: Björn Pecina
: Mendelssohns diskrete Religion
: Mohr Siebeck
: 9783161533532
: Beiträge zur historischen Theologie
: 1
: CHF 101.20
:
: Christentum
: German
: 406
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Es gehört zu den faszinierenden Merkmalen des Aufklärungsjahrhunderts, daß sich hier Rationalisierungs- und Selbstreflexionsprozesse über konfessionelle Grenzen hinwegzusetzen vermochten. Dies führte nicht selten zu einer Öffnung des Religionsbegriffs, der sich als ungemein integrationsfähig erwies. Björn Pecina entfaltet in der vorliegenden Untersuchung ein solches Religionsverständnis, indem er sich dem Werk besonders zweier herausragender Gelehrter zuwendet: Moses Mendelssohn und Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem. Jerusalem ist repräsentativ für das Aufklärungsjahrhundert. Er eignet sich gut, die Epoche nach ihrem religionstheoretischen Profil darzustellen, zugleich aber auch Kontinuitäten sichtbar werden zu lassen. Mendelssohn, auf den die Studie ihr Hauptaugenmerk richtet, gelingt es, aparte Religion und aufgeklärte Religionsphilosophie in eine Balance zu bringen.

Geboren 1967; Studium der Ev. Theologie und der Philosophie; Staatsexamen in Ev. Theologie; 2002/03 Promotion; Kirchliches Vikariat in der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg und 2. Theolog. Examen; 2013 Habilitation; derzeit Privatdozent an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Cover1
Vorwort8
Siglen12
Inhaltsverzeichnis10
A. Die Signatur aufgeklärter Religion (J. F. W. Jerusalem)30
1. Der Prediger31
a) Orthodoxe Spuren37
b) Praktische Frömmigkeit41
c) Erfahrbare Einfachheit45
2. Vornehme Religion – Jerusalems ›Betrachtungen‹51
a) Urgeschichte55
b) Mosaische Religion60
c) Jesus Christus63
B. Religion und Ästhetik – Der Empfindungsbegriff70
1. Wege zur Empfindung71
2. Einflüsse auf Mendelssohns Ästhetik78
a) Dubos – Auf den Geschmack gekommene Empfindung80
b) Leibniz – Welt als Empfindungsraum90
c) Baumgarten – Empfundene Bestimmtheit102
d) Sulzer – Beschleunigte Empfindung112
3. Mendelssohns Empfindungsbriefe115
a) Vollkommene Ästhetik117
b) Wendung ins Tragödienproblem134
C. Religion und Metaphysik – Glück und Unsterblichkeit146
1. Spaldings Anregung147
a) Shaftesbury und das glückliche Leben150
b) Glück bei Wolff154
c) Spaldings Synthese161
2. Mendelssohn gegen Abbt165
3. Phaidon172
a) Entstehungsgeschichte174
b) Allgemeine Charakteristik177
c) Aneignungsvarianten187
d) Beweis198
e) Unsterblichkeit und Vollkommenheit212
f) Selbstgefühl220
D. Mendelssohn und Lavater226
1. Nichtdiskursivität des Religiösen227
2. Vorurteil und Religion232
3. Mendelssohns Brief an den Erbprinzen237
4. Mendelssohns ›Gegenbetrachtungen‹241
E. Das Wesen der jüdischen Religion (Jerusalemschrift)250
1. Ausgangsbedingungen250
a) Politik252
b) Hennings' Kritik255
2. Die Staatsphilosophie der Jerusalemschrift257
a) Thomas Hobbes258
b) John Locke262
c) Gegenreformatorisches Kirchenregiment263
d) Staat und Kirche268
3. Mendelssohns Naturrechtslehre272
4. Religion und der Andere277
a) Toleranz als Zeichentheorie280
5. Konkrete Religion294
a) Besonderheit des Judentums294
b) Wahrheit in der Jerusalemschrift298
c) Funktion der Geschichtsphilosophie301
d) Deduktion des Zeremonialgesetzes306
F. Religion und Politik316
G. Morgenstunden der Metaphysik330
1. Der Streit330
2. Mendelssohns letztes Wort335
a) Geträumter Gemeinsinn336
b) Spinozakritik343
c) Orientierte Ontologie346
Schluß350
Literatur364
Quellen und Hilfsmittel364
Sekundärliteratur372
Namenregister400
Sachregister404