2085 Der Fall der Götter
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John Marc
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2085 Der Fall der Götter
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Eridanus Verlag
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9783946348146
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1
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CHF 4.40
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Science Fiction
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German
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328
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kein Kopierschutz
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB
Im Jahr 2085 gelingt Wissenschaftlern der World Gen Organisation der Durchbruch in der Gentechnik. Aus der DNA von Jesus Christus auf dem Turiner Grabtuch soll der Sohn Gottes auferstehen, um der Menschheit die göttliche Botschaft zu verkünden. Der Assistenzarzt Sid Foster tut den Jesus-Hype als Spinnerei ab. Doch dann wird er auf Mike Richburry aufmerksam, der unter dem gentechnisch provozierten Syndrom leidet. Kontakt zu diesen Patienten ist strengstens verboten. Trotzdem sucht Sid Mike Richburry immer wieder auf, der in seinen lichten Momenten plötzlich von Glaube, Liebe und Hoffnung spricht. Als die Menschen nach der Auferstehung Jesu in gefährlicher Gleichgültigkeit versinken, beginnt der Arzt, sich mit den philosophischen Fragen der Gentechnik zu beschäftigen, die Mike aufwirft. Doch die globale Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten ... »2085: Der Fall der Götter« ist ein packendes Debüt zwischen Philosophie und Endzeit-Dystopie!
John Marc, Jahrgang 1972, studierte Medizin und Wirtschaft. Im Krankenhaus, einem Brennpunkt des Lebens, fand er viele Antworten, aber auch viele Fragen, die er in seinen Texten verarbeitete. Besonders beeindruckt wurde er dabei von Visionen einer möglichen Zukunft und deren Auswirkungen auf uns Menschen. John Marc dystopischer Science Fiction Roman »2085: Der Fall der Götter« erschien im Eridanus Verlag.
»Schnell, Sid. Hol die Hirnstimulatoren.« Ich griff hinter mich und nahm zwei runde Plättchen vom Tisch. Nachdem ich sie eilig an den Schläfen des jungen Mannes fixiert hatte, startete die Stimulation des Stammhirns: nur noch unkontrollierte Zuckungen des Körpers, keine Eigenaktivität. »Wir brauchen einen zentralen Zugang!«, schrie Francine. »Kann nicht jemand nach dem Blut sehen? Wir müssen unbedingt sein Volumen auffüllen!« Hektik breitete sich im Raum aus. Zu jung war dieser Patient, als dass man ruhig bleiben konnte. Francine versuchte, in der Leistenbeuge ein Blutgefäß zu tasten. Eine medizinische Einheit assistierte ihr dabei. Dank des Monitors an der Seite war die Vene gut zu lokalisieren, jedoch glitt die Nadel bei jedem Versuch, sie zu punktieren, ab. »Irgendetwas stimmt nicht mit seinen Blutgefäßen. Schalte den Mikroscanner ein!« Ein Hologramm erschien mitten im Raum. Man konnte die Gefäßwand eindeutig erkennen, die Intima, Media, Adventitia. Doch die Strukturen waren zu regelmäßig. »Es sind Implantate!«, erkannte ich sofort. Der junge Mann war im Institut für Kryotechnik für wenige Sekunden in eine der Kältekammern geraten. Für einen menschlichen Körper war das ohne weiteres zu tolerieren, nicht jedoch für künstliche Gefäßwände. Ihre kybernetische Komponente hatte sich durch den Kälteschock kristallisiert. So perfekt die kybernetischen Implantate im normalen Leben auch ihren Dienst verrichteten, so gefährlich waren sie in Extremsituationen; sie mutierten zu wahren Killern, wie ich es schon oft erlebt hatte. Auf das Gesicht des jungen Mannes legte sich bereits unaufhaltsam der Blick des Todes: fahl, bleich, fast gelblich wurde es. Das Ende nahte. »Dreh die Stimulation höher!«, schrie mir Francine zu. »Ich bin schon am Limit!« »Dann geh drüber!« Letzte unkontrollierte Zuckungen zeigten das Chaos in seinem Gehirn. Nur noch vereinzelte Entladungen seiner Hirnrinde kamen ungeordnet wie Gewitterblitze und ohne erkennbares System an den verschiedenen Orten seines Körpers zum Vorschein. Unaufhaltsam grub sich der Tod immer weiter in ihn hinein. An jenem Tag begann das Unfassbare. Als der junge Mann starb, lag auch unsere Welt bereits im Sterben. Nun stehe ich hier vor den Trümmern unserer Zivilisation und halte normales Wasser aus dem Replikator in den Händen. Nur dieses ein Glas und ich werde alles um mich herum vergessen. Ich werde sein wie die anderen, ohne Hoffnung, ohne jeden Sinn im Leben. Und ich bin nun bereit, den letzten Schritt zu gehen. Wir schreiben das Jahr 2085, Februar. Ich bin Arzt im Gesundheitspark MyFair. Krankenhäuser gibt es nicht mehr. Ein paar Jahre sah es tatsächlich so aus, als ob wir keine Krankenhäuser mehr bräuchten. Doch die Zeiten haben sich geändert. Vieles hat sich geändert. Es war einer dieser endlosen Tage im MyFair. Ich hatte damit zu kämpfen, die Müdigkeit und den Kater der let