: Martin Popoff
: Wind Of Change Die Scorpions Story
: Hannibal
: 9783854456087
: 1
: CHF 8.90
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: Biographien, Autobiographien
: German
: 376
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Rocken wie ein Hurrikan: Fünfzig Jahre Erfolgsgeschichte Die Scorpions sind der wohl erfolgreichste Rockexport aus Deutschland. Seit fünf Jahrzehnten touren die Hannoveraner unermüdlich um die Welt, haben von Rock in Rio bis Wacken Open Air jedes große Rockfestival schon einmal gespielt, der Heavy-Gemeinde harte Powerchords und den Pophörern unvergessliche Ohrwürmer geschenkt - aber eine umfassende Würdigung ihrer langen Karriere stand bisher noch aus. Vielleicht ist es kein Zufall, dass es jetzt kein deutscher Autor, sondern ein Kanadier ist, der sich darangemacht hat, das Phänomen Scorpions gründlich zu erforschen: Schließlich galten die Schwermetaller stets als Band, die im Ausland fast beliebter ist als zuhause. Ihre erste Goldene Schallplatte bekamen die Scorpions tatsächlich in Japan - 1976, für Virgin Killer. Und auch in Großbritannien und in den USA räumten Rudolf Schenker, Klaus Meine und Co. schon bald ordentlich ab. Spätestens in den Achtzigern waren sie allerdings auch in den deutschen Albumcharts Dauergast in den Top 10 und galten bei Metalfans ebenso viel wie Rainbow, Judas Priest oder Dio. Aber nicht nur das: Mit ihren großartigen Power-Balladen 'Still Loving You' und 'Holiday' erreichte die Band schließlich auch ein breiteres Publikum. Ab 1989 dann, als sie mit 'Wind Of Change' den Soundtrack für die deutsche Wiedervereinigung schufen, kam an ihnen niemand mehr vorbei. Ab jetzt kannte die Scorpions-Geschichte nur noch Superlative. Und diese Geschichte fängt Martin Popoff hervorragend ein: Er sprach ausführlich mit den Bandmitgliedern, heutigen wie früheren, und lässt sie über weite Strecken selbst erzählen, sodass der Leser vom unglaublichen Aufstieg der Scorpions aus erster Hand erfährt. Ergänzt um die Ansichten von Weggefährten wie Rob Halford, von Produzenten, Managern und sonstigen Kollegen, entstand ein packender Bericht über eine faszinierende Band - über ihre Erfolge, ihre Krisen, ihre Besetzungswechsel, ihre Persönlichkeiten, ihre Schwächen und Leidenschaften. Die erste umfassende Biografie der Scorpions!

Martin Popoff ist bekannt als Spezialist für Metal-Biografien und schrieb bereits Bücher über Dio, Whitesnake, Deep Purple, Black Sabbath, Rainbow und viele andere aus dem Hard'n'Heavy-Bereich. Als Journalist wirkte er an einer BBC-Dokumentation über Heavy Metal mit und arbeitet unter anderem für Rock-Magazine wie Goldmine, Record Collector, Guitar World oder Metal Hammer. Er lebt in Toronto.

Nicht viele Bands können von sich behaupten, ein Dutzend Jahre lang hart für ihren Erfolg gearbeitet zu haben, bevor er sich schlussendlich doch noch einstellte. Doch genau dies können sich Rudolf Schenker und Klaus Meine auf die Fahnen schreiben. Es dauerte eigentlich sogar noch länger, wenn man die ersten paar magischen Jahre hinzurechnet, die von ihrer Begeisterung für den ursprünglichen Rock ’n’ Roll und die Beatles geprägt waren, und dann auch noch die Zeit ihres Aufstiegs bis zur absoluten Spitze, die sie mitBlackouterreichten (falls das auch eurer Einschätzung entspricht).

