: Floris Biskamp
: Orientalismus und demokratische Öffentlichkeit Antimuslimischer Rassismus aus Sicht postkolonialer und neuerer kritischer Theorie
: Transcript Verlag
: 9783839435908
: Postcolonial Studies
: 1
: CHF 36.20
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: Sonstiges
: German
: 444
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Seit Jahren wird in politischer Öffentlichkeit und Wissenschaft heftig darüber gestritten, welches Sprechen über den Islam als legitimer Teil demokratischer Debatten zu betrachten ist und welches nicht. Diese Konflikte nimmt Floris Biskamp als Ausgangspunkt für eine theoretische Diskussion von Aushandlungen kultureller Differenz in der demokratischen Öffentlichkeit. Er legt dar, unter welchen Verkürzungen die gängigen Konzepte von Islamophobie, Islamfeindschaft und antimuslimischem Rassismus leiden. Um diese zu überwinden, entwickelt er vor dem Hintergrund von neuerer kritischer Theorie und postkolonialer Theorie ein Konzept, das Rassismus als systematisch verzerrtes Kommunikationsverhältnis versteht.

Floris Biskamp ist Soziologe und Politikwissenschaftler an der Universität Kassel. Er hat bei Helmut Dubiel in Gießen promoviert und war als Gastwissenschaftler bei Seyla Benhabib an der Yale University tätig. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen politische Theorie, Gesellschaftstheorie, das Verhältnis von Politik und Religion sowie Rassismus- und Antisemitismusforschung.
Inhalt5
Danksagung9
Einleitung: Das Dilemma des öffentlichen Sprechens über den Islam11
TEIL I – VORURTEIL ODER RASSISMUS? DIE DEUTSCHSPRACHIGE DEBATTE27
1 Die Diskussion in der Vorurteilsforschung31
1.1 Der Runnymede Trust: Islamophobie als unbegründete Feindschaft33
1.2 Das Projekt ›Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‹: Islamphobie als generelle Ablehnung37
1.3 Die Sammelbände ›Islamfeindlichkeit‹, ›Islamverherrlichung‹ und ›Verhärtete Fronten‹: vernünftige Kritik und unvernünftige Feindlichkeit42
1.4 Die Deutsche Islam Konferenz: legitime Kritik am Islam und illegitime Feindlichkeit gegen Musliminnen48
1.5 Die ›Mitte‹-Studien: aufklärerischer Universalismus und feindlicher Kulturalismus49
1.6 Fazit54
2. Rassismuskritische Perspektiven57
2.1 Die neuere deutschsprachige Rassismusforschung58
2.2 Die Kritik des antimuslimischen Rassismus59
2.3 Das Sprechen über Kultur in der Rassismuskritik63
2.4 Der Wechsel der Blickrichtung und seine Konsequenzen in der rassismuskritischen Praxis66
2.5 Fazit94
TEIL II – DIE REPRÄSENTATIONSKRITIK DER POSTCOLONIAL STUDIE97
3. Edward Said und die Hermeneutik des postkolonialen Verdachts101
3.1 Saids theoretische Kritik: drei Linien102
3.2 Zwei Widersprüche und ihre mögliche Auflösung115
3.3 Saids kritische Praxis: die Hermeneutik des postkolonialen Verdachts120
3.4 Fazit138
4. Homi Bhabha und die Ambivalenz der postkolonialen Kritik141
4.1 Drei ambivalente Linien141
4.2 Ambivalenzen der Ambivalenz151
4.3 Bhabhas kritische Praxis160
4.4 Fazit165
5. Gayatri Spivak und die Dekonstruktion des kolonialen Texts167
5.1 Das Schweigen chinesischer Frauen und indischer Witwen: Spivaks Repräsentationskritik169
5.2 Kolonialer Text und affirmative Dekonstruktion: Spivaks theoretische Kritik174
5.3 Offene Fragen statt offener Widersprüche190
5.4 Spivaks kritische Praxis192
5.5 Exkurs: Weitere Entwicklungen in Spivaks Werk199
5.6 Fazit202
TEIL III – KRITISCHE THEORIE UND KULTURELLE DIFFERENZ205
6. Jürgen Habermas und die sprachpragmatische Wende der kritischen Theorie209
6.1 Kommunikative Rationalität und kommunikatives Handeln210
6.2 Lebenswelt, System und soziale Evolution217
6.3 Kultur und kulturelle Differenz225
6.4 Politische Theorie und kulturelle Differenz235
6.5 Legitimes und illegitimes Sprechen über Kultur248
6.6 Fazit258
7. Seyla Benhabib und die postkoloniale Öffnung der kritischen Theorie261
7.1 Kultur und ihre Darstellung262
7.2 Die Aushandlung kultureller Differenz266
7.3 Die Theorie der demokratischen Iterationen und das öffentliche Sprechen über Kultur278
7.4 Fazit286
TEIL IV – DIE POSTKOLONIALE SUPPLEMENTIERUNG KRITISCHER THEORIE205
8. Provincializing Frankfurt: Die Moderne als pharmakon293
8.1 Die Provinzialisierung der sozialen Evolution: Vernunft, Geschichte und Differenz297
8.2 Die Provinzialisierung der modernen Kultur: differente Traditionen, multiple Modernen309
8.3 Die Provinzialisierung der metropolischen Moderne: Kolonialismus und antikolonialer Widerstand314
8.4 Fazit: Frankfurt als Provinz324
9. Kulturrassismus als systematisch verzerrtes Kommunikationsverhältnis327
9.1 Ist die neuere kritische Theorie machtblind?329
9.2 Verständigungsform: falsches und fragmentiertes Bewusstsein332
9.3 Systematisch verzerrte Kommunikation341
9.4 Soziale Macht347
9.5 Streckers Revision: systematisch verzerrte Kommunikationsverhältnisse350
9.6 Die Symptomatik kulturrassistisch verzerrter Kommunikationsverhältnisse355
9.7 Rassismuskritik als Kritik systematisch verzerrter Kommunikationsverhältnisse374
10. Schlussbetrachtung: Kultur und Rassismus in der postkolonial supplementierten kritischen Theorie379
10.1 Kultur und kulturelle Differenz380
10.2 Kultur in demokratischen Gesellschaften385
10.3 Das Sprechen über Kultur in der demokratischen Öffentlichkeit387
10.4 Kulturrassismus als systematisch verzerrtes Kommunikationsverhältnis388
10.5 Merkmale kulturrassistisch verzerrter Kommunikationsverhältnisse390
10.6 Das Sprechen über Kultur unter systematisch verzerrten Kommunikationsbedingungen391
Siglen393
Literaturverzeichnis399