelnen Körperbereiche (z.B. Knie, Schultern, Hüften, Wirbelsäule etc.) beschrieben. Zahlreiche Ratschläge zur Vorbeugung und Eigentherapie machen das Buch zu einem wertvollen Aufklärungs- und Nachschlagewerk. Hauptthema ist die Vielfalt der Verschleiß- und Abnutzungsschäden des menschlichen Körpers, es wird jedoch auch auf Bereiche eingegangen, die sonst in der einschlägigen Literatur nur selten zu finden sind: Strahlenbelastung beim Röntgen, Cortisontherapie, Alternativmedizin, korrekte Körper- und Sitzhaltung, Fitness, Doping, Seniorensport, Muskelkater etc.
B3 Brustwirbelsäule
(S. 72-73)
Die Brustwirbelsäule stellt den mittleren Abschnitt der Wirbelsäule dar. Sie besteht aus 12 einzelnen Wirbeln mit den dazwischen gelagerten Bandscheiben. Rechts und links ist an jedem Brustwirbel je eine Rippe gelenkig befestigt, die bogenförmig nach vorn verlaufen und dort am Brustbein zusammentreffen. Die auf diese Weise nahezu fassförmig angeordneten 24 Rippen (auf jeder Seite 12) umschließen schützend die lebenswichtigen Organe wie z.B. das Herz, Lunge, Leber etc.
B 3.1 Brustkorb
Wegen der typischen Form des »Rippenfasses« spricht man auch vom Brustkorb und meint damit die umhüllenden und schützenden Eigenschaften der Rippen. Am oberen Brustkorb befinden sich auf beiden Seiten (rechts und links) das Schlüsselbein und das Schulterblatt, deren seitlichen Enden an der knöchernen Formgebung der Schultergelenke beteiligt sind. Der Brustkorb erfüllt so auch tragende Funktionen.
Zwischen den Rippen verlaufen die aus der Brustwirbelsäule heraustretenden Nervenfasern nach vorn. Im Falle von Verrenkungen der Brustwirbel z.B. nach »Verheben « oder verdrilltem Aufstehen aus tiefem Sitz (Auto) kann ein solcher Nerv abgeklemmt werden. Der Patient klagt über zum Teil heftige Schmerzen im Bereich der Brust, sodass zunächst eine Erkrankung des Herzens (z.B. Infarkt) vermutet wird. Wenn der Hausarzt mit einem EKG einen Herzinfarkt ausschließen konnte, sollte der Orthopäde nach Röntgenuntersuchung eine Einrenkung des verrenkten Wirbels versuchen. In den meisten Fällen stellt sich sofortige Beschwerdefreiheit ein.
B 3.2 Rundrücken
Die Form der Brustwirbelsäule mit einer seichten Ausbiegung nach hinten im Sinne eines angedeuteten Rundrückens (Kyphose) bildet sich schon recht bald im frühen Säuglingsalter aus. Diese Ausbiegung nach hinten (Kyphose) besteht das ganze Leben hindurch und kann im höheren Alter aus verschiedenen Gründen zunehmen. So verstärkt sich der Rundrücken insbesondere bei älteren Menschen mit zunehmender Schwäche der Rumpfmuskeln oder auch bei länger bestehender Osteoporose. Aber auch bei manchen Jugendlichen wird eine vermehrte Rundrückenbildung beobachtet.
In diesem Zusammenhang muss die sog. »Haltungsschwäche« von der »Scheuermann- Erkrankung« unterschieden werden.
1. Haltungsschwäche
Die aufrechte Körperhaltung ist ein Merkmal der hoch entwickelten Lebewesen, wobei nur der Mensch in der Lage ist, sich längere Zeit in der Senkrechten zu halten. Menschenaffen z.B. können sich zwar auch in den »Zweibeinerstand«aufrichten, fallen jedoch nach kurzer Zeit in den »Vierbeinerstand« zurück, weil ihre Hüft- und Kniegelenke nicht wie beim Menschen gestreckt sind. Tiere benötigen für den aufrechten Stand aus diesem Grunde sehr viel mehr Muskelkraft als wir Menschen. Im menschlichen Körper sind nach dem 1. Lebensjahr die Hüft- und Kniegelenke gestreckt, sodass die Haltearbeit im aufrechten Stand von (gestrafften) Haltebändern übernommen wird.Auch die Last des Rumpfes und der Arme wird vorwiegend durch sog. »Haltebänder« abgefangen. Für den aufrechten Stand benötigen wir deshalb nur sehr geringen Muskeleinsatz (92).
