: Nassim Eslami
: Die Nichtöffentlichkeit des Schiedsverfahrens
: Mohr Siebeck
: 9783161547447
: Veröffentlichungen zum Verfahrensrecht
: 1
: CHF 92.10
:
: Öffentliches Recht, Verwaltungs-, Verfassungsprozessrecht
: German
: 479
: DRM
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: PDF
Die Schiedsgerichtsbarkeit ist aus dem System der Streitbeilegungsmechanismen nicht mehr wegzudenken. Mit deren wachsender Bedeutung ist aber auch die Kritik wegen der mangelnden Transparenz der Verfahren laut geworden. Inwieweit gewährleistet die Schiedsgerichtsbarkeit tatsächlich Vertraulichkeit? Bei dieser Diskussion herrscht jedenfalls weitestgehend Einigkeit, dass die Verfahren generell unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden und auch die Schiedssprüche ohne ausdrückliche Einwilligung der Parteien nicht publiziert werden dürfen. Auf der anderen Seite wird die Schiedsgerichtsbarkeit als echte Rechtsprechung qualifiziert. Vor diesem Hintergrund widmet sich Nassim Eslami der Frage, ob für die Schiedsgerichtsbarkeit nicht ein Mindestmaß an Öffentlichkeit zwingend zu fordern ist. Die Autorin konzentriert sich auf die Handelsschiedsgerichtsbarkeit bezieht aber auch Fragen der Investitionsschiedsgerichtsba keit, ausländisches Schiedsverfahrensrecht sowie zahlreiche institutionelle Schiedsordnungen mit ein. Die Arbeit schließt mit einem Gesetzgebungsvorschlag.

Geboren 1985; Studium der Rechtswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover; Referendariat am OLG Celle; Promotionsstudium an der Universität Hannover; seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches, Europäisches und Internationales Zivilprozessrecht der Leibniz Universität Hannover.
Cover1
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
A. Einleitung22
I. Problemaufriss22
II. Untersuchungsziel und strukturelle Herangehensweise26
B. Schiedsgerichtsbarkeit als echte Rechtsprechung28
I. Die geschichtliche Entwicklung des deutschen Schiedsgerichtswesens28
1. Römisches Recht29
2. Gemeines Recht30
3. Entwicklungen im 17. und 18. Jahrhundert32
4. Die Schaffung der Reichszivilprozessordnung32
5. Die neue ZPO und das Schiedsgerichtswesen heute33
II. Rechtsnatur der Schiedsgerichtsbarkeit36
1. Die materiellrechtliche Theorie37
a) Die materiellrechtliche Einordnung des Schiedsspruchs39
b) Die materiellrechtliche Einordnung der Schiedsvereinbarung43
2. Die jurisdiktionelle Theorie46
3. Die vermittelnde Theorie50
4. Rechtsprechung54
III. Zusammenfassung56
C. Funktionsvoraussetzungen von Rechtsprechung59
I. Vorliegen einer Rechtsstreitigkeit60
II. Verbindlichkeit der Entscheidung60
III. Reagierende Tätigkeit und Rechtsbindung61
IV. Die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des rechtsprechenden Organs63
1. Ausgestaltung im staatlichen Gerichtsverfahren64
a) Unabhängigkeit des Richters64
aa) Institutionelle Unabhängigkeit67
bb) Sachliche Unabhängigkeit67
cc) Persönliche Unabhängigkeit68
b) Neutralität und Unparteilichkeit des Richters69
2. Übertragbarkeit für das Schiedsverfahren?72
a) Unabhängigkeit des Schiedsrichters74
b) Neutralität und Unparteilichkeit des Schiedsrichters76
aa) § 1034 Abs. 2 ZPO Parteiübergewicht77
bb) § 1036 Abs. 1 ZPO Offenbarungspflichten der Schiedsrichter77
cc) § 1036 Abs. 2 ZPO Ablehnungsrecht der Schiedsparteien79
dd) § 1037 ZPO Ablehnungsverfahren79
ee) §§ 1059, 1060 ZPO Verletzungsfolgen80
3. Fazit83
V. Verfahrensgarantien/-grundsätze, insbesondere der zwingende Grundsatz des rechtlichen Gehörs84
1. Ausgestaltung der Gewährung rechtlichen Gehörs im staatlichen Gerichtsverfahren84
a) Grundlage und Rechtsnatur84
b) Anspruchsinhalt86
c) Gewährungsform88
d) Verletzungsfolgen89
aa) Rechtsmittel und Rechtsbehelfe89
bb) Abhilfeverfahren nach § 321 a ZPO90
cc) Verfassungsbeschwerde92
e) Ausnahmen92
2. Übertragbarkeit für das Schiedsverfahren?93
a) Anspruchsinhalt94
b) Gewährungsform96
c) Verletzungsfolgen97
d) Ausnahmen98
VI. Zusammenfassung100
D. Der Öffentlichkeitsgrundsatz als Funktionsvoraussetzung für Rechtsprechung und dessen Ausgestaltung für die staatliche Gerichtsbarkeit101
I. Bedeutung und Zweck des Öffentlichkeitsgrundsatzes101
1. Schutz vor Geheimjustiz101
2. Kontrolle der Rechtsprechung102
3. Rechtskenntniserweiterung der Allgemeinheit106
II. Historische Hintergründe des Grundsatzes106
1. Die Französische Revolution107
2. Der Wiener Kongress107
3. Die Preußische Oktroyierte Verfassung108
4. Entwicklung in den Einzelstaaten109
5. Die Preußische revidierte Verfassung110
6. Das Gerichtsverfassungsgesetz110
7. Das Grundgesetz111
III. Verfassungsrechtliche Grundlagen112
1. Frühere Haltung des BVerfG zur verfassungsrechtlichen Verankerung des Öffentlichkeitsgrundsatzes113
2. Die Entscheidung des BVerfG zur verfassungsrechtlichen Gewährleistung114
a) Rechtsstaatsprinzip114
b) Demokratieprinzip115
3. Folgen aus der verfassungsrechtlichen Verankerung116
IV. Einfachgesetzliche innerstaatliche Regelungen116
V. Internationalrechtliche Grundlagen118
1. Art. 6 Abs. 1 Satz 1 und 2 EMRK118
a) Regelungsinhalt und Regelungszweck119
b) Innerstaatliche Geltung122
c) Anwendungsbereich neben dem innerstaatlichen Recht122
2. Art. 47 Abs. 2 Grundrechtecharta der EU124
3. Art. 14 Abs. 1 Satz 2 Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte125
4. Art. 10 Allgemeine Erklärung über Menschenrechte der UN126
5. Zusammenfassende Betrachtung über die Bedeutung der internationalrechtlichen Regelungen127
VI. Inhalt und Anwendungsbereich des Öffentlichkeitsgrundsatzes127
1. Inhalt des Öffentlichkeitsgrundsat