Na klar, bei vielen klassischen Karrieren der Siebzigerjahre (Rush und Judas Priest etwa) sieht es so aus, als wären diese Bands, die zwischen 1975 und 1979 so phänomenale Platten abgeliefert haben, bereits etablierte Rockstars gewesen. Hinsichtlich ihrer Kreativität waren sie sicher auch schon ganz oben, zumindest in den Augen eines scharfsinnigen Metalheads ab einem gewissem Alter. Doch wurde im Laufe der Jahre auch offensichtlich, dass Bands wie Scorpions, Rush und Priest sehr zu kämpfen hatten, während sie gleichzeitig ihre besten Platten für Major-Labels einspielten. Ich erwähne das nur, um die Voraussetzungen zu erklären und um klarzustellen, dass die Scorpions sich definitiv abrackern mussten und dafür größten Respekt verdient haben. Der Lohn all ihrer Mühen war hart erkämpft und die Fähigkeiten der Band wurden über all die Jahre hinweg durch ihre enthusiastische Hingabe vom Rohzustand bis zur Perfektion geschliffen.

Wo fing nun alles an? Nun, zuerst war da Rudolf Schenker, dem sich schon sehr bald Klaus Meine anschloss. Sie beide bilden bis heute den Kern der Gruppe und sind die Jagger und Richards der Band.

So wie auch manche Kids in der Sowjetunion sogen Rudolf und Klaus jeglichen Rock ’n’ Roll auf, an den sie in ihrem Heimatland, das damals schon offiziell Bundesrepublik Deutschland hieß und im Ausland West Germany genannt wurde, herankamen. Eine wichtige Rolle spielten dabei amerikanische GIs, die damals in großer Zahl als Bollwerk gegen den Ostblock in der BRD stationiert waren.

„Ich bin in der alten Zeit aufgewachsen“, erklärt Rudolf. „Das heißt, es drehte sich bei mir um Elvis Presley, Little Richard, Buddy Holly, Eddie Cochran und all diese Leute. Aber dann kamen natürlich die Beatles und die Rolling Stones – und mit ihnen dieser Kontrast zwischen Schwarz und Weiß. Die Beatles waren die Guten und die Stones die Bad Boys. Mir gefielen auch die Pretty Things sehr. Und natürlich die Kinks und die Yardbirds. Das waren so meine Einflüsse, die Bands, die mich inspirierten. Schon als ich ein Fan von Elvis Presley war, wollte ich Musik machen, aber irgendwie spielte ich auch Fußball und realisierte, wie schwierig es war, aus einer Gitarre Musik herauszuholen. Also blieb sie vorerst in der Ecke stehen, bis dann schließlich die Beatles und die Rolling Stones kamen. Der Zeitpunkt, an dem ich anfing, mir wirklich Mühe zu geben, ein guter Gitarrist zu werden, war gekommen, als ich mir diese fünf Typen vorstellte, wie sie um die Welt reisten und Musik für ihre Freunde machten. In meiner naiven Denkweise – und da war es gut, naiv zu sein – führte das dazu, dass ich versuchte, die Scorpions zu formieren und die richtigen Leute dafür zu finden, Musiker, mit denen ich mich auch gut anfreunden konnte. Das war mir nämlich ebenfalls sehr wichtig, und diese Philosophie ist auch der Grund dafür, dass wir immer noch zusammen sind. Der Ausgangspunkt ist Freundschaft, dazu kommt die Freude daran, zu einer Gang zu gehören und auf der Suche nach Abenteuern um die Welt zu reisen – und nicht, darauf zu schielen, wie man am meisten Geld verdienen kann. Und weil wir uns nicht aufs Geld konzentrierten, sondern auf das Abenteuer, reisten wir später so viel und besuchten Orte, an denen vor uns noch niemand gespielt hatte. Das ist der Grund, warum es uns nach Russland, Manaus im Dschungel, den Regenwald und an die Pyramiden vor Kairo verschlug. Weil wir es genießen wollten. Weil wir echt auf Tour gehen und uns an der Musik und unseren Fans erfreuen wollten. Ich glaube, das legte den Grundstein für alles: dass ich so naiv war, mir vorzustellen, mit vier oder fünf Freunden die Welt zu bereisen. Diese Denkweise floss von Anfang an in die Scorpions ein, und das ist auch der Grund, warum die Band zusammengeblieben ist.“

„Die Scorpions waren am Anfang“, fährt Rudolf fort, „also schon von 1965 an, sehr auf das Gitarrenspiel fokussiert, vor allem aber auf die Leadgitarre. Der ers