Da wir Menschen nicht alle die gleiche Körperform und auch unterschiedliche Beschaffenheit der Körpergewebe haben, ist das äußere Erscheinungsbild der Menschen recht unterschiedlich. So gibt es Menschen mit sehr straffen, festen Sehnen und Bändern und wiederum andere mit sehr schlaffen, nachgiebigen Bandstrukturen (Marfan-Syndrom). Dazwischen kennen wir eine Fülle von mehr oder weniger ausgeprägten Übergangsbildern der sog. Bindegewebsschwäche. Die Straffheit oder eben Nachgiebigkeit des Bindegewebes ist an der Erscheinungsform (Konstitutionstyp) des Menschen mitbeteiligt.
Inhalt
6
Vorwort zur ersten Auflage
10
Geschichte der Orthopädie
12
A. Allgemeine Orthopädie
16
1. Knochen
18
1.1 Stabilität des Körpers
18
1.2 Knöcherne Schutzhüllen
19
1.3 Knochen als Ansatz für Muskeln
19
1.4 Knochen als Blutbildungsstätte
19
1.5 Kalziumspeicher
20
1.6 Längenwachstum bei Kindern
20
1.7 Das Leben der Knochen
22
1.8 Röntgen
24
2. Knochenentkalkung (Osteoporose)
26
2.1 Osteoporose = Modekrankheit?
26
2.2 Häufigkeit der Osteoporose
26
2.3 Wie entsteht Osteoporose?
27
2.4 Vitamin D und Knochenfestigkeit
29
2.5 Kalziumaufnahme
30
2.6 Nahrungsphosphor und -kalzium
30
2.7 Knochenentkalkung als Folge anderer Grundkrankheiten
31
2.8 Feststellung der Knochenschwundkrankheit Osteoporose
32
2.9 Beschwerden bei der Osteoporose
34
2.10 Behandlung der Osteoporose
35
3. Gelenke
39
3.1 Halbgelenke
39
3.2 Echte Gelenke
39
3.3 Gelenkknorpel
39
3.4 Ernährung des Gelenkknorpels
40
3.5 Gelenkbänder und -muskeln
40
4. Gelenkverschleiß (Arthrose)
42
4.1 Häufigkeit von Gelenkverschleiß
42
4.2 Ursachen des Gelenkverschleißes
42
4.2.1 Instabile Gelenkführung
42
4.2.2 Achsfehlstellungen von Gelenken
43
4.2.3 Gelenkverschleiß bei Stoffwechselstörungen oder nach Infektionen
45
4.2.4 Vererbter Gelenkverschleiß (primäre Arthrose)
47
4.3 Behandlung des Gelenkverschleißes
48
4.4 »Alternativmedizin« und Gelenkverschleiß
50
5. Muskeln
53
5.1 Muskelerkrankungen
54
5.2 Muskeltraining
57
5.3 Seniorensport
57
6. Rheuma
61
6.1 Rheumaformen
61
6.1.1 Entzündliches Rheuma
61
6.1.2 Weichteilrheuma
65
6.1.3 Abnutzungsrheuma
69
6.2 Gicht
69
B. Spezielle Orthopädie
72
1. Wirbelsäule – die Körperachse
74
1.1 Anatomie des Wirbels
74
1.2 Krümmung der Wirbelsäule
75
1.3 Bandscheiben
76
1.4 Wirbelsäule als »Schutzröhre« für das Rückenmark
77
1.5 Aufgaben der Wirbelsäule
77
2. Halswirbelsäule (HWS)
78
2.1 Anatomie der Halswirbelsäule