: Guido Maria Kretschmer
: Anziehungskraft - Stil kennt keine Größe Der Nr.1 SPIEGEL-Bestseller
: Edel Books - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783841902566
: 1
: CHF 13.50
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: Praktische Anleitungen
: German
: 180
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Spiegel-Bestseller als E-Book! Guido Maria Kretschmer, bekannt für seine pointierten Bemerkungen in der TV-Sendung »Shopping Queen«, ruft mit diesem Buch alle Frauen zur modischen Selbsterkenntnis und vor allem zur Selbstliebe auf - denn jede Frau kann toll aussehen, wenn sie weiß, wie's geht! Finden Sie heraus, welche Schnitte, Formen und Stoffe am besten zu Ihrer Figur passen - oder lassen Sie sich einfach von Guido Maria Kretschmers Geschichten und Anekdoten ganz herrlich unterhalten. Denn Mode kann so viel Spaß machen!

Guido Maria Kretschmer, geboren 1965 in Münster, ist ein deutscher Modedesigner. 1989 gründete er sein erstes Unternehmen und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Corporate Fashion Designer in Europa. Seit 2004 führt Kretschmer eine zweite Linie, die Guido Maria Kretschmer Couture, und begeistert seitdem sowohl die europäische Modeszene als auch Frauen in aller Welt mit seinen Kreationen. Sein schöpferisches Talent zeigt sich auch in seiner Arbeit als Kostümbildner für Oper-, Theater und Filmproduktionen. Seit Januar 2012 moderiert Guido Maria Kretschmer sehr erfolgreich sein TV-Format »Shopping Queen« und wirkt in der aktuellen Staffel von »Das Supertalent« als Juror mit.

Das sympathische Brett

Die kurvenlose Schönheit oderdas sympathische Brett


»Bei der im Extremfall vorne auch hinten sein könnte!«

Eine Frau, die statt Rundungen eine gerade Körperform hat, kann dennoch weiblich und gut proportioniert wirken– wenn sie einige wichtige Regeln beachtet. Es gibt mehr Frauen der Kategorie sympathisches Brett, als Sie vermuten. So wie eine sehr liebe Kundin von mir, nennen wir sie mal Frau Meisenkaiser. Besagte Frau Meisenkaiser ist ein sehr gutes Beispiel für die kurvenlose Schönheit oder das sympathische Brett.

Jene Dame hatte sich für einige Tausend Euro ein traumhaftes rotes Kristall-Abendkleid eines großen französischen Modehauses geleistet. Bei einer unserer Anproben erzählte sie mir von einem Problem mit dieser Robe. Sie sagte:»Lieber Herr Kretschmer, das Kleid sitzt hinten und vorne nicht.« Sie habe damit sechs Stunden bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth gesessen und das Gefühl gehabt, dass jemand vorne zieht und hinten drückt. Was bei sechs Stunden Oper verständlicherweise etwas unangenehm sein kann. Dem anwesenden Ehemann blieb das Unwohlsein seiner geliebten Gattin nicht verborgen, denn auch er konnte den Würger hinten und den Drücker vorne nicht ausfindig machen. So bat sie mich um Hilfe undäußerte den Wunsch, ich solle mir das verschnittene französische Elend doch bitte einmal unverbindlich anschauen. Sollte ich zu der Beurteilung kommen, dieses Modell nicht retten zu können, würde das gute Stück entsorgt und hätte die Aussicht, in einem Rot-Kreuz-Container auf ein neues Opfer zu hoffen.

Bei der anschließenden Anprobe des Kleides musste sich meine sehr direkte und grundehrliche Direktrice zurückhalten, nicht lauthals loszulachen. Frau Meisenkaiser hatte das besagte Kleid falsch herum angezogen. Die Brust saß auf dem Rücken und der Nackenausschnitt schnürte ihre Kehle schon im Stehen fast zu. Die Tatsache, dass im Sitzen gewürgt wurde, war nicht dem Parsifal in Bayreuth anzulasten, sondern der bedingten Dusseligkeit von Frau Meisenkaiser. Das französische Modehaus hatte das Etikett in die Seitennaht genäht– wo war also vorn? Bis dato hatte ich mir nie darüber Gedanken gemacht, dass bei einem sympathischen Brett vorne eben im Extremfall auch hinten sein kann. Diese kleine Geschichte fand ihre Lösung in der Umpositionierung des Etikettes in das Rückenteil. Eine Woche später wurde meine kleine Nähaktion mit dem Satz belohnt:»Herr Kretschmer, Sie sind ein Gott!«

 

Woran erkennen Sie das sympathische Brett?

Die Taille des H-Typs (so wird das sympathische Brett in der Fachsprache genannt) ist in der Regel so schmal wie seine Hüfte. Der Hintern und die Brust sind flach– Kurven sucht man vergebens. Oft werden die Damen um ihre schön schlanken Arme und Beine beneidet.

 

Prominente Frauen mit H-Körper: das Modelwunder Kate Moss, Tilda Swinton, das Blasseste, was der liebe Gott in die erste Reihe geschoben hat, und Keira Knightley (wer sie nicht mag, ist selber Schuld)

 

Ihr Look

Ihre Oberteile

Blusen, Hemden und Tops, die an der Hüfte geknotet oder gerafft werden, können Ihre perfekten Begleiter sein. Zu kurze Jacken sollten Sie lieber meiden, denn sie betonen Ihren flachen Po. Hemdblusen und alles, was aus leichten Stoffen drapiert werden kann, machen Ihren Oberkörper weiblicher. Auch sind Sie die Frau, die keine Angst vor Plissee haben muss– die Falten sind wie für Sie gemacht. Finger weg von Spaghettiträgern und Tube-Tops. Ihre flache Brust wird durch sie nur in den Fokus der Aufmerksamkeit gesetzt. Ein Push-up ist nur dann eine Hilfe, wenn Sie mit einer zweiten Lage arbeiten und ein wenig Dekolleté zeigen.

 

Ihre Unterteile

Gerade geschnittene Hosen (Jeans oder Chinos) stehen Ihnen in Kombination mit einem hüftumspielenden Blazer und fließenden Oberteilen perfekt. Von Push-up-Pants würde ich abraten: Sollte eine neue Eroberung beim Verlassen des Restaurants Ihre Hüfte berühren, wird er den Schaumstoff bemerken. Und dann vielleicht schlussfolgern, dass Sie eine Bindegewebsstörung haben! Röhren- und Schlaghosen sind wunderbar und selbst Bund- und Bügelfalten machen Ihnen keine Probleme. Ihre Figur ist wie für schwingende A-Linien-Röcke gemacht – Tulpenröcke hingegen meinen es besonders gut mit Ihnen, sie zaubern Ihnen Hüfte. Auch Bleistiftröcke können toll sein, sollte Ihr Rock jedoch länger als das Knie sein, dann bitte nur mit hohen Hacken.

 

Ihre Kleider

Das perfekte Cocktailkleid für Sie hat eine leichtüberschnittene Taille und gerne auch Legefalten und Plissees. Vor starken Schulterproportionen durch Puffärmel brauchen Sie keine Angst zu haben. Vermutlich wird es aber Ihren Mann irritieren