: Inka Loreen Minden
: Hot Heroes: Captured
: beHEARTBEAT
: 9783732525072
: 1
: CHF 2.70
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 100
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Navy SEAL Ray Tanner sitzt unschuldig im Gefängnis - so behauptet er jedenfalls. Die junge Gefängnisärztin Lana Russel ist die Einzige, die ihm glaubt. Ray besitzt angeblich Beweise dafür, dass er in eine Verschwörung verwickelt wurde, und Lana verspricht, ihm bei der Aufklärung zu helfen. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen? Oder manipuliert der attraktive Ex-Soldat sie mit seinem Charme und seiner erotischen Anziehungskraft?
Als Ray sie als Geisel nimmt, um aus dem Gefängnis zu fliehen, bereut Lana ihr naives Vertrauen. Trotzdem sprühen auf der Flucht zwischen den beiden die Funken, und Lana betet, sich nicht in dem Ex-Soldaten geirrt zu haben. Denn er ist eine tödliche Kampfmaschine, die nichts und niemand aufhalten kann ...

Kapitel 1


SexySEAL


Ray Tanner, obwohl erst zweiunddreißig Jahre alt, ist der wohl gefährlichste Mann im ganzen Gefängnis. Er ist ein tödlicher NavySEAL, hat die härteste Ausbildung der Welt genossen und besitzt enorme körperliche und geistige Fitness. Vor einigen Jahren hat er die brutalste Schule der Welt absolviert und war kurz vor seiner Straftat von einem erfolgreichen Einsatz zurückgekehrt. Nur die wenigsten sind stark genug, um diesen Drill zu überstehen. Die Navy hat ihn quasi in allem zum Profi ausgebildet, von chemischer und biologischer Kriegsführung über Militärtaktiken bis zum Tiefseetauchen. Seine Zukunft hätte voller Möglichkeiten sein können, doch er hat sich alles verbaut.

Nun befindet er sich mit zahlreichen anderen Gefangenen im Innenhof der Vollzugsanstalt in Brooklyn, um Sonne zu tanken, während ich vom vergitterten Fenster der Krankenstation zu ihm hinuntersehe und an meinem Tee nippe. Vom dritten Stock aus kann ich ihn beobachten, ohne dass er mich bemerkt, kann seinen gestählten Körper bewundern, sein kantig geschnittenes Gesicht, das durch sein kurz geschorenes, dunkles Haar noch härter wirkt, seine große, muskulöse Gestalt, die breiten Schultern und langen Beine. Obwohl er wie einige andere Häftlinge, die auf der Baustelle arbeiten, einen grünen Overall trägt, sticht er aus der Masse heraus. Nicht etwa, weil er wie der Stärkste wirken würde – nein, da gibt es weitere Kandidaten –, sondern weil er sich ganz anders bewegt. Geschmeidig wie ein Panther streift er vorbei an den Grüppchen, die sich in jedem Gefängnis bilden. Da gibt es die Mexikaner, die sich beim Basketballkorb aufhalten, die Latinos und Kubaner, die sich in je einer Ecke versammeln, und andere, die auf den Bänken herumlungern. Nur Ray Tanner gesellt sich nirgendwo dazu. Er ist ein Einzelgänger, gehört zu keiner der Gruppen, die sich nach Religion, politischer Gesinnung oder den diversen New Yorker Gangs aufteilen.

»Schlagen sie sich schon wieder die Köpfe ein, Dr. Russel?«, fragt Mr Wollny, der weiter hinten im Raum neue Verbände in den Schrank sortiert. Der Sechzigjährige ist ein Baum von einem Mann, aber lammfromm, und neben mir im Moment die einzige Person auf der Station. Bereits seit zwanzig Jahren arbeitet er in dieser Haftanstalt als Pfleger. Ich hingegen habe erst vor fünf Monaten den alten Arzt abgelöst, der nun seinen Ruhestand genießt. Mr Wollny wird auch bald gehen, weshalb sich die Gefängnisdirektion bereits nach einem neuen Pfleger umgesehen hat. Er wird nächste Woche zu uns stoßen, damit wir ihn anlernen können. Ich werde Mr Wollny vermissen. Er ist doppelt so alt wie ich und nicht nur deshalb für mich wie ein Fels in der Brandung. Er findet sich hier blind zurecht, hat mir trotz meines intensiven Studiums und der Praktika noch viel beigebracht – vor allem mit dem Pa