: Howard Chance
: Marcus Heinbach
: Das neue Prostitutionsgesetz 2017 Todesstoß für das Rotlicht-Gewerbe?
: Books on Demand
: 9783741296178
: 1
: CHF 22.60
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: Recht
: German
: 164
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Am 7. Juli 2016 wurde das"Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz der in der Prostitution tätigen Personen" vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Zum 1. Juli 2017 wird das Gesetz in Deutschland eingeführt und wird das Rotlicht-Gewerbe völlig verändern. Bordellbetriebe und Prostitutionsstätten benötigen demnächst konkrete Betriebskonzepte und werden erlaubnispflichtig. Sexworkerinnen müssen sich amtlich anmelden und benötigen Nachweise über gesundheitliche Beratung. Ohne Zuverlässigkeitsprüfung darf man im Milieu nicht mehr verantwortlich arbeiten. Wohnungsbordelle werden sogar in ihrer Existenz bedroht! Die Steuerbehörden hoffen auf zusätzliche Einnahmen. Die Kondompflicht trifft Freier und Sexworker nun bundesweit! Werbeverbote, Baurecht, Jugendschutz. Ein regelrechter Paradigmenwechsel, der auf eine noch unvorbereitete Branche trifft, die vom Gesetzgeber nun in die Pflicht genommen wird. Regulierung vor Schutz? Branchenkenner und Publizist Howard Chance stellt die neuen Bestimmungen im Detail vor und gibt Hilfestellungen zu einem sehr komplexen Thema. Was erwartet Sexworker und Betreiber in 2017? Wie kann man sich vorbereiten? Warum ist es wichtig, den Kopf nicht in den Sand zu stecken? Analysen, Beratung und Hilfsangebote. Handeln statt Abwarten. Howard Chance klärt auf: sachlich und kompetent. Der Ratgeber für die deutsche Rotlicht-Branche.

Howard Chance ist das Pseudonym eines Autors, der bislang als Chefreporter eines Lifestyle-Magazins und als Verfasser von unterhaltsamen Büchern mit Anekdoten aus der Swinger- und Erotikszene publizistisch in Erscheinung trat. Als Manager war Chance über Jahrzehnte für die größte deutsche Erotikdiscothek verantwortlich tätig und darüber hinaus auch im erotischen Veranstaltungswesen vielfältig aktiv. Seine Branchenkontakte im Rotlicht-Gewerbe sind intensiv und ermöglichen umfassende Einblicke in Konzepte und Abläufe. Er kennt die Damen hinter den roten Fassaden, die Bordell-Betreiber und das Milieu in seiner vielfältigen Form. Durch seine hervorragenden Kontakte zur Berliner Politik hat Chance Zugriff auf Meinungen, Hintergrundwissen und politische Tendenzen, wenn er dort sein Pseudonym einmal ablegt und als wissbegieriger Bürger das informative Gespräch sucht. Gemeinsam mit Weggefährten aus den Bereichen Erotik-Marketing und Rechtswissenschaften, hat sich Howard Chance bereits seit längerem mit der Gesetzgebung für das Rotlicht-Gewerbe befasst und dabei immer wieder festgestellt, dass die Branche und ihre Akteure viele gesetzliche Verordnungen nicht kennen oder eben auch nicht vollständig verstehen. Gerade bei den Themen Prostitutionsgesetz und neues Prostitutionsgesetz für 2017 führte die intensive Wahrnehmung bereits aufkommender Problemstellungen den Autor zur Idee eine umfassende Informationsschrift zu entwickeln. Howard Chance (1968 geboren und in Deutschland lebend) hat neben seiner Autorentätigkeit im Oktober 2016 eine Unternehmensberatungsgesellsc aft gegründet, die sich den Problemen der Branche gründlich annehmen wird. Dazu ist auch die Einrichtung eines Berater-Netzwerks mit Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens geplant!

Kapitel 3 - Das neue Prostitutionsgesetz - Die Fakten


Für wen gilt das neue Prostitutionsgesetz, wen soll es schützen, wen und was reguliert es und welche allgemeinen Bestimmungen beinhaltet es?

Das neue vorliegende Gesetz soll die Ausübung der Prostitution und das Betreiben eines Prostitutionsgewerbes regeln. Dazu definiert der Gesetzgeber in Abschnitt 1 – Allgemeine Bestimmungen, was Prostituierte sind und was ein Prostitutionsgewerbe darstellt:

Die Prostituierten

Prostituierte sind Personen (also egal ob männlich oder weiblich), die eine sexuelle Handlung an oder vor einer anderen unmittelbar anwesenden Person gegen Entgelt (also gegen Bezahlung) erbringen oder eine entsprechende Handlung an sich selbst zulassen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Tätigkeit regelmäßig oder nur hin und wieder ausgeübt wird und ob es im Rahmen einer „Anstellung“ oder auf selbständiger Basis erfolgt. 

„Dem Gesetz liegt grundsätzlich ein weites Verständnis von Prostitution zugrunde, das möglichst alle Angebotsformen entgeltlicher sexueller Kontakte und deren gewerbsmäßige Organisation dem Bereich der Prostitution zurechnet. Entsprechend seinem Schutzzweck wird damit das Ziel verfolgt, den Anwendungsbereich auf eine möglichst große Bandbreite an Geschäftsmodellen im Bereich der sexuellen Dienstleistung zu erstrecken.“

Der Gesetzgeber stellt damit klar, dass man die Begriffe „Prostitution“ und „sexuelle Dienstleistung“ auch bei speziellen Dienstleistungsformen wie beispielsweise SM (Sado-Maso) anwendet und man auch Praktiken, die nicht mit direktem Körperkontakt oder Geschlechts-verkehr verbunden sind, unter die Begrifflichkeit fasst. Auch „Tantra“ und „Erotik-Massage“ mit dem beliebten „Happy-End“ fällt so wohl unter dieses Gesetz, zumal mehrere ordentliche Gerichte beim Thema „Sexsteuer“ schon entschieden haben, dass diese „erotischen Formen“ der Massage als sexuelle Dienstleistungen zu betrachten sind. Auch was das „Entgelt“, also den „geldwerten Vorteil“ anbelangt, fehlt es nicht an hilfreicher und zudem ausschweifender Erläuterung:

Als „Entgelt“ kann dabei nicht alleine ein Geldbetrag angesehen werden, sondern jede im Rahmen eines wirtschaftlichen Tauschverhältnisses vereinbarte geldwerte Gegenleistung. Unter Zugrundelegung des üblichen Sprachverständnisses ist unter einer sexuellen „Dienstleistung“ nicht jeder nur denkbare Einzelfall der Vornahme sexueller Handlungen im Gegenzug oder in Erwartung eines geldwerten Vorteils als Prostitution anzusehen. Wer sich im Rahmen privater Kontakte ohne gezielte Gewinnorientierung bei Gelegenheit auf einen Tausch Sex gegen Restaurant- oder Konzertbesuch einlässt, erbringt damit noch keine sexuelle „Dienstleistung“ im Sinne des § 2. Anders ist es hingegen zu bewerten, wenn jemand solche Tauschgeschäfte anbietet, um damit gezielt den Erhalt oder die Steigerung des eigenen Lebensunterhalts zu sichern.

Soweit, so skurril! – Wenn ich meine Konzertkarte oder mein Essen mit Sex bezahle, ist dies nur erlaubt, wenn ich dieses Tauschgeschäft nicht vorsätzlich anbiete, sondern wenn es sich zufällig ergibt? Es hängt wohl auch von der Häufigkeit solcher Tauschgeschäfte ab. Wer macht sich solche Gedanken? – Und wer bitte soll das überprüfen und im Verdachtsfall gewichten? Das ist dann ähnlich merkwürdig wie bei der „Binnenschifffahrts-Prostitution“, die uns an späteren Stelle noch belustigen wird … hoffe ich zumindest!

Erotikshows, Live-Cam und Co. … gelten nicht als Prostitution!

Vorführungen (Shows und ähnliches) mit ausschließlich darstellerischem Charakter, wo keine anwesende weitere Person sexuell aktiv wird, gelten nicht als sexuelle Dienstleistung und somit auch nicht als Prostitution. Das dürfte die große Schar der Cam-Girls und Amateur-Porno-Stars erfreuen, die sich täglich markant erotisch im Internet präsentieren und rein virtuell so manche spannende Hose öffnen. Aber auch die „Tempel-Tänzerinnen“ an den Tabledance-Stangen der Republik haben vom neuen Gesetz nichts zu befürchten! Natürlich dürfen dann die „Grenzen“ nicht überschritten werden und „Show muss halt Show bleiben!“

Was bin ich? - Gleiches Recht für alle? - Weit gefehlt!

Warum ist es so wichtig, zu überprüfen, ob man nach den Begriffs-Bestimmungen des neuen Gesetzes nun Prostituierte(r) ist oder nicht? - Weil man demnächst als Prostituierte(r) im Sinne des Gesetzes verpflichtet sein wird, einer Anmeldepflicht und zusätzlich einer berufsbezogenen Gesundheitsberatung regelmäßig nachzukommen. Das bisherige Recht, sich einfach so irgendwo nach Lust, Geldbedarf oder Laune zu „prostituieren“, wird es nicht mehr geben. Was es damit genau auf sich hat? - Was zu tun ist? - Dazu erfahren Sie später noch sehr viel mehr, da wir die Thematik sehr ausführlich behandeln werden!

Aufgemerkt:Bin ich vielleicht zukünftig nicht nur „einfache Prostituierte“ sondern durch die Art und Weise meiner Berufsausübung sogar „Betreiberin eines Prostitutionsgewerbes“? Dann muss ich mich nämlich besonders warm anziehen, weil der Staat in diesem Fall das gesamte „Füllhorn“ über mich ausschüttet! Bangemachen gilt nicht? - In diesem Fall leider schon!

Das Prostitutionsgewerbe

Ein Prostitutionsgewerbe betreibt, wergewerbsmäßig Leistungen im Zusammenhang mit der Erbringung sexueller Dienstleistungen durch mindestens eine andere Person anbietet oder Räumlichkeiten hierfür bereitstellt, indem er eine Prostitutionsstätte betreibt, ein Prostitutionsfahrzeug bereitstellt, eine Pr