Juni 1526
1. Kapitel
Während Marie und Matthias endlich zueinanderfanden, streifte Jakob von Scharfenstein durch Rothenburg. Er war wütend.
Auf dem Fest hatte er Marie gesehen, wie sie ausgelassen mit dem Henker getanzt hatte. Für einen Moment wollte er vorstürmen und ihm sein Messer in das Herz rammen. Aber ihm war klar, er war dem Scharfrichter nicht gewachsen. Auch wenn dieser, wie es hieß, bei einem Kampf mit einem Unbekannten verletzt worden sein sollte, wovon man allerdings nichts mehr zu sehen war. Und die Folgen wären auch für ihn nicht gerade angenehm gewesen.
Als er dann Karl und Helga getroffen hatte, wusste er, was er an diesem Abend wollte. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, die beiden weiter auszunutzen. So hatte er den Plan entwickelt, mit den beiden ins Kontor zu gehen und zu sehen, ob Helga zwei Reiter vertragen würde. Allein der Gedanke daran brachte ihn fast um den Verstand.
Doch auch dieses Vorhaben war durch den Aufzug des Bäckermeisters zunichtegemacht worden. Kurze Zeit später war auch Karl verschwunden. Dann kam das Gewitter. Er suchte in den Gasthäusern der Stadt Zerstreuung, aber es war überall so voll, dass er nirgends mehr hineinkam. Vor dem ›Goldenen Schwan‹ standen einige Stadtwachen, die alle ankommenden Gäste wegschickten.
Also strich er weiter durch die Gassen. Er sah einige Huren, welche ihre Freier in Hauseingängen oder dunklen Gassen bedienten. Es gab zu wenig Zimmer für alle.
»Na, da wird dieser Henker ein hübsches Sümmchen verdienen«, brummte er. Schließlich erhielt Matthias Wolf den sogenannten Hurenpfennig, der ihm alleine zustand. Und bei einem solchen Fest waren mehr Hübschlerinnen in der Stadt, die auf ein einträgliches Geschäft mit den Händlern und Besuchern hofften.
Jakobs Gemächt klopfte immer noch, als er auf einmal seinen Augen nicht zu trauen wagte. Vor ihm, auf der anderen Seite der Straße, drückte sich eine Gestalt eng an die Wände der Häuser. Er konnte sein Glück nicht fassen.
Helga hatte sich davongeschlichen, um sich mit Karl zu treffen. Das würde er ihr vermiesen, beschloss er. So leise er konnte, näherte er sich schnell der Gestalt. Ja, es war die Bäckerstochter, er erkannte sie. Als sie an einer leerstehenden Werkstatt im Judenviertel vorbeikamen, schlug er zu.
Schnell ergriff er das Mädchen, legte ihr eine Hand auf den Mund und zerrte sie hinein. Sie wollte schreien, aber er blaffte sie an.
»Hab ich dich schon wieder erwischt! Was denkst du, was dein Vater sagt, wenn ich ihn aus dem Bett hole und ihm die Hure übergebe, die sich seine Tochter nennt?«
Helga wurde bleich.
»Bitte, Herr … nicht. Mein Vater … er schlägt mich tot.«
Jakob grinste.
»Dann will ich mal nicht so sein. Aber du musst etwas für mich tun, bevor ich dich zu deinem Liebhaber lasse.«
»Alles, was Ihr wollt.«
Sein Grinsen wurde breiter.
»Das wollte ich hören. Aber nun: keinen Ton mehr!«
Er sah sich um. Weiter hinten war ein Tisch.
Schnell riss er ihr das Kleid über den Brüsten auf, zog das vor Angst bebende Mädchen mit sich und beugte es über den Tisch, bis sie mit dem Oberkörper auf der Tischplatte lag. Dann hob er ihre Röcke, griff ihr zwischen die Beine.
Er spuckte in die linke Hand, rieb sie an ihrem Geschlecht, öffnete seine Hose und drückte ihr sein Glied hinein. Das Mädchen biss sich auf die Knöchel. Sie nahm die Stöße des Mannes hin und hoffte, er würde sich schnell ergießen. Doch nach einer Weile spürte sie, wie Lustgefühle in ihr erwachten. Und je härter er zustieß,