: Peter Nathschläger
: Die Inseln im Westen Band 2 Weltendämmerung
: Himmelstürmer Verlag
: 9783863615802
: 1
: CHF 13.50
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 380
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Die Kanaren verschwinden in eine düstere und unheimliche alternative Realität, wo zwei Zivilisationen um die Vorherrschaft streiten. Zwei Zivilisationen, in denen Männer bei Männern leben, wo es Jäger und Beute, Herren und Diener gibt, ein Jahrtausend altes Geheimnis und die Prophezeiung über den Untergang ihrer Wirklichkeit BAND I Der Schriftsteller Frank Ostrowski lebt allein in der Finca in den Bergen von Gran Canaria, die er und sein Mann kurz vor dessen Tod kauften. Als er drei Jahre nach dem tragischen Tod seines Ehepartners versucht, die tragischen Ereignisse aufzuschreiben, entdeckt er nicht nur, dass sein Mann ein mystisches Geheimnis hütete, sondern auch, dass eines Nachts der Polarstern vom Himmel verschwunden ist. Am nächsten Tag stürzen leere Passagierflugzeuge auf die Inseln ab und am Horizont erscheint ein den ganzen Himmel ausfüllender Planet. Spätestens jetzt wird Frank klar, dass das Geheimnis seines verstorbenen Mannes und die furchteinflößenden Ereignisse direkt miteinander zusammenhängen ...

Als der Präsident der Kanarischen Inseln seine Rede beendete, ging Winston Gonzales aus dem Haus und sah hinauf zu Nib und fragte sich, ob er überhaupt wollte, dass sein Sohn zurückkehrte, denn was würde er hier vorfinden? Wenn sie ihn geholt hatten, um ihn zu retten, und davon ging Winston aus, dann war er dort oben unter Freunden, die ihn pflegten und schützten. Hier würde alles sehr bald auseinanderbrechen. Die Ansprache von Victor Moriana ließ keine anderen Schlüsse zu, und Winston hatte die Ansprache gar nicht gebraucht, um zu vergegenwärtigen, dass die Lage bald dramatisch werden würde, als sie jetzt schon war. Winston dachte in erster Linie an die dünne und unzuverlässige Vernunftehe, die Touristen und die Einheimischen miteinander bisher auskommen ließ. Die einen brauchten Geld, die anderen brachten es. Die einen boten Dienste an, die anderen nahmen sie in Anspruch. Das war schon immer so, und es war auch in Ordnung, solange es funktionierte. Nun hatten sich die Verhältnisse verkehrt, weil nun alle vor dem Ausnahmezustand gleich waren, und Geld nichts mehr zählte. Wer nur Geld vorzuweisen hatte, war arm und musste sich denen unterordnen, die das hatten, was lebensnotwenig für sie war: Unterkünfte, Verpflegung und medizinische Versorgung.

Wieder sah er hinauf zu Nib, auf dessen brodelnde, graue und tornadogrüne Oberfläche - eine Wolkendecke, wie man jetzt wusste, unter der sich eine fremde Welt verbarg. Und sein schöner, wilder, und manchmal zum Verrücktwerden starrsinniger Sohn. Komm zurück, bewegte er seine Lippen. Denn natürlich wollte er ihn in die Arme schließen, an sich drücken und nie mehr loslassen. Als er den Atem seiner Frau an seiner Seite spürte, die aus dem Haus gekommen war, um mit ihm gemeinsam hinaufzusehen, sagte er leise: „Komm zurück und sei du, wenn du kommst.“

„Er wird zurückkommen, und er wird uns mit Stolz erfüllen. So wie er das bisher immer getan hat. Wir wollten nicht, dass er allein mit dem Fahrrad fährt. Er tat es trotzdem und er kam heil zurück. Wir wollten nicht, dass er skatete, er tat es trotzdem, und als wir sahen, wie gut er das konnte, waren wir stolz auf ihn. Er bringt gute Noten, und als er surfen wollte, glaubten wir, dass das keine gute Idee ist. Weil Jungs sich nun mal an Felsen wehtun, sich manchmal die Füße brechen, die Arme oder sogar den Hals.“

„Aber er lernte surfen und wir hatten ihn einfach wieder unterschätzt.“

„Wir haben vielleicht auch uns selbst unterschätzt“, sagte Winston rau und nahm Lizbet in den Arm, „weil wir bei diesem Jungen einfach alles richtig gemacht haben. Ich wünschte, er käme zurück und ich hoffe irgendwie, dass er dort oben alle Abenteuer hat, die man einem Jungen wie ihm nur wünschen kann. Aber er soll nach Hause kommen und nicht verrückt geworden sein von dem, was er dort oben erlebt und sieht. Ich will unseren Sohn zurück. Ich will unseren Arturo zurück und ihn in die Arme nehmen und spüren, wie er